Brandauer füllt Donausaal bei Gedenkveranstaltung der perspektive mauthausen

Die diesjährige Gedenkveranstaltung der perspektive mauthausen zur sogenannten „Mühlviertler Hasenjagd“ sprengte das Fassungsvermögen des Donausaals. Seit 22 Jahren erinnert die perspektive mauthausen mit dieser Veranstaltung an den Ausbruch der ca. 500 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Mauthausen und die in der Nacht von 1. auf 2. Februar 1945 stattgefundenen Ereignisse in Mauthausen und den Nachbargemeinden bei der Hetze auf die geflohenen Häftlinge. Nur bei 11 von ihnen ist bekannt, dass sie überlebt haben. Sie haben überlebt, weil ihnen mutige Menschen wie die Familie Langthaler oder die Familie Mascherbauer geholfen haben.

Mit den Täter:innen haben wir uns nur wenig beschäftigt, meint Walter Hofstätter, Vorsitzender der perspektive mauthausen. Gemeinsam mit Klaus Maria Brandauer haben wir uns daher diesem schwierigen Thema angenommen. Die von ihm gelesenen Texte beleuchteten unter anderem, dass Täterinnen und Täter „gewöhnliche“ Mitglieder der Gesellschaft waren und warum das für unsere Gegenwart so relevant bleibt. Geschichte zeigt: Entmenschlichung, Gehorsam, Propaganda und Wegsehen bereiteten den Boden für Gewalt.

Musikalisch begleitet wurde Brandauer von der herausragenden Cellistin Maria Magdalena Wiesmaier, die dazu extra aus Berlin angereist ist. Sie meinte: „Es ist wichtig, was ihr da macht“. Ergriffen waren nicht nur die vielen Besucher:innen sondern auch Brandauer der sich im übervollen Donausaal unter stehendem Applaus mit den Worten verabschiedete: „Danke, dass ich hier sein durfte. Schön, dass wir zusammengekommen sind.“

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