„Zivilcourage kann man lernen“

Jugendliche werden heute nicht nur immer häufiger Opfer, sondern auch ZeugInnen von Rassismus, verbaler Gewalt- und Todesdrohungen, Ausgrenzung und Diskriminierung, etc. im Internet.
Was hindert Jugendliche daran, sich im Internet für ihre Peers einzusetzen und wie könnten sie zu zivilcouragiertem Handeln motiviert werden?

Zivilcourage kann trainiert werden.

Seit mehr als 10 Jahren arbeiten wir gemeinsam mit ExpertInnen daran Zivilcourage zu fördern und zu trainierin. Mehr als 85.000 Jugendliche haben an den Zivilcourage-Trainings des MKÖ teilgenommen.

Durch das Training von Zivilcourage werden unter anderem Handlungsmöglichkeiten von jungen Menschen erweitert und ihre Selbstsicherheit gestärkt. Auf Basis der empirischen Erkenntnisse einer gemeinsamen Studie mit der Universität Wien, in der Jugendliche zum Thema Zivilcourage und dessen Wirkung befragt wurden, entwickelt das MKÖ im Rahmen des Projektes „Zivil.Courage.Online“ Informations-, Schulungs- und Trainingsangebote, um so gezielt die Zivilcourage unter Jugendlichen zu fördern. Es werden eigene Trainings zu „Zivil.Courage.Online“ konzipiert und dafür eigens TrainerInnen ausgebildet, um ab Herbst 2020 Trainings mit Jugendlichen in ganz Österreich durchführen zu können.

Anlässlich des "Tag des Rassismus" erschien ein Interview mit unser Partnerin Prof. Dr. Margarete Boos zum Thema Zivilcourage offline und online in der Frankfurter Rundschau.

"Zivilcourage bedeutet im Wesentlichen, in einer öffentlichen Situation, mit einem inneren Konflikt mutig zu handeln. Ich gehe ein Risiko ein und trete für Werte ein, die mir wichtig sind. Diese Merkmale gelten sowohl online als auch offline, die Formen sind lediglich anders. Hinzu kommt, dass Hass im Netz einen unglaublichen Beschleunigungseffekt hat, Shitstorms zum Beispiel. Es geht unheimlich schnell, hat eine größere Reichweite und ist tendenziell öffentlicher. Auf der anderen Seite habe ich unglaublich viele Positivbeispiele gefunden, wo Menschen sich zusammenschließen und Netzwerke zur Intervention bilden, gerade junge Erwachsene." Prof. Dr. Margarete Boos

Zusätzlich entwickeln wir gemeinsam mit ExpertInnen Online Materialien, die auf der Website www.zivilcourage.at zukünftig für alle kostenlos zur Verfügung stehen. Für MultiplikatorInnen werden hier eigene Online-Zivilcourage-Trainings angeboten, die die Nutzung der Online-Materialien und die eigenständige Vermittlung dieser Inhalte suchen. Damit soll allen ermöglicht werden, Zivil.Courage.Online auch eigenständig mit ihren Gruppen zu trainieren. Das Trainieren von Zivilcourage.Online findet sowohl online als auch im Rahmen der Trainings statt.

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