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Hans Maršálek–Preis

Dritte Verleihung des Hans Maršálek-Preises

Das Mauthausen Komitee Österreich und die Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen stiften zum dritten Mal den Hans-Maršálek-Preis in Erfüllung des Vermächtnisses der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen für herausragende Leistungen im Bereich der Gedenk-, Erinnerungs- und Bewusstseinsarbeit.
Der Preis ist mit vier Preisen (1. € 3.000,-; 2. € 2000.-; 3. € 1.000.-; Würdigungspreise € 500.-) dotiert.

Der Preis dient dem Andenken an einen der letzten österreichischen Zeugen der Verbrechen des nationalsozialistischen Terrorregimes und einen beeindruckenden Menschen, der stets und konsequent gegen Faschismus und Ausgrenzung sowie für Toleranz und ein demokratisches Miteinander eintrat. Der Hans Maršálek-Preis für herausragende Leistungen im Bereich der Gedenk-, Erinnerungs- und Bewusstseinsarbeit wurde im Gedenken an Hans Maršálek anlässlich seines 100. Geburtstags vom Mauthausen Komitee Österreich und der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen im Jahr 2014 ins Leben gerufen.

Hans Maršálek wurde 1941 von den Nationalsozialisten wegen Widerstandstätigkeit verhaftet und im Herbst 1942 in das KZ-Mauthausen deportiert, wo er unmittelbar Zeuge der Verbrechen in Mauthausen wurde. Nach dem 2. Weltkrieg baute er das Mauthausen-Archiv und das Museum der KZ-Gedenkstätte Mauthausen auf. Er ist Autor zahlreicher Publikationen und war auch lange Zeit Leiter der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Hans Maršálek hat in den letzten Jahrzehnten ganze Generationen von ForscherInnen und Studierenden mit seinem umfangreichen Wissen über das KZ-Mauthausen versorgt. Er war bis zum Schluss sehr aktiv in der Aufklärungsarbeit über die Verbrechen der Nationalsozialisten und lange Zeit Vorsitzender der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen.

64 Projekte wurden eingereicht. Die elf Mitglieder der Jury hatten in einem mehrteiligen Auswahlverfahren, bei der Fülle der großartigen Projekte eine herausfordernde Aufgabe und hatten sich die Auswahl nicht leicht gemacht. Zusätzlich zu den drei Siegerprojekten wurden vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) und dem Comité International de Mauthausen (CIM) noch je zwei Würdigungs-Preise gestiftet. Alle weiteren Projekte, die untern den 27 besten Plätzen gereiht wurden, werden mit Anerkennungsurkunden ausgezeichnet.

Folgende Projekte wurden aus der Vielzahl an Einreichungen ausgewählt und werden am 17. Jänner 2022 ausgezeichnet:

Platz 1: "Widerstandsmomente" – Website für Jugendliche und junge Erwachsene sowie Dokumentarfilm / Verein zur Förderung kommunikativer Eingriffe
Platz 2: "Vermessungsamt" / Verein Industriekultur und Alltagsgeschichte (VIA)
Platz 3: Gedenken in Gunskirchen 1981-2021 / Mittelschule Gunskirchen

MKÖ-Würdigungspreis: Juden in Hietzing 1999-2020ff / VHS Hietzing
MKÖ-Würdigungspreis: 25 Jahre KZ-Gedenken und Bildungsarbeit in Guntramsdorf und Wiener Neudorf / KZ-Gedenkverein Guntramsdorf / Wiener Neudorf, Marktgemeinde Guntramsdorf, Marktgemeinde Wiener Neudorf

CIM-Würdigungspreis: ART WORKS! European Culture of Resistance and Liberation / Verein Hasenherz
CIM-Würdigungspreis: Publikation "Kind am Stacheldraht" / Zeitzeuge Franz Trampusch

Anerkennungsurkunde: Das Massaker von Hofamt Priel - Ein Aufarbeitungsprojekt zweier Brüder / Hans Hochstöger, Tobias Hochstöger
Anerkennungsurkunde: Gerettet in der Steiermark / Verein "Zukunft braucht Erinnerung"
Anerkennungsurkunde: Dialogprojekt "LIKRAT"- Lass uns reden! / Israelitische Kultusgemeinde Wien
Anerkennungsurkunde: Internationales Menschenrechtesymposium / Bewusstseinsregion Mauthausen- Gusen- St. Georgen
Anerkennungsurkunde: April 1945: Todesmärsche von Mauthausen-Gusen nach Gunskirchen / ARGE GehDenkSpuren 2020
Anerkennungsurkunde: Lern- und Gedenkort Charlotte-Taitl-Haus / M.u.T. Menschlichkeit und Toleranz, Lern- und Gedenkort Charlotte-Taitl-Haus
Anerkennungsurkunde: ERINNERUNGSBOTSCHAFTEN DER WI'MO / Die WI'MO -Arbeitsgemeinschaft Geschichte und Politische Bildung
Anerkennungsurkunde: Österreichischer Wald der Erinnerung / Verein IM-MER
Anerkennungsurkunde: "Zwischenräume" - Erinnerungsorte in Niederösterreich. Ein Forschungs- und Vernetzungsprojekt / Museum Erlauf Erinnert
Anerkennungsurkunde: Schauplatzwunden. Über zwölf ungewollt verknüpfte Leben / Dr. Ludwig Laher
Anerkennungsurkunde: "BRUNDIBAR- We share a common History" / BG/BRG Rohrbach
Anerkennungsurkunde: Etablierung eines transnationalen Gedächtnisraumes im Gedenken an die ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter des Lagers Engerau (Petržalka-Bratislava) / Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz am DÖW
Anerkennungsurkunde: Antisemitismus raus aus dem Wachzimmer / Aufstehn.at - Verein zur Förderung zivilgesellschaftlicher Partizipation
Anerkennungsurkunde: Ort der Verbundenheit / Arbeitsgruppe "Ort der Verbundenheit"
Anerkennungsurkunde: Surviving Gusen / Gerald Harringer
Anerkennungsurkunde: Gedenken 2020 gegendenken – Beiträge zur kritischen Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte in Kärnten/Koroška / Kulturverein Container 25
Anerkennungsurkunde: Journée de la Mémoire de l’Holocauste et de la prévention des crimes contre l’humanité / Stiftung Zentrum für politische Bildung Luxemburg
Anerkennungsurkunde: The Jewish genocide in the context of Local History / Jewish Museum of Thessaloniki
Anerkennungsurkunde: Die Digitalisierung der Sammlung zur Geschichte der Zwangsarbeit als Bildungsprojekt / Memorial International (Moskau)
Anerkennungsurkunde: Das Geschehene sichtbar machen- Opfer des Nationalsozialismus in St. Johann/Pg. / Geschichtswerkstatt St. Johann/Pongau- Verein für Zeitgeschichte und regionale Erinnerungskultur

Nähere Informationen zu den Siegerprojekten sind hier verfügbar.

Die Preisverleihung musste auf Grund der Covid-19 Pandemie verschoben werden. Ein neuer Termin wird sobald es möglich ist bekannt gegeben.

Zielrichtung und Jury des Hans Maršálek-Preises

Jugend - Innovation - Zivilcourage
Mit der Auszeichnung soll an Hans Maršálek erinnert werden und Projekte, die in seinem Sinne wirken unterstützt werden. Als preiswürdige Projekte kommen sowohl wissenschaftliche Arbeiten als auch Initiativen zur Jugend- und Erwachsenenbildung sowie ausgeführte Initiativen zur lokalen Verankerung des Themenkreises Nationalsozialismus, Konzentrationslager, (Anti-)Rassismus und Stärkung der Demokratie in Frage.

Zuerkennung
Die Gruppe der potenziellen Preisträger wird mit Bedacht auf den umfassenden Anspruch, den Hans Maršálek selbst immer als Maxime aufrechterhielt, sehr breit gefasst. Die Bewerbung ist grundsätzlich offen, ohne Alterslimit, übernational und überkonfessionell, offen für alle politischen Gruppierungen, die sich den Grundsätzen der Demokratie, der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit verpflichtet fühlen. Im Geiste Hans Maršáleks richtet sich dieser Preis nicht nur an österreichische BewerberInnen, sondern es wird seitens der Stifter ausdrücklich jeder internationale Kontext sehr nachdrücklich begrüßt.

Die Jury bestand aus folgenden Mitgliedern

  • Willi Mernyi, Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich
  • Christa Bauer, MAS, Geschäftsführerin Mauthausen Komitee Österreich
  • Prof. Guy Dockendorf, Präsident Comité International de Mauthausen
  • Mag. Andreas Baumgartner, Generalsekretär Comité International de Mauthausen
  • Univ.-Prof. Dr. Peter Gstettner, Pädagoge
  • Mag. Dr. Florian Wenninger Historiker
  • MMag. Dr. Dr. Martin Krenn, LL.M. MA, Stv. Bundesvorsitzender KZ-Verband
  • Claudia Prutscher, Vizepräsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Wien
  • Klaus Schöngruber, Bundes Jugend Vertretung
  • Dipol-Theol. Martin Kranz-Greinecker, Medienvertreter und MKÖ-Vorstandsmitglied

Juryvorsitz: LAbg.a.D. Helmut Edelmayr, Gründungsmitglied Mauthausen Komitee Österreich und Vorstandsmitglied Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen

Hans Maršálek-Preis

Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) und die Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen (ÖLM) stiften seit 2014 den Hans Maršálek-Preis für herausragende Leistungen im bewusst weit gefassten Bereich der Gedenk-, Erinnerungs- und Bewusstseinsarbeit zum 20 jährigen Vereinsjubiläum.

"Hans Maršálek war nicht nur einer der letzten österreichischen Zeugen der Verbrechen des NS-Regimes, die im Konzentrationslager Mauthausen an mehr als 200.000 Menschen begangen wurden. Sondern er überzeugte uns auch durch sein Engagement gegen Rechtsextremismus heute. Er bleibt ein Vorbild für uns alle", so Willi Mernyi, Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich.

Dr. h.c. Hans Maršálek ist immer noch die herausragende Person im Themenbereich des KZ-Mauthausen und seiner rund 50 Außenlager. Nachdem er selbst im Konzentrationslager Widerstand organisierte, wurde er 1947 mit der Planung des Museums der KZ-Gedenkstätte beauftragt. Dabei legte Hans Maršálek ein Archiv an, das bis heute Basis für zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten ist. Ebenso war Hans Maršálek Obmann der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen und im Vorstand des Comité International de Mauthausen und er sorgte für die Zeit nach dem Ausscheiden der Zeitzeugen vor, indem er den Kontakt zu Jugendorganisationen der Gewerkschaft und der katholischen Kirche suchte. Aus deren Zusammenarbeit bei der Betreuung der Außenlager entwickelte sich in einem zehnjährigen Entwicklungsprozess das Mauthausen Komitee Österreich, die Nachfolgeorganisation der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen.

Am 15.12.1997 wurde das Mauthausen Komitee Österreich unter dem Namen Mauthausen Aktiv gegründet. 2017 feierte das Mauthausen Komitee Österreich das 20-jährige Jubiläum des Vereins. Aus diesem Anlass stifteten die Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen und ihre Nachfolgeorganisation, das Mauthausen Komitee Österreich, zum zweiten Mal den Hans-Maršálek-Preis für herausragende Leistungen im Bereich der Gedenk-, Erinnerungs- und Bewusstseinsarbeit.

"Hans Maršálek hat sein Leben der Erforschung und Dokumentation der Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager gewidmet", betont die Vorsitzende der Österreichischen Lagergemeinschaft Dr. Irmgard Aschbauer, "und er ist nicht müde geworden, vor den Gefahren von Nationalismus, Rassismus, Ausgrenzung und Intoleranz zu warnen. Seinem Andenken und seinen Anliegen soll dieser Preis gewidmet sein."

Die Gruppe der potenziellen Preisträger wird mit Bedacht auf den umfassenden Anspruch, den Hans Maršálek selbst immer als Maxime aufrecht erhielt, sehr breit gefasst. Als preiswürdige Projekte kommen sowohl wissenschaftliche Arbeiten, als auch Initiativen zur Jugend- und Erwachsenenbildung sowie ausgeführte Initiativen zur lokalen Verankerung des Themenkreises Nationalsozialismus, Konzentrationslager, (Anti-) Rassismus, Stärkung der Demokratie in Frage. Der Preis kann nur nach erfolgtem Abschluss der eingereichten Projek-te zuerkannt werden und ist keine Projektfinanzierung für geplante Vorhaben. Im Geiste Hans Maršáleks richtet sich dieser Preis nicht nur an österreichische BewerberInnen, sondern es wird seitens der Stifter ausdrücklich jeder internationale Kontext sehr nachdrücklich begrüßt.

Die Entscheidung über die Preisvergabe fällt eine neunköpfige Jury. Für den Preis können die in Frage kommenden Personen und Initiativen selbst einreichen oder es kann auch eine Nominierung durch Dritte erfolgen.

Bisherige PreisträgerInnen

Hans Maršálek-Preisverleihung 2018:

Siegerprojekt Platz 1: "Forschen und Erinnern, Orte nationalsozialistischer Endphasenverbrechen im heutigen Burgenland" – RE.F.U.G.I.U.S. – Rechnitzer Flüchtlings und Gedenkinitiative
Siegerprojekt Platz 2: "zum: verGehen-erinnern" – Katholische Jugend OÖ, Region Ennstal
Siegerprojekt Platz 3: "das ANDERE heimatmuseum: kunst und gedenken-gedenk/kunst" – Schloss Lind
Siegerprojekt Würdigungspreis: "Charlotte Taitl – Ein paar Schritte bis in den Tod" – Gymnasium Ried/Innkreis

Hans Maršálek-Preisverleihung 2015:

Siegerprojekt Platz 1: "Stollen der Erinnerung"
Siegerprojekt Platz 2: "Aus dem Gedächtnis in die Erinnerung. Die Opfer des Nationalsozialismus im Oberen Drautal"
Siegerprojekt Platz 2: "Neugestaltung des Museums am Persmanhof"
Siegerprojekt Würdigungspreis: "Eine Schule in Mauthausen…. Das Leben geht weiter."

    Fotogalerie Hans Maršálek-Preis

    Mauthausen Schwur

    vorgetragen in verschiedenen Sprachen