Gedenkort Gunskirchen: MKÖ setzt auf weitere Unterstützung für Eröffnung im Herbst 2026
Pressemeldung 8. April 2026:
Erinnerungsprojekt am ehemaligen KZ-Außenlager benötigt zusätzliche Mittel zur Fertigstellung
Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) errichtet am historischen Standort des ehemaligen KZ-Außenlagers Gunskirchen einen neuen Gedenkort. Ziel ist es, einen lange verdrängten Ort der NS-Verbrechen sichtbar zu machen und dauerhaft in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Die Eröffnung des Gedenkorts ist für Herbst 2026 geplant.
Nach dem Start der Crowdfunding-Initiative im vergangenen Jahr befindet sich das Projekt nun in einer entscheidenden Phase: Die Eröffnung ist für Herbst 2026 geplant, gleichzeitig werden weiterhin finanzielle Mittel benötigt, um die vollständige Realisierung sicherzustellen.
Ein Ort, der bisher gefehlt hat
In den Traunauen zwischen Gunskirchen und Edt bei Lambach befand sich eines der grausamsten Außenlager des KZ Mauthausen. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs wurden dort tausende Menschen – überwiegend jüdische Häftlinge aus verschiedenen Ländern – unter katastrophalen Bedingungen interniert und dem Sterben ausgesetzt. Selbst nach der Befreiung durch die US-Armee starben viele an den Folgen von Entkräftung und Krankheiten.
Trotz dieser historischen Bedeutung existiert bis heute kein umfassender Gedenkort direkt am ehemaligen Lagergelände. Einzelne Denkmäler und Gedenktafeln erinnern an die Geschehnisse – eine zentrale, zugängliche und zeitgemäße Form der Vermittlung fehlte bislang.
Gedenkort verbindet Erinnerung und Bildung
Mit dem neuen Gedenkort Gunskirchen schafft das MKÖ erstmals einen Ort, der Geschichte, Erinnerung und Bildungsarbeit miteinander verbindet. Auf einem rund 4.000 Quadratmeter großen Waldgrundstück entstehen mehrere Gedenkstelen, die die Geschichte des Lagers inhaltlich aufbereiten.
Über QR-Codes erhalten Besucher:innen Zugang zu vertiefenden Informationen, darunter historische Dokumente, Bilder sowie Zeitzeug:innenberichte. Ergänzend wird der Gedenkort auch digital erlebbar sein und damit weltweit zugänglich gemacht.
Weitere Unterstützung für die Fertigstellung notwendig
Das Projekt wird maßgeblich durch Spenden und Fundraising getragen. Trotz der bereits breiten Unterstützung sind für die finale Umsetzung und inhaltliche Ausgestaltung des Gedenkorts weitere Mittel erforderlich.
Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich, betont: „Wir haben im vergangenen Jahr große Unterstützung für dieses Projekt erfahren. Gleichzeitig zeigt sich, wie wichtig es ist, diesen Ort in seiner ganzen Dimension sichtbar zu machen. Dafür brauchen wir weiterhin die Unterstützung der Gesellschaft. Jede Spende trägt dazu bei, dass Erinnerung konkret und zugänglich wird.“
Mehr Informationen und Möglichkeit zur Spende unter www.gedenkort-gunskirchen.at

