Wir trauern um Jean-Louis Roussel

Das Internationale Mauthausen Komitee (CIM), das Mauthausen Komitee Österreich und die KZ-Gedenkstätte Mauthausen haben das außerordentliche Engagement des Franzosen Jean-Louis Roussel für die internationale Gedenkkultur gewürdigt.

Roussel war Vizepräsident der französischen Amicale de Mauthausen sowie des Internationalen Mauthausen Komitee (CIM). Er verstarb am 17. September im Alter von 67 Jahren unerwartet. Er war seit 2005 Professor für Geschichte an der Universität Rouen-Normandie. Neben seiner beruflichen Tätigkeit und seinem Engagement in der Erinnerungskultur war Jean-Louis Roussel von 2020 bis 2024 auch Bürgermeister von Hautot-sur-Seine im Departement Seine-Maritime.

Guy Dockendorf, Präsident des Internationalen Mauthausen Komitee, erinnerte an Jean-Louis Roussel als wertvollen Mitstreiter im Bemühen um das Gedenken und als Mensch und Freund. „Mit Jean-Louis Roussel verlieren wir eine der wesentlichen Stützen der internationalen Erinnerung an die Opfer der NS-Diktatur. Als Vizepräsident der französischen Amicale de Mauthausen als auch des CIM hat er mit außerordentlichem Engagement und hohem Fachwissen unserer Arbeit wichtige Impulse gegeben. Die Weitergabe des Opfergedenkens an die Jugend und die gesellschaftspolitischen Aufgaben, die sich daraus ergeben, waren ihm stets ein besonderes Anliegen“, würdigte CIM-Präsident Guy Dockendorf den Verstorbenen. „Darüber hinaus verlieren wir mit Jean-Louis einen persönlichen Freund und einen Menschen, den viele wegen seines Optimismus und seines freundlichen Wesens hochgeschätzt haben. Er hinterlässt eine große Lücke.“

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), verwies auf das entschiedene Engagement Roussels dafür, dass die Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes international getragen ist und bleibt. „Er hat sich stets der internationalen Solidarität verpflichtet gefühlt, zu der sich die Überlebenden des Lagers im Mauthausen-Schwur bekannt haben. Überwindung nationaler Grenzen und Zusammenarbeit für Freiheit und Frieden waren für ihn nicht nur Bekenntnis, er lebte diese in seinem Wirken in der französischen Amicale de Mauthausen, im Internationalen Mauthausen Komitee, durch seine Besuche der Befreiungsfeiern in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und an Orten ehemaliger Außenlagern. Wir verlieren in ihm einen großartigen Menschen und verlässlichen Freund.“

Barbara Glück, Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, erlebte Jean-Louis Roussel über viele Jahre hinweg bei seinen Besuchen in Mauthausen, Gusen, Melk und Wien: „Mit dem Ableben von Jean-Louis verlieren wir einen überaus geschätzten Freund und Mitstreiter, der um die Bedeutung des gemeinsamen Handelns und der wechselseitigen Motivation wusste, und diese stets mit Herzlichkeit lebte. Sein schier unendlicher Elan und Tatendrang, sein wertschätzendes Wesen und seine ehrliche Anteilnahme vermochten es, insbesondere die Jugend anzusprechen, sie in großer Zahl an die Orte des ehemaligen KZ-Systems Mauthausen zu bringen und nachhaltig für die Gedenkarbeit zu gewinnen. Wir erlebten den Austausch mit Jean-Louis als eine Bereicherung – für unsere Arbeit, aber besonders für unser persönliches Tun -, und verstanden uns als Teile einer dieselben Ziele verfolgenden Gemeinschaft wider das Vergessen.“

Die Gedenkgemeinschaft wird Jean-Louis schmerzlich vermissen.

Jean Louis Roussel Copyright CIM
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