Presse

Zusatzschild der Statue "Venus von Wels" © Stadt Wels

Der Welser Kulturstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer (SPÖ) hat einen Tafel mit dem fehlenden Hinweis bei der Venus-Statue im Stadtzentrum anbringen lassen. Das Mauthausen Komitee, das OÖ. Netzwerk gegen Rechtsextremismus und die Welser Initiative gegen Faschismus begrüßen dies. Auch wenn die abschließende Lösung sein muss, die braune Venus in ein Museum zu verlegen und ihre Geschichte dort umfassend zu erörtern: Es ist gut, dass inzwischen bei der Statue auf die historische Wahrheit hingewiesen wird!

Birgit Kirchmayr, Johannes-Kepler-Universität Linz, Bild kostenlos verwendbar

Das Mauthausen Komitee Österreich, das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus sowie die Welser Initiative gegen Faschismus fordern, dass die Nachbildung des NS-Kultobjekts aus dem öffentlichen Raum entfernt wird. 91 Persönlichkeiten aus Wels und ganz Österreich, darunter KZ-Überlebende, Schriftsteller wie Michael Köhlmeier, Künstler wie Katharina Stemberger und Cornelius Obonya, aber auch der frühere Bundeskanzler Franz Vranitzky - haben die Forderung Ende April in einem Offenen Brief unterstützt.

Befreiungsfeier 2021 - Jugendliche halten Wimpel mit der Aufschrift Mauthausen 1938-1945 © MKÖ / Sebastian Philipp

Die europaweit größte Internationale Befreiungsfeier, veranstaltet vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), fand aufgrund der Covid-19-Pandemie in Form eines Gedenkzugs mit reduzierter TeilnehmerInnen-Anzahl statt. Statt zehntausender Menschen, die sonst in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen zusammengetroffen wären, um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken, waren tausende ZuseherInnen aus über 20 Ländern der Welt wie Österreich, Deutschland, aber auch Israel, Philippinen und USA virtuell von zuhause dabei. Die Feierlichkeiten wurden auf einem internationalen Stream auf www.mkoe.at wie auch auf ORF III übertragen. Gemeinsam gedachten sie der Befreiung des KZ Mauthausen vor 76 Jahren und dessen Opfer. Das diesjährige Schwerpunktthema "Vernichtete Vielfalt" erinnerte an die vielfältigen Opfergruppen, die die Nationalsozialisten verfolgt, interniert und ermordet haben.

Russischer Botschafter Dmitri Ljubinski überreicht Tapferkeitsorden an Anna Hackl © MKÖ / Sebastian Philipp

Heute - am Tag vor der Internationalen Befreiungsfeier – überreichten der russische Botschafter in Österreich Dmitri Ljubinski und MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi der Zeitzeugin Anna Hackl stellvertretend für ihre Mutter Maria Langthaler den Tapferkeitsorden der Russischen Föderation. Die Familie Langthaler versteckte im Zuge der "Mühlviertler Menschenhatz" trotz lebendbedrohender Gefahr zwei sowjetische Kriegsgefangene, die aus Mauthausen geflüchtet waren, und rettete ihnen damit das Leben.

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