Waffen-SS-Denkmal in Stillfüssing: AntifaschistInnen begrüßen Schwenk des Bürgermeisters

MKÖ-Presseaussendung vom 23.02.2021:

Waffen-SS-Denkmal in Stillfüssing: AntifaschistInnen begrüßen Schwenk des Bürgermeisters

Eine Überraschung gibt es in der Debatte um das Waffen-SS-Denkmal in Stillfüssing (Marktgemeinde Waizenkirchen). Vergangene Woche hatten Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ), und Robert Eiter, Sprecher des OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus, in einem Offenen Brief an den Waizenkirchner Bürgermeister Fabian Grüneis einen Zusatzstein mit einem Text gefordert, der auf die Verbrechen der Waffen-SS hinweist. Ein von einem Zeithistoriker überprüfter Textvorschlag war mitgeschickt worden. Der Offene Brief löste ein großes Medienecho aus.

In seiner Antwort an Mernyi und Eiter schreibt Bürgermeister Grüneis: "Gerne würde ich Ihren Vorschlag ohne weiteres annehmen, dem Gemeinderat vorschlagen und schnellstmöglich umsetzen." Nur seien ihm leider die Hände gebunden, weil die Entscheidung beim Innenministerium liege.

Dass der Bürgermeister für die Erwähnung der Verbrechen der Waffen-SS beim Denkmal in Stillfüssing eintritt, ist neu. Seinen bisherigen Aussagen war das nicht zu entnehmen. Die AntifaschistInnen begrüßen den Schwenk.

Damit dürfte auch der Textvorschlag des Schwarzen Kreuzes vom Tisch sein, der bei der Gemeinderatssitzung an diesem Donnerstag (25. Februar) hätte beschlossen werden sollen. In dem Vorschlag ist von den Verbrechen der Waffen-SS und ihren Millionen Opfern keine Rede.

Wieweit die Entscheidung über einen Zusatzstein und den Text darauf beim Innenministerium liegt und wieweit beim Gemeinderat, ist unklar, aber zweitrangig.

"Wir bieten Bürgermeister Grüneis jedenfalls an, im Sinne einer guten und dauerhaften Lösung zusammenzuarbeiten", sagt MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi. "Darüber wurde er von uns schon informiert."

"Unser Ziel ist, sowohl das Innenministerium als auch den Waizenkirchner Gemeinderat für die baldige Errichtung eines Zusatzsteins zu gewinnen, der die historische Wahrheit wiedergibt", betont Netzwerk-Sprecher Robert Eiter.

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