Eröffnung des Gedenkortes Gunskirchen am 6. Oktober: Sichtbar machen, was niemals vergessen werden darf
MKÖ-Presseaussendung vom 24. September 2026:
Eröffnung des Gedenkortes Gunskirchen am 6. Oktober: Sichtbar machen, was niemals vergessen werden darf
Auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Gunskirchen schafft das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) einen innovativen Gedenkort. Er erinnert an die zehntausenden Menschen, die dort in den letzten Kriegswochen interniert und unter grausamsten Bedingungen dem Sterben ausgesetzt wurden – eine Hölle auf Erden. Der Gedenkort erzählt die bisher nahezu unsichtbare Geschichte des Lagers und seiner Opfer. Die Eröffnung findet am 6. Oktober um 13.00 Uhr direkt im Waldstück statt. Um Anmeldung unter info@mkoe.at wird gebeten.
Trotz zahlreicher Initiativen von Opferorganisationen und Überlebenden konnte in der Vergangenheit kein Gedenkort Gunskirchen realisiert werden. Einzig Denkmäler und Gedenktafeln an der Bundesstraße 1 und beim ehemaligen Lagereingang erinnern an das KZ.
„Der Gedenkort wird Mahnmal und Bildungsprojekt zugleich sein, sowohl für Einzel- wie für Gruppenbesuche geeignet. Wir errichten auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers sechs Glasstelen. Diese Stelen informieren über den Gedenkort und erzählen die Geschichte von damals bis heute“, sagt MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi.
Die Stationen widmen sich den Themen „Der Weg nach Gunskirchen“, „Das Konzentrationslager“, „Die Hölle im Wald“, „Die Befreiung“ und „Entwicklungen nach 1945“.
Auf den Stelen werden Kurzinformationen und Bilder vermittelt. Dazu gibt es noch QR-Codes, die zum Online-Bereich führen.
Mittels der QR-Codes können die Besucherinnen und Besucher viele weitere Informationen und Zeitzeugenberichte abrufen. Die Berichte werden von prominenten Sprecherinnen und Sprechern wie Adele Neuhauser, Cornelius Obonya, Katharina Stemberger, Manuel Rubey, Konstanze Breitebner, Chris Pichler und Mercedes Echerer vorgetragen. Sie alle haben auf ein Honorar verzichtet.
Ein virtueller Rundgang und interaktive Technologien machen den Gedenkort auch online erfahrbar. Der virtuelle Rundgang wird mehrsprachig zur Verfügung stehen. Er ist nicht nur als Ergänzung zu einem Besuch in Gunskirchen gedacht, sondern sorgt für weltweiten Zugang zum Gedenkort.
Das Mauthausen Komitee hat die Kosten des Gedenkortes erst zum Teil finanzieren können. Wer ein Zeichen gegen das Vergessen setzen möchte, wird um eine Spende auf das Projektkonto ersucht: Mauthausen Komitee Österreich, IBAN: AT12 1400 0009 1004 2017. Jede Spende ist steuerlich absetzbar.
An der Eröffnung am 6. Oktober werden unter anderem der KZ-Überlebende Avigdor Neumann, der Zweite Nationalratspräsident Peter Haubner, der Vizekanzler Andreas Babler, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Linz, Charlotte Herman und die Witwe des KZ-Überlebenden Daniel Chanoch, Rachel Chanoch, teilnehmen.
„Der neue Gedenkort ist ein Meilenstein moderner Erinnerungskultur. Er macht weltweit sichtbar, was niemals vergessen werden darf: die grauenhaften NS-Verbrechen im KZ-Außenlager Gunskirchen. Sie warnen uns, Hass und Hetze wieder an die Macht kommen zu lassen“, betont Willi Mernyi.
Mehr Informationen unter www.gedenkort-gunskirchen.at

