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Aktuelles

Nachlese Gedenk- und Befreiungsfeiern 2015

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Anlässlich 70 Jahre Jubiläum der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager sowie zum Tag der Befreiung sind hier Statements von zahlreichen ZeitzeugInnen, der BotschafterInnen der Befreiernationen sowie des Präsidenten der Israelitschen Kultusgemeinde und des Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands zu sehen.

Rudi Gelbard - ehemaliger Häftling des KZ TheresienstadtDaniel Chanoch - ÜberlebenderHelga Emperger - Widerstandskämpferin und Zeitzeugin

Rajmund Pajer - Häftling #[I]69186 [Now 85 years old]Josef Klat - ehemaliger HäftlingMax R. Garcia - Überlebender

Aba Lewit - ÜberlebenderHans Maršálek - ehemaliger Häftling und langjähriger Obmann der Lagergemeinschaft MauthausenDaniel Chanoch - Überlebender

Käthe Sasso - ÜberlebendeEdward Mosberg - ÜberlebenderJosef Klat - ehemaliger Häftling

Doris Schimanko - (die Dank englischen Fremdenrechts die Nazizeit überleben konnte)Daniel Chanoch - ÜberlebenderWassilij Kononenko - Überlebender

Esther Jonas-Bauer - ÜberlebendeEdward Mosberg - ÜberlebenderKäthe Sasso - Überlebende

Aba Lewit - ÜberlebenderHelga Emperger - Widerstandskämpferin und ZeitzeuginAnna Hackl - Zeitzeugin

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Fest der Freude - Taschen

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Fest der Freude Taschen

Aus dem Banner des aller ersten Fests der Freude wurden Taschen produziert.

Es gibt jetzt die einzigartige Möglichkeit, diese Taschen unter info@mkoe.at zu bestellen und das MKÖ durch eine freiwillige Mindestspende von € 5,-- zu unterstützen.
Diese Spende wird ausschließlich für Begleitungen durch die KZ-Gedenkstätte Mauthausen für einkommensschwache Lehrlinge und SchülerInnen verwendet.
Die Taschen werden ihnen postalisch zugesandt. Der Kostenersatz für den Versand beträgt € 5,--.

Wir danken dem Bundeskanzleramt Österreich für die Produktion der Taschen.

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Und schon wieder: Nazi-Sager aus der FPÖ

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Presseaussendung vom 11.05.2015

FPÖ Funktionär spricht von wertlosen und problembehafteten Menschenmaterial

Der FPÖ Gemeinderat Gerald Hraball (Gloggnitz, NÖ) postet einen Tag vor der Internationalen Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen in Facebook:
"Die Zwangsbevormundung durch die EU-Diktatur schreitet voran!
Statt pragmatische und sinnvolle Lösungen (z.B. Rückverfrachtung nach Afrika) zu finden, plant sie Zwangsimport und – aufteilung, wohl wissend, dass dieses Menschenmaterial für Europa komplett wertlos und problembehaftet ist."

Für den Vorsitzende des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) Willi Mernyi kann es nur eine einzige Reaktion geben den sofortigen Rücktritt des Gemeinderats und einer Entschuldigung der FPÖ Parteispitze.

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70 Jahre Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen: 22.000 Menschen bei der Internationalen Gedenk- und Befreiungsfeier

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Presseaussendung vom 10.05.2015

Vor 70 Jahren am 5. Mai 1945 wurden die Häftlinge aus dem Konzentrationslager Mauthausen und seinen 49 Außenlager befreit. Über 22.000 Menschen, Überlebende des Konzentrationslagers sowie zahlreiche hochkarätige PolitikerInnen aus dem In- und Ausland haben dazu heute am Gedenkzug über den Appellplatz in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen teilgenommen. Begleitet wurde die europaweit größte Gedenk- und Befreiungsfeier erstmals von nationalen und internationalen Chören.

Wien/Mauthausen, 10. Mai 2015 – In Erinnerung an die Befreiung der Häftlinge aus dem Konzentrationslager Mauthausen am 5. Mai 1945 wurde heute diesem Ereignis im Rahmen der alljährlichen Internationalen Befreiungs-und Gedenkfeier gedacht. Laut Polizei nahmen am 70. Jahrestag über 22.000 BesucherInnen aus dem In- und Ausland teil. Organisiert wurde die Gedenk- und Befreiungsfeier vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) in enger Zusammenarbeit mit der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen (ÖLM) und dem Comité International de Mauthausen (CIM).

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich: "In einer Zeit, in der Intoleranz und Diskriminierung sowohl in Österreich als auch weltweit noch immer ein Thema sind, ist es umso wichtiger, sich vor Augen zu halten, zu welchen Konsequenzen diese Haltung vor 70 Jahren geführt hat: nämlich zur Vernichtung von Millionen Menschenleben und zu einem entwürdigenden Umgang mit Menschen."

Anlässlich des 70-Jahre-Jubiläums wurde der Gedenkzug über den Appellplatz dieses Jahr von internationalen Chören – aus Österreich, Italien, Deutschland, Russland, Tschechien und Frankreich – unter der Leitung von Alfred Hochedlinger sowie der Militärmusik Oberösterreich begleitet. Neben den Begrüßungsworten von Willi Mernyi, dem Vorsitzenden des Mauthausen Komitees Österreich, rezitierten die Schauspielerinnen Konstanze Breitebner und Mercedes Echerer Texte von ehemaligen KZ-Häftlingen während des Gedenkzuges.

KZ-Überlebende und hochrangige Politik-VertreterInnen beim Gedenkzug über den Appellplatz

Angeführt wurde der Gedenkzug von Überlebenden, die im KZ Mauthausen und in den Außenlagern gefangen gehalten wurden und den Grausamkeiten des NS-Regimes ausgesetzt waren. Zahlreiche hochrangige VertreterInnen und MinisterInnen aus dem In- und Ausland gedachten ebenfalls der Befreiung vor 70 Jahren, darunter Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Nationalratspräsidentin Doris Bures, Bundeskanzler Werner Faymann, Vizekanzler Dr. Reinhold Mitterlehner, Ihre Königliche Hoheit Erbgroßherzog Guillaume und Erbgroßherzogin Stéphanie von Luxemburg, Ministerpräsident der Tschechischen Republik Bohuslav Sobotka, Präsidentin des griechischen Parlaments Zoi Konstantopoulou, Präsident der Abgeordnetenkammer Belgien Siegfried Bracke u.v.m.

Jahresthema 2015: Steinbruch und Zwangsarbeit

Seit 2006 widmen sich die Gedenk- und Befreiungsfeiern jedes Jahr einem speziellen Thema, das in Beziehung zur Geschichte des KZ Mauthausen bzw. zur NS-Vergangenheit Österreichs steht. Die diesjährigen Gedenk- und Befreiungsfeiern widmen sich dem Thema "Steinbruch und Zwangsarbeit". "2015 gedenken wir denjenigen, die im Steinbruch von Mauthausen gezwungen waren, oft bis zur tödlichen Erschöpfung Zwangsarbeit zu verrichten. Besonders berüchtigt war die Strafkompanie des Steinbruchs. Die Häftlinge mussten ca. 50 Kilogramm schwere Granitsteine über die sogenannte 'Todesstiege' ins Lager hinauf tragen. Kein Einziger hat die Zuweisung in die Strafkompanie überlebt. Der Unmenschlichkeit von damals gedenken wir am besten, indem wir die Unmenschlichkeit von heute bekämpfen!", so der MKÖ-Vorsitzende Willi Mernyi.

Die Steinbrüche prägten die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen, die im KZ Mauthausen inhaftiert waren. Ab 1939 arbeiteten die Häftlinge vor allem in den Steinbrüchen rund um Mauthausen und Gusen (Wiener Graben, Kastenhof, Gusen und Pierbauer). So entwickelten sich diese Steinbrüche zu den größten Granitwerken der "Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH" (DEST). Zwischen 1941 und 1943 arbeiteten durchschnittlich 3.500 Häftlinge in den Steinbrüchen der DEST bis zu elf Stunden täglich. Die DEST und somit die SS (Schutzstaffel der NSDAP) erwirtschaftete mit der Ausbeutung der Häftlinge in den Steinbrüchen enorme Gewinne. Ab 1943 wurde dann ein Großteil der Häftlinge für die Rüstungsproduktion abgezogen.

Fotos und Presseunterlagen zur Gedenk- und Befreiungsfeier 2015 unter http://www.mkoe.at/pressemappe-gedenk-befreiungsfeiern-2015

Fotohinweis:
MKÖ/Sebastian Philipp

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MKÖ verurteilt Hackerangriff auf Website der KZ Gedenkstätte Mauthausen

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Presseaussendung 08.05.2015

Widerliche Provokation mit kinderpornographischem Inhalt

Der Vorsitzende des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) Willi Mernyi verurteilt den Hackerangriff auf www.mauthausen-memorial.at aufs Schärfste.

"Dieser miese Hackerangriff und das Ersetzen der Inhalte durch kinderpornographische Darstellungen ist einfach nur widerlich und zeigt welchen Geistes die Täter sind", so Mernyi.

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Fest der Freude: 15.000 Menschen feierten die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 70 Jahren

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Presseaussendung vom 08.05.2015

Eine Widerstandskämpferin sowie führende PolitikerInnen gedachten heute am Wiener Heldenplatz der Befreiung vom Nationalsozialismus vor 70 Jahren. Der ORF übertrug das Fest der Freude mit dem Gratiskonzert der Wiener Symphoniker erstmals live.

Wien, 8. Mai 2015 – Mehr als 15.000 BesucherInnen hörten die Worte der Zeitzeugin Helga Emperger und führender PolitikerInnen sowie das Konzert der Wiener Symphonikern am 8. Mai 2015 am Wiener Heldenplatz. Das vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) zum dritten Mal veranstaltete Fest der Freude ist jenem Tag vor genau 70 Jahren gewidmet, an dem der nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich ein Ende gesetzt wurde.

"Zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus feiern wir heute unter Anwesenheit zahlreicher Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ein stimmungsvolles und würdiges Fest der Freude am Wiener Heldenplatz. Wir danken allen Beteiligten, speziell dem ORF für die Übertragung und seinen Programmschwerpunkt dazu", so Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich.

Widerstandskämpferin und PolitikerInnen erinnerten an die Opfer des Nationalsozialismus

Vor dem offizielen Beginn wurden Statements von ZeitzeugInnen auf LED-Wänden gezeigt. Eröffnet wurde das Fest der Freude mit Videobotschaften von den BotschafterInnen der Befreiungsnationen sowie dem Präsidenten des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, Rudolf Edlinger, und dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Oskar Deutsch. Während des Konzerts der Wiener Symphoniker erinnerten die Widerstandskämpferin Helga Emperger, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann, Vizekanzler Dr. Reinhold Mitterlehner, Wiens Vizebürgermeisterin Mag.a Maria Vassilakou, Wiens Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny und MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi an die Opfer des Nationalsozialismus. Durch die Veranstaltung führte die Schauspielerin Katharina Stemberger.

Beethovens 9. Symphonie "Ode an die Freude" gespielt von den Wiener Symphonikern

Unter der Leitung ihres Chefdirigenten Philippe Jordan eröffneten die Wiener Symphoniker das Fest der Freude mit "Sokol Fanfare" aus der Sinfonietta von Leoš Janáček. Passend zum 70. Jahrestag der Befreiung vom nationalsozialischen Regime spielte das Orchester die Symphonie Nr. 9 "Ode an die Freude" von Ludwig van Beethoven begleitet vom Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde unter der Chorleitung von Johannes Prinz. SolistInnen waren Michaela Kaune (Sopran), Anke Vondung (Mezzosopran), Burkhard Fritz (Tenor) und Gábor Bretz (Bass).

Fest der Freude ab 19.40 Uhr auf ORF III und in der ORF-TVthek

Seit 19.40 Uhr wird der Festakt live-zeitversetzt im Programm von ORF III übertragen. Das Konzert der Wiener Symphoniker wird heute ab 20.15 Uhr gezeigt. Das Fest der Freude mit dem Gratiskonzert der Wiener Symphoniker ist in der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) in den nächsten sieben Tagen als Video-on-Demand kostenlos abrufbar.

Internationale Gedenk- und Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen am 10. Mai 2015

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die Deutsche Wehrmacht bedingungslos vor den alliierten Truppen, damit war der verbrecherische Angriffs- und Vernichtungskrieg des nationalsozialistischen Regimes in Europa beendet. Das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft bedeutete gleichzeitig das Ende der Konzentrationslager. Dazu finden anlässlich der 70. Wiederkehr der Befreiung der Häftlinge in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen sowie an seinen ehemaligen Außenlagern Gedenk- und Befreiungsfeiern mit internationaler Beteiligung am Sonntag, dem 10. Mai 2015, statt. Der Schwerpunkt der diesjährigen Gedenkfeiern ist dem Thema "Steinbruch und Zwangsarbeit" gewidmet.

Statements:

Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich Willi Mernyi:
Am 8. Mai 2015 gedenken wir zum 70. Mal des Tages der Befreiung vom nationalsozialistischen Terrorregime mit einem Fest der Freude. Anfeindungen gegen andere Kulturen und Religionen erleben wir heute aber weiterhin: Rechtspopulistische und rechtsextreme Organisationen und Parteien verbreiten Angst und Hetze. Wichtig ist, dass wir darüber reden und dagegen auftreten. Es soll niemand sagen können "Das habe ich ja nicht gewusst".

Widerstandskämpferin Helga Emperger:
Der 8. Mai 1945 war für mich der prächtigste Sonnenaufgang nach einer siebenjährigen qualvollen Finsternis.

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer:
Der 8. Mai 1945 ist ein Tag der Befreiung von einer unmenschlichen Diktatur, einem entsetzlichen Krieg und dem unfassbaren Holocaust. Der 8. Mai ist ein Tag des Gedenkens an jene 60 Millionen Menschenleben, die das Nazi-Regime gefordert hat. Der 8. Mai ist ein Tag der Freude über das Ende einer Gewaltherrschaft und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Niemals vergessen!

Bundeskanzler Werner Faymann:
Der 8. Mai ist ein Tag der Erinnerung. Der 8. Mai ist aber auch ein Tag der Freude, weil er uns in eine neue politische Welt, in ein neues, friedliches Europa geführt hat. Daher freue ich mich, dass wir ein wunderbares Konzert der Wiener Symphoniker mit der großartigen Symphonie von Ludwig van Beethoven hören. Ein Werk, das so zentral und typisch für das europäische Einigungswerk geworden ist. Und es ist auch eine große Freude, dass an diesem geschichtsträchtigen Heldenplatz zehntausende Menschen zusammenkommen – vereint im Bekenntnis zu Frieden und Demokratie. Zu Recht freuen wir uns und feiern wir diesen Tag, nehmen wir aber auch die Botschaft mit, dass wir alles zu tun haben, dass sich die Geschichte hier nie mehr wiederholen darf.

Vizekanzler und Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft Dr. Reinhold Mitterlehner:
Der achte Mai ist ein Mahnmal gegen Radikalismus, Hetze und Gewalt. Wenn wir die Befreiung Österreichs feiern, gedenken wir auch stets der Opfer eines grausamen Regimes und des Zweiten Weltkrieges.

Bürgermeister der Stadt Wien Dr. Michael Häupl:
Vor 70 Jahren ist unser Land vom Terror des Nationalsozialismus befreit worden. Aus den Trümmern des Krieges ist unser Österreich wieder erstanden. Klar ist, dass wir an der barbarischen Einzigartigkeit der Schoa nicht vorbei können. Klar ist, dass wir mit aller Kraft für ein Europa ohne Kriege eintreten müssen. Unsere Geschichte verpflichtet uns, allen Anfängen von Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus mit aller Entschlossenheit entgegenzutreten.

Vizebürgermeisterin der Stadt Wien Mag.a Maria Vassilakou:
Der 70. Befreiungstag erinnert uns an unsere vordringlichste Aufgabe: Weiter an einem offenen, demokratischen und kritischen Österreich zu bauen. Die Antwort auf Totalitarismus und Menschenverachtung kann nur ein Mehr an Demokratie und Menschenrechte sein.

Wiens Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny:
Wien geht sehr sorgsam mit seiner Geschichte um. Aufgrund unserer Vergangenheit erwächst uns eine besondere Verantwortung für kommende Generationen, damit nie wieder Unrecht von hier, aus unserer Stadt, aus unserem Land ausgeht. Das Datum des 8. Mai soll uns immer daran erinnern, dass Demokratie und Freiheit auch 70 Jahre nach der Befreiung keine Selbstverständlichkeit sind. Das Fest der Freude ist hierfür ein wichtiger Teil dieser Zukunftsarbeit und zeigt, dass Wien eine weltoffene, tolerante Stadt ist.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz:
Die Befreiung des KZ Mauthausen, die Kapitulation des NS-Regimes, das Ende des Zweiten Weltkriegs, die Gründung der Zweiten Republik und die Unterzeichnung des Staatsvertrags sind die Säulen des Gedenk- und Jubiläumsjahres 2015, das der ORF im Rahmen eines umfassenden trimedialen Programmschwerpunkts begleitet und damit einen weiteren wichtigen Beitrag zur lebendigen Erinnerungskultur in diesem Land leistet. Unter dem Motto "Österreich ist frei" stehen derzeit beeindruckende Zeit-Zeugnisse auf dem ORF-Programm, die in der zeitlichen Klammer 1945 – 1955 – 2015 österreichische Geschichte, die unser Jetzt ermöglichte, medial ausleuchten und verantwortungsvoll und nachhaltig aufarbeiten. Die Republiksjubiläen sind zudem ein willkommener Anlass, Österreich zu feiern! Es freut mich daher besonders, dass wir heuer das "Fest der Freude" vom symbolträchtigen Heldenplatz am 8. Mai – dem Jahrestag der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht – nicht nur live in ORF III übertragen und allen Österreicherinnern und Österreichern die Gelegenheit geben, beim offiziellen Festakt und dem Gedenkkonzert der Wiener Symphoniker dabei zu sein, sondern dass das Friedenskonzert, gerade in Zeiten wachsender politischer Spannungen, von unserem Partnersender TV Kultura in Russland ausgestrahlt wird. Auch hiermit setzen wir ein gemeinsames Zeichen für Frieden und Zusammenarbeit in Europa. Dieser Tag ist tatsächlich ein Tag der Freude, weil er das Ende des NS-Terrors und den Sieg über die Diktatur markiert wie kaum ein anderer.

Geschäftsführer der Wiener Symphoniker Johannes Neubert:
Zum 70-Jahr-Jubiläum der Befreiung vom Nationalsozialismus ist es den Wiener Symphonikern ein besonderes Anliegen, am 8. Mai ein "Fest der Freude" zu feiern. Wir möchten – jenseits aller tagespolitischen oder weltanschaulichen Grenzen – einen Beitrag dazu leisten, dass Freiheit und Toleranz die Fundamente unserer Gesellschaft bleiben. Unsere Sprache dafür ist die Sprache der Musik, die Sprache von Beethovens "Ode an die Freude". Beethovens Neunte symbolisiert mit ihrem letzten Satz und dessen vertonter Ode "An die Freude" von Friedrich Schiller wie kaum ein anderes Werk den über allen Menschen stehenden humanistischen Freiheitsgedanken, unabhängig ihrer Herkunft, Nationalität oder Weltanschauung. Diese Symphonie ist ein Appell an uns alle, ein Ausdruck unserer Sehnsucht nach Verbrüderung, nach Freude und Jubel, nach einer Welt ohne Kriege und Zerstörung.

Dirigent der Wiener Symphoniker Philippe Jordan:
Gerade in der politischen Geschichte und der daraus resultierenden Situation wird der Verbrüderung eine große Bedeutung zugesprochen. Mit Beethovens aussagekräftiger Symphonie Nr. 9 möchten wir ein Zeichen des friedlichen Zusammenhalts und Miteinanders setzen. Eröffnet wird das Festkonzert mit der Sokol Fanfare aus der Sinfonietta von Leoš Janáček, dem für mich menschlichsten und ehrlichsten Komponisten.

Fotos und Presseunterlagen zum Fest der Freude 2015 unter http://www.mkoe.at/fest-der-freude

Fotohinweis:
MKÖ/Sebastian Philipp

Rückfragehinweis:
Pressestelle Mauthausen Komitee, The Skills Group
Christiane Fuchs-Robetin
Tel.: +43 / (0)1 /505 26 25-66
E-Mail: fuchs-robetin@skills.at

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Internationale Gedenk- und Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen am 10. Mai 2015

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Presseaussendung vom 04.05.2015

70 Jahre Befreiung des Konzentrationslagers und seiner Außenlager

Heuer jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner 49 Außenlager zum 70. Mal. Aus diesem Anlass findet am Sonntag, dem 10. Mai 2015 die europaweit größte und internationale Gedenk- und Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen statt. Um 11 Uhr startet der traditionelle Gedenkzug über den Appellplatz unter Begleitung von nationalen und internationalen Chören. Der Besuch ist kostenlos und die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt.

Wien/Mauthausen, 4. Mai 2015 – Die Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager wurden Anfang Mai 1945 von US-Truppen befreit. "2015 jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager zum 70. Mal. Es ist nicht nur ein Anlass zum Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors, sondern auch eine Kundgebung gegen jede Art von Intoleranz und Diktatur, gegen Fremdenhass und Antisemitismus, eine Gedenkstunde der Solidarität mit den Opfern von gestern und heute", so Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitee Österreich.

Gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen Comité International de Mauthausen und der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen organisiert das Mauthausen Komitee sämtliche Gedenkfeiern anlässlich der Befreiung des KZ Mauthausen und seiner 49 Außenlager. Nachdem weit über 90 Prozent der Opfer des Lagers Mauthausen weder Deutsche noch Österreicher waren, ist diese Feier von herausragender internationaler Bedeutung und stellt die weitaus größte Gedenk- und Befreiungsfeier weltweit dar. Mehr als 80 Gedenkveranstaltungen werden heuer österreichweit in ehemaligen Konzentrationslagern und an anderen Orten nationalsozialitischen Terrors stattfinden und finden ihren Höhepunkt in der internationalen Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen am 10. Mai 2015 von 11.00 Uhr bis etwa 14.00 Uhr. Erwartet werden zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland.

Anlässlich des 70-Jahre-Jubiläums wird der Gedenkzug über den Appellplatz dieses Jahr von internationalen Chören – aus Österreich, Italien, Deutschland, Russland, Tschechien und Frankreich – unter der Leitung von Alfred Hochedlinger sowie der Militärmusik Oberösterreich begleitet. Die internationale Befreiungsfeier wird mit den Begrüßungsworten des MKÖ-Vorsitzenden, Willi Mernyi, umrahmt und von den Schauspielerinnen Konstanze Breitebner und Mercedes Echerer moderiert. Ab 09:00 Uhr finden zahlreiche Gedenkfeiern und Kundgebungen, der ökumenische Wortgottesdienst sowie die internationale Jugendkundgebung in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen statt.

Jahresthema 2015: Steinbruch und Zwangsarbeit

Seit 2006 widmen sich die Gedenk- und Befreiungsfeiern jedes Jahr einem speziellen Thema, das in Beziehung zur Geschichte des KZ Mauthausen bzw. zur NS-Vergangenheit Österreichs steht. "Der Gegenwartsbezug bildet bei jedem Jahresthema einen essentiellen Bestandteil und soll vor allem für junge Menschen durch die Auseinandersetzung mit der Zeit und Ideologie des Nationalsozialismus auch einen Bezug zu ihrer Erfahrungswelt heute herstellen", so der MKÖ-Vorsitzende Willi Mernyi. Die diesjährigen Gedenk- und Befreiungsfeiern widmen sich dem Thema "Steinbruch und Zwangsarbeit".

Die Steinbrüche prägten die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen, die im KZ Mauthausen inhaftiert waren. Ab 1939 arbeiteten die Häftlinge vor allem in den Steinbrüchen rund um Mauthausen und Gusen (Wiener Graben, Kastenhof, Gusen und Pierbauer). So entwickelten sich diese Steinbrüche zu den größten Granitwerken der "Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DEST)". Zwischen 1941 und 1943 arbeiteten durchschnittlich 3.500 Häftlinge in den Steinbrüchen der DEST bis zu elf Stunden täglich. Die DEST und somit die SS (Schutzstaffel der NSDAP) erwirtschaftete mit der Ausbeutung der Häftlinge in den Steinbrüchen enorme Gewinne. Ab 1943 wurde dann ein Großteil der Häftlinge für die Rüstungsproduktion abgezogen.

Informationen zu den Gedenkefeiern 2015, zum Programm und Jahresthema: http://www.mkoe.at/befreiungsfeier

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Fest der Freude am 8. Mai 2015 ab 19.30 Uhr am Wiener Heldenplatz

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Presseaussendung vom 27.04.2015

Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) veranstaltet in Kooperation mit den Wiener Symphonikern, dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und dem Verein GEDENKDIENST sowie der österreichischen Bundesregierung und der Stadt Wien auch dieses Jahr ein Gratiskonzert zum Tag der Befreiung am 8. Mai 2015 ab 19.30 Uhr am Wiener Heldenplatz. Das Konzert wird in ORF III live übertragen.

Willi Mernyi, Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich: "Am 8. Mai 2015 gedenken wir zum 70. Mal des Tags der Befreiung vom nationalsozialistischen Terrorregime mit einem Fest der Freude. Anfeindungen gegen andere Kulturen und Religionen erleben wir heute aber weiterhin: Rechtspopulistische und rechtsextreme Organisationen und Parteien verbreiten Angst und Hetze. Wichtig ist, dass wir darüber reden und dagegen auftreten. Es soll niemand sagen können 'Das habe ich ja nicht gewusst'."

Eröffnet wird das Fest der Freude mit Videobotschaften von Vertretern der Befreiungsnationen sowie dem Präsidenten des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, Rudolf Edlinger, und dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeine Wien, Oskar Deutsch. Während des Konzerts der Wiener Symphoniker erinnern die Widerstandskämpferin Helga Emperger, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann, Vizekanzler Dr. Reinhold Mitterlehner, Vizebürgermeisterin Mag.ᵃ Maria Vassilakou, Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny und MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi an die Opfer des Nationalsozialismus. Durch die Veranstaltung führt die Schauspielerin Katharina Stemberger.

Das Gratiskonzert der Wiener Symphoniker findet bei jedem Wetter statt. Sitzplätze sind beschränkt vorhanden und vorrangig für Ältere und Menschen mit besonderen Bedürfnissen vorgesehen. Eine Sitzplatzreservierung ist nicht möglich.

Gratiskonzert der Wiener Symphoniker: eine "Ode an die Freude"

Unter der Leitung ihres Chefdirigenten Philippe Jordan eröffnen die Wiener Symphoniker das Fest der Freude mit "Sokol Fanfare" aus der Sinfonietta von Leoš Janáček. Im Verlauf der Veranstaltung bietet das Orchester die Symphonie Nr. 9 von Ludwig van Beethoven gemeinsam mit dem Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde unter der Chorleitung von Johannes Prinz dar. Solistinnen und Solisten sind Michaela Kaune (Sopran), Anke Vondung (Mezzosopran), Burkhard Fritz (Tenor) und Gábor Bretz (Bass).

Johannes Neubert, Geschäftsführer der Wiener Symphoniker zu ihrem Engagement am Fest der Freude: "Zum 70-Jahr-Jubiläum der Befreiung vom Nationalsozialismus ist es den Wiener Symphonikern ein besonderes Anliegen, am 8. Mai ein 'Fest der Freude' zu feiern. Wir möchten – jenseits aller tagespolitischen oder weltanschaulichen Grenzen – einen Beitrag dazu leisten, dass Freiheit und Toleranz die Fundamente unserer Gesellschaft bleiben. Unsere Sprache dafür ist die Sprache der Musik, die Sprache von Beethovens 'Ode an die Freude'. Beethovens Neunte symbolisiert mit ihrem letzten Satz und dessen vertonter Ode 'An die Freude' von Friedrich Schiller wie kaum ein anderes Werk den über allen Menschen stehenden humanistischen Freiheitsgedanken, unabhängig ihrer Herkunft, Nationalität oder Weltanschauung. Diese Symphonie ist ein Appell an uns alle, ein Ausdruck unserer Sehnsucht nach Verbrüderung, nach Freude und Jubel, nach einer Welt ohne Kriege und Zerstörung."

"Gerade in der politischen Geschichte und der daraus resultierenden Situation wird der Verbrüderung eine große Bedeutung zugesprochen. Mit Beethovens aussagekräftiger Symphonie Nr. 9 möchten wir ein Zeichen des friedlichen Zusammenhalts und Miteinanders setzen. Eröffnet wird das Festkonzert mit der 'Sokol Fanfare' aus der Sinfonietta von Leoš Janáček, dem für mich menschlichsten und ehrlichsten Komponisten", so Chefdirigent der Wiener Symphoniker, Philippe Jordan, über die Auswahl der Werke.

TV-Premiere für das Fest der Freude: ORF III berichtet live vom Wiener Heldenplatz

Für alle, die dem Fest der Freude nicht selbst beiwohnen können, überträgt der ORF im Rahmen seines umfassenden Programmschwerpunkts zu den Republiksjubiläen (alle Details unter http://presse.orf.at/) das bedeutende Ereignis via ORF III Kultur und Information erstmals live und in voller Länge im TV. "Erlebnis Bühne"-Host Barbara Rett, ORF-III-Chefredakteur Christoph Takacs sowie "Kultur Heute"-Gastgeber Ani Gülgün-Mayr und Peter Fässlacher begrüßen in einem "ORF-III-Spezial" ab 18.30 Uhr abwechselnd Politiker, Künstler und Zeitzeugen von den Angelpunkten des Heldenplatzes, u. a. vom historischen Balkon über dem Eingang der Nationalbibliothek, und sprechen mit ihren Gästen über das wichtige Datum als bedeutendster Markstein der Zweiten Republik.

Ab 19.40 Uhr steht die live-zeitversetzte Übertragung des Festaktes auf dem Programm von ORF III, gefolgt vom Konzert der Wiener Symphoniker unter der Leitung des neuen Chefdirigenten Philippe Jordan, das ab 20.15 Uhr gezeigt wird. Für die Bildregie zeichnet Felix Breisach verantwortlich. Als Einstimmung auf die abendliche Live-Strecke präsentiert ORF III am 8. Mai bereits ab 15.10 Uhr ein hochkarätiges Rahmenprogramm aus Dokumentationen und noch nie ausgestrahlten Zeitzeugengesprächen ganz im Zeichen des historischen Datums. Das Fest der Freude wird außerdem auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at/) als Live-Stream angeboten und ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar. Außerdem übernimmt der russische TV-Sender Kultura am 8. Mai die ORF-III-Übertragung vom Heldenplatz.

"Die Befreiung des KZ Mauthausen, die Kapitulation des NS-Regimes, das Ende des Zweiten Weltkriegs, die Gründung der Zweiten Republik und die Unterzeichnung des Staatsvertrags sind die Säulen des Gedenk- und Jubiläumsjahres 2015, das der ORF im Rahmen eines umfassenden trimedialen Programmschwerpunkts begleitet und damit einen weiteren wichtigen Beitrag zur lebendigen Erinnerungskultur in diesem Land leistet", sagt ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz. Und weiter: "Unter dem Motto 'Österreich ist frei' stehen in den nächsten Wochen beeindruckende Zeit-Zeugnisse auf dem ORF-Programm, die in der zeitlichen Klammer 1945 – 1955 – 2015 österreichische Geschichte, die unser Jetzt ermöglichte, medial ausleuchten und verantwortungsvoll und nachhaltig aufarbeiten. Die Republiksjubiläen sind zudem ein willkommener Anlass, Österreich zu feiern! Es freut mich daher besonders, dass wir heuer das Fest der Freude vom symbolträchtigen Heldenplatz am 8. Mai – dem Jahrestag der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht – nicht nur live in ORF III übertragen und allen Österreicherinnen und Österreichern die Gelegenheit geben, beim offiziellen Festakt und dem Gedenkkonzert der Wiener Symphoniker dabei zu sein, sondern dass das Friedenskonzert, gerade in Zeiten wachsender politischer Spannungen, von unserem Partnersender TV Kultura in Russland ausgestrahlt wird. Auch hiermit setzen wir ein gemeinsames Zeichen für Frieden und Zusammenarbeit in Europa. Dieser Tag ist tatsächlich ein Tag der Freude, weil er das Ende des NS-Terrors und den Sieg über die Diktatur markiert wie kaum ein anderer", so Wrabetz.

Mit dem ÖBB-Spezialticket zum Fest der Freude

Um auch den Österreicherinnen und Österreichern aus den Bundesländern den Besuch des Fest der Freude am 8. Mai in Wien zu ermöglichen, bietet die ÖBB Sonderpreise für Gruppen sowie ein Spezialangebot an. Dieses enthält die Bahnfahrt 2. Klasse nach Wien und retour, eine Hotelübernachtung und ein 24 Stunden-Ticket der Wiener Linien zum Preis von 109 Euro.

Internationale Gedenk- und Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Die Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen und der Nebenlager wurden Anfang Mai 1945 von US-Truppen befreit. "2015 jährt sich auch die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager zum 70. Mal. Es ist nicht nur ein Anlass zum Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors, sondern auch eine Kundgebung gegen jede Art von Intoleranz und Diktatur, gegen Fremdenhass und Antisemitismus, eine Gedenkstunde der Solidarität mit den Opfern von gestern und heute", so MKÖ-Vorsitzender Mernyi.

Gemeinsam mit seiner Partnerorganisation Comité International de Mauthausen und weiteren Organisationen veranstaltet das Mauthausen Komitee die gesamten Gedenkfeiern anlässlich der Befreiung des KZ-Mauthausen und seiner 49 Aussenlager. Mehr als 80 Gedenkveranstaltungen werden heuer österreichweit in ehemaligen Konzentrationslagern stattfinden und finden ihren Höhepunkt in der Internationalen Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen am 10. Mai 2015 von 11.00 Uhr bis etwa 14.00 Uhr.

Anlässlich des 70-Jahre-Jubiläums wird der Gedenkzug über den Appellplatz heuer von internationalen Chören – oberösterreichische Chöre, italienischer, deutscher und tschechisch-französischer Chor – unter der Leitung von Alfred Hochedlinger sowie der Militärmusik Oberösterreich begleitet.

Die diesjährigen Gedenk- und Befreiungsfeiern widmen sich heuer dem Thema "Steinbruch und Zwangsarbeit"."Der Gegenwartsbezug bildet bei jedem Jahresthema einen essentiellen Bestandteil und soll vor allem für junge Menschen durch die Auseinandersetzung mit der Zeit und Ideologie des Nationalsozialismus auch einen Bezug zu ihrer Erfahrungswelt heute herstellen", erklärt Mernyi.

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Studie: Toleranz in Österreich groß geschrieben – bei Religion scheiden sich die Geister

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Presseaussendung 27.04.2015

Österreichweite Studie ermittelte Toleranz gegenüber Homosexualität, Religionen, ethnischer Herkunft und Hautfarbe, Behinderung. – 1.000 Befragte

  • Österreicher/innen schätzen sich selbst als sehr tolerant ein – aber bewerten die anderen als intolerant.
  • Toleranz gegenüber Homosexualität ist stark entwickelt.
  • Ethnische Herkunft und Hautfarbe sind in vielen Lebenssituationen kein Thema (mehr).
  • Aber: Mehrheitlich Intoleranz gegenüber anderen Religionen ist vorhanden.

Wien, 27. April 2015 – Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Befreiung vom nationalsozialistischen Regime hat das Mauthausen Komitee Österreich erhoben, wie es heute um die Toleranz in unserem Land bestellt ist. "Toleranz ist ein Gradmesser dafür, wie entwickelt eine Gesellschaft ist. Je toleranter Menschen sind, desto weniger sind sie empfänglich für autoritäre Handlungsmuster – und umgekehrt", so der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich, Willi Mernyi, zum Hintergrund der Studie. Das Meinungsforschungsinstitut meinungsraum.at hat dazu 1.000 Österreicherinnen und Österreicher zu heiklen Toleranzthemen befragt – gegliedert in die Bereiche Sexualität, ethnische Herkunft und Hautfarbe, Religion, Geschlecht und Behinderung.

Insgesamt stellt die Studie den Österreicherinnen und Österreichern bei Toleranz ein gutes Zeugnis aus: Die Österreicher/innen sind toleranter, als viele Menschen glauben. So hätten beispielsweise drei von vier Landsleuten (72 %) kein Problem damit, wenn eine Frau aus der eigenen Familie einen Schwarzafrikaner heiratet. Ebenso sind Homosexualität und gleichgeschlechtliche Ehe von drei Viertel der Bevölkerung akzeptiert – auch im eigenen Familienkreis. Nur rund ein Viertel der Bevölkerung ist bei vielen dieser Themen eindeutig auf der Seite der Intoleranz.

Einzig beim Thema Religion zeigt sich eine deutliche Mehrheit intolerant – insbesondere gegenüber Muslimen: So hätten etwa zwei Drittel der Österreicher/innen (65 %) ein Problem damit, wenn jemand aus der Familie zum Islam übertreten will.

Eine große Kluft besteht zwischen Selbstbild und Fremdbild: Die Österreicher/innen schätzen sich selbst als sehr tolerant ein (72 %), bewerten die Mehrheit ihrer Landsleute aber als intolerant (60 %).

"Österreich wird toleranter, und das ist eine gute Nachricht. Die Studie zeigt dass die unermüdliche Aufklärungsarbeit vieler Menschen und Institutionen Früchte getragen hat, etwa bei Toleranz gegenüber Homosexualität oder Menschen mit Migrationshintergrund. Aufholbedarf gibt es dagegen noch bei der Toleranz gegenüber den Religionen. In diesem Bereich müssen wir dafür sorgen, dass radikale Strömungen und Diskriminierung keine Chance haben", so Mernyi.

Die Ergebnisse im Detail: Homosexualität wird in Österreich in der Regel toleriert

Die Studienergebnisse zeigen, dass nur 22 Prozent der Österreicher/innen ein Problem damit haben, wenn jemand aus der eigenen Familie sich zur Homosexualität bekennt. Sogar die Ehe von Homosexuellen im eigenen Familienkreis ist gesellschaftlich akzeptiert: Drei von vier Österreicher/innen (77 %) würden sich nicht daran stoßen, wenn eine Frau aus der eigenen Familie eine andere Frau heiratet, 71 Prozent hätten kein Problem damit, wenn ein Mann aus dem eigenen Familienkreis einen anderen Mann heiratet. Auch die Adoption von Kindern durch Homosexuelle ist schon innerhalb der Toleranzgrenze: Eine deutliche Mehrheit (59 %) stört das nicht. Aus aktuellem Anlass wurde auch abgefragt, was die Österreicherinnen und Österreicher darüber denken, wenn sich zwei lesbische Frauen im Lokal küssen: Auch das gehört für rund drei Viertel (72 %) der Österreicher/innen bereits zur Normalität.

Ethnische Herkunft und Hautfarbe in vielen Situationen keine Thema

82 Prozent der österreichischen Bevölkerung haben kein Problem damit, wenn der Zahnarzt, der sie behandeln soll, Schwarzafrikaner wäre. Ebenso sehen es etwa mehr als drei Viertel der heimischen Bevölkerung (79 %) gelassen, wenn sie im Spital von einem Arzt türkischer Herkunft operiert würden. Studienleiterin von meinungsraum.at Christina Matzka: "Ein interessanter Aspekt ist, dass hier auch über 80 Prozent der Generation 60 plus kein Problem damit haben, von einem Zahnarzt mit schwarzafrikanischen Wurzeln (83 %) oder Arzt mit türkischer Herkunft (82 %) behandelt zu werden."

Knapp drei Viertel der Befragten in Österreich (73 %) haben auch kein Problem damit, von einem Araber ein Gebrauchtauto zu kaufen und mehr als die Hälfte (58 %) stört es nicht, wenn die Verkäuferin im Geschäft ein Kopftuch trägt.

Österreichs Toleranzgrenze verläuft beim Thema Religion

Die größten Probleme haben die Österreicher/innen mit der Religionsausübung anderer Menschen: So finden es mehr als die Hälfte (65 %) problematisch, wenn jemand aus der Familie zum Islam übertreten will, ebenso würde es 64 Prozent stören, wenn in der Nachbarschaft eine Moschee gebaut würde. "Hier fließen natürlich die aktuellen Konflikte um radikale Islamisten ein", erklärt Studienleiterin Christina Matzka von meinungsraum.at. Intoleranz ist aber auch gegenüber anderen Religionen vorhanden: So hätten 4 von 10 Österreicher/innen (42 %) ein Problem mit der Errichtung eines Buddhistischen Zentrums in der Nachbarschaft. Dazu der MKÖ-Vorsitzende Willi Mernyi: "Wir orten in Österreich eine massiv negative Stimmung gegenüber einzelnen Religionen. Das ist eine sehr besorgniserregende Entwicklung, der man mit Maßnahmen entgegentreten muss. Hier hat Österreich definitiv Aufholbedarf."

Geschlecht und Behinderung in Toleranz-Fragen nicht (mehr) relevant

Absolut eindeutig fielen die Antworten zu den Themen Geschlecht und Behinderung aus: 94 Prozent in Österreich stört es nicht, wenn sie in der Schule oder in der Arbeit eine Kollegin oder einen Kollegen im Rollstuhl bekommen würden. Und 90 Prozent sowohl der Frauen als auch der Männer in Österreich haben kein Problem damit, eine Frau als Chefin zu bekommen. Dazu Christina Matzka: "Bei diesem Thema sieht man, dass viele Aufklärungskampagnen und gute Vorbilder gegriffen haben und – zumindest in den Köpfen der Menschen – die volle Akzeptanz von Menschen mit Beeinträchtigungen sowie Gleichstellung der Frauen immer mehr zur Selbstverständlichkeit geworden sind."

Junge und Frauen sind toleranter als Männer mittleren Alters

Frauen sind signifikant toleranter als Männer bei allen abgefragten Themen, auch beim Kopftuch. Besonders junge Menschen (14 bis 29 Jahre) und Pensionist/innen (60 plus) zeichnen sich in einigen Bereichen durch hohe Toleranz aus. Eine Ausnahme bei den älteren Menschen ist die Homosexualität: Hier sind ältere Menschen intoleranter als der Durchschnitt.

Berufstätige Männer sind deutlich intoleranter als der Durchschnitt. Christina Matzka führt dieses Denken auf die Lebensumstände, in denen sich die Menschen befinden, zurück: "Wer im Berufsleben gestresst ist, Angst vor Arbeitsplatzverlust hat und unter Druck steht, der ist häufig intoleranter. Junge dagegen sind aufgeschlossener und unbekümmerter, Pensionisten bereits entspannter und gelassener."

Studie "Toleranz in Österreich – eine Bestandsaufnahme"

Zur Ermittlung der Toleranzgrenze wurden mehrere gesellschaftliche Bereiche untersucht, in denen Toleranz ein Thema ist: Homosexualität, Hautfarbe und ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion sowie Behinderung. 1.000 Österreicherinnen und Österreicher wurden repräsentativ für die Gesamtbevölkerung befragt. Die Umfrage wurde von meinungsraum.at im Auftrag des Mauthausen Komitees im April 2015 durchgeführt.

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