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Aktuelles

Mauthausen Komitee über die nächsten "Einzelfälle": FPÖ bringt antisemitisches Hetzblatt ins Linzer Rathaus

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MKÖ-Vorsitzender Mernyi: "Diese Partei ist eine Schande für Österreich!"

"Die FPÖ will in die Regierung und unterstützt gleichzeitig übelsten Antisemitismus", stellt Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ), fest. Er bezieht sich damit auf rechtsextreme Magazin "Info-Direkt". Dieses Blatt prangert in NS-Manier Juden als "Hintermänner der Globalisierung" an und verbreitet rassistische Verschwörungstheorien. Wegen solcher Inhalte sagte die Stadt Linz kürzlich nach einer Protestwelle ein "Lesertreffen" von "Info-Direkt" im Volkshaus Kleinmünchen ab.

Jetzt bringt die FPÖ das antisemitische Hetzblatt ersatzweise ins Alte Rathaus: Dort soll nächste Woche eine Podiumsdiskussion – ausgerechnet über Meinungsfreiheit! – stattfinden. Auf dem Podium nehmen neben "Info-Direkt"-Miteigentümer Jan Ackermeier FPÖ-Nationalratsabgeordneter Roman Haider und FPÖ-Bundesrat Michael Raml Platz. "Auch die beiden blauen Politiker haben ihr seltsames Verhältnis zur Meinungsfreiheit schon bewiesen", betont Mernyi. "Raml wurde durch die Aussage bekannt, nicht alles in der NS-Zeit sei falsch gewesen. Und Haider erzwang erst heuer mit Drohungen den Abbruch eines Schulvortrags, weil der Einfluss rechtsextremer Burschenschaften auf die FPÖ erwähnt wurde. Der Landesschulrat hat klargestellt, dass dieser Abbruch unzulässig war."

Noch eine andere Tatsache beweist die enge Verbindung der FPÖ zu "Info-Direkt" und zum militanten Rechtsextremismus: Ulrich Püschel ist ebenfalls Miteigentümer des Magazins, außerdem Büroleiter des Linzer FPÖ-Verkehrsstadtrates Markus Hein und wie sein Chef Mitglied der rechtsextremen Burschenschaft "Arminia Czernowitz". Püschel nimmt auch gern an Demonstrationen der rechtsextremen "Identitären" teil, etwa in Spielfeld, am Wiener Westbahnhof und am Kahlenberg.

"Man könnte jetzt wieder einmal fragen, was denn der freiheitliche Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner zu diesen x-ten "Einzelfällen" in seiner Landespartei sagt", so der MKÖ-Vorsitzende. "Aber diese Frage wäre absurd, ist doch Haimbuchner selbst einschlägig aufgefallen: etwa indem er im Vorjahr mit einer Festrede einen hochrangigen SS-Führer geehrt hat. Der "Narrensaum", von dem er gerne verharmlosend spricht, umfasst in Wahrheit auch ihn selbst."

Mernyi sieht in der ewiggestrigen Veranstaltung im Alten Rathaus "einen eklatanten Missbrauch des Fraktionsrechts und eines öffentlichen Gebäudes". Er erwartet, dass der Linzer Bürgermeister Klaus Luger und alle demokratischen Kräfte "diesen Missbrauch scharf verurteilen". Laut dem MKÖ-Vorsitzenden "steckt die FPÖ tief im rechtsextremen und antisemitischen Sumpf. Sie ist eine Schande für Österreich und hat in keiner Regierung etwas verloren!"

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Offener Brief an Bundespräsident Alexander Van der Bellen

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Die Bürgermeister der Bewusstseinsregion Mauthausen – Gusen – St. Georgen richten in einem Offenen Brief einen wichtigen Appell an Bundespräsident Alexander Van der Bellen (Klick zum Vergrößern):

Offener Brief an Bundespräsident Alexander Van der Bellen

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Rechtsextremes Treffen in Linz: MKÖ fordert sofortige Absage

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Pressemitteilung vom 09.11.2017

Rechtsextremes Treffen in Linzer Volkshaus:
Mauthausen Komitee fordert von Bürgermeister Luger sofortige Absage
MKÖ-Mernyi: "Antisemitische Hetze und Aufruf zur Selbstjustiz dürfen nicht geduldet werden!"

Wohl nicht wie ursprünglich angekündigt am 15. November, sondern am 22. November soll im Volkshaus Kleinmünchen der Stadt Linz ein "Lesertreffen" des rechtsextremen Magazins "Info-Direkt" stattfinden. Der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ), Willi Mernyi, fordert jetzt im Namen der Mauthausen-Überlebenden vom Linzer Bürgermeister Klaus Luger und von der für Volkshäuser zuständigen Stadträtin Regina Fechter (beide SPÖ) die sofortige Absage der Veranstaltung: "Wer so etwas in öffentlichen Räumen zulässt, macht sich der Verbreitung von rassistischen Verschwörungstheorien und übelstem Antisemitismus mitschuldig! Einmal im Jahr bei Gedenkstätten Kränze niederlegen, aber die Augen vor dem aktuellen Rechtsextremismus aus Rücksicht auf die FPÖ fest verschließen - das geht einfach nicht", so Mernyi.

"Info-Direkt" prangert in NS-Manier Juden an und nennt Journalisten "Schreibhuren"

Der MKÖ-Vorsitzende rät Luger und Fechter, die Beurteilung von "Info-Direkt" nicht an den bei bräunlichen Umtrieben bekannt "toleranten" Verfassungsschutz abzuschieben, sondern sich aufgrund der Inhalte dieses Blattes selbst ein Bild zu machen. "Da werden als 'Hintermänner der Globalisierung' in NS-Manier Juden angeprangert - Zitat 'The House of Rothschild oder gar George Soros höchstpersönlich'. Ihnen wird unterstellt, die 'systematische Flutung Europas mit fremden Menschen' zu betreiben, um eine 'heterogene, entwurzelte Menschenrasse' zu schaffen", schildert Willi Mernyi. "Für 'Info-Direkt' ist auch sonst keine Verschwörungstheorie zu absurd: Zum Beispiel wird unterstellt, die US-Führung habe die Terroranschläge vom 11. September 2001 selbst inszeniert oder hinter den Ebola-Epidemien steckten 'amerikanische Interessen'. Natürlich wird nicht der geringste Beweis für all den hetzerischen Unsinn geliefert."

Wenig überrascht es den MKÖ-Vorsitzenden, dass die Verfasser von "Info-Direkt" nicht nur beste Beziehungen zur FPÖ, sondern auch den rechtsextremen Kongress "Verteidiger Europas" in Linz mitorganisiert haben. Dieser löste im Herbst des Vorjahres wochenlang breite Proteste aus - KZ-Überlebende aus vielen Ländern meldeten sich ebenso zu Wort wie zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus Politik, Kirche, Kunst und Wissenschaft.

Unerträglich nennt Mernyi auch einen offenen Aufruf von "Info-Direkt" zur Selbstjustiz: Bei Einbrüchen möge man im Zweifelsfall schießen - "Besser die Waffe in der Hand als den Polizisten am Telefon". Äußerst abfällig schreibt "Info-Direkt" über demokratische Medien: Diese seien die "Lügenpresse", deren Journalisten "Schreibhuren". Was das Magazin nicht hindert, Artikel oder Artikelteile aus der "Lügenpresse" wortwörtlich, aber ohne Quellenangabe abzuschreiben.

Der Vorsitzende des Mauthausen Komitees fasst zusammen: "Die Inhalte von 'Info-Direkt' und damit auch seinem geplanten 'Lesertreffen' sind eindeutig antisemitisch, rassistisch, menschenverachtend und demokratiefeindlich. Linz hat das nicht verdient - und schon gar nicht in einer Einrichtung der Stadt!", betont Mernyi.

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Am Jahrestag der "Reichspogromnacht": Rekord von FPÖ-Abgeordneten aus rechtsextremen Verbindungen

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Pressemitteilung vom 08.11.2017

Mauthausen Komitee warnt vor Gefahr für Österreich

Der neue Nationalrat tritt am 9. November erstmals zusammen - dem Jahrestag der "Reichspogromnacht", in der die Nationalsozialisten 1938 mit größter Brutalität die wehrlose jüdische Minderheit angegriffen haben. "Das Datum der Konstituierung des Nationalrats könnte ein Symbol dafür sein, dass unsere Republik auf der bedingungslosen Ablehnung des Nationalsozialismus und auf der Erinnerung an das Leid seiner Opfer beruht", sagt Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). "Die FPÖ sorgt allerdings für eine ganz andere Symbolik: Auf ihrer Liste ziehen so viele Mitglieder deutschnationaler und rechtsextremer Verbindungen in den Nationalrat ein wie noch nie."

Die ewiggestrigen Umtriebe der verschiedenen Burschenschaften und Corps sind bestens dokumentiert, ganz aktuell durch das umfangreiche Sachbuch "Stille Machtergreifung" von Hans-Henning Scharsach. "Auch die berüchtigste rechtsextreme Burschenschaft, die 'Olympia', wird wieder mit zwei FPÖ-Abgeordneten im Nationalrat vertreten sein", stellt der MKÖ-Vorsitzende fest. "Martin Graf und Harald Stefan sind 'Olympen', wie sie im Buche stehen. Ihre Verbindung hat immer wieder übelste braune Hetzer eingeladen, etwa den verurteilten Holocaust-Leugner David Irving, der in Österreich eine Haftstrafe verbüßen musste und jetzt Einreiseverbot hat. Oder den mittlerweile verstorbenen neonazistischen Liedermacher Michael Müller, der durch sein Lied 'Mit sechs Millionen Juden, da fängt der Spaß erst an' die Opfer des Holocaust in abstoßendster Weise verhöhnt hat", so Mernyi.

"Ein größerer Gegensatz als zwischen dem Jahrestag der 'Reichspogromnacht' und dem Einzug zahlreicher Vertreter rechtsextremer Verbindungen in den Nationalrat ist nicht denkbar. Noch schlimmer wäre, wenn solche Leute in Regierungsverantwortung gelangen. Leider zeichnet sich das ab. Die demokratische Öffentlichkeit wird viel zu tun haben, damit nicht aus einer Schande eine große Gefahr für Österreich wird. Das Mauthausen Komitee ist entschlossen, die menschenverachtenden Tendenzen im Sinne des Vermächtnisses der Mauthausen-Überlebenden konsequent zu bekämpfen", erklärt der MKÖ-Vorsitzende.

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Recherchen legen tiefe Verstrickung der FPÖ-Parteispitze in Rechtsextremismus offen

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System der gegenseitigen Förderung von FPÖ und neonazinahen Kreisen

In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben SOS Mitmensch, das Mauthausen Komitee Österreich, das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, und der Autor Hans-Henning Scharsach neue Recherchen über die Verstrickung der FPÖ in Rechtsextremismus veröffentlicht. Unter anderem wurde ein Dossier präsentiert, das ein bereits seit Jahren bestehendes System der gegenseitigen Forderung von FPÖ-Parteiführung und neonazinahen Kreisen offenlegt.

Symbiotische Beziehung zwischen FPÖ und neonazinaher "Aula"
"Unsere Recherchen decken auf, dass die FPÖ-Parteiführung unter Obmann Strache seit Jahren neonazinahe Kreise mitfinanziert und sich zugleich von diesen Kreisen fördern lässt", berichtet Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch. Pollak verweist auf ein Recherchedossier, das die Menschenrechtsorganisation erstellt hat. "Anhand zahlreicher Fallbeispiele belegen wir, wie die FPÖ-Parteispitze und das neonazinahe Magazin "Aula" Hand in Hand kooperieren und daran mitwirken, Antisemitismus, blanken Rassismus und tiefe Frauenfeindlichkeit zu verbreiten und Sympathien für ehemalige Nazigrößen und heutige neonazistische Organisationen zu wecken", erklärt Pollak.

70 rechtsextreme Fälle in kurzer Zeit
Die tiefe Verstrickung der FPÖ in Rechtsextremismus bestätigt auch das Mauthausen Komitee Österreich. Christa Bauer, Geschäftsführerin des Mauthausen Komitees, verweist auf rund 70 rechtsextreme Fälle innerhalb der FPÖ in kurzer Zeit, die vom überparteilichen Verein in einer Broschüre zusammengetragen wurden. "Und das sind längst nicht alle Fälle. Es gibt nicht genug Kreide für FPÖ-Partei-Obmann HC Strache, um diese Skandale harmlos zu reden", betont Bauer.

FPÖ von völkischen Verbindungen dominiert
Auf Veränderungen in der politisch-ideologischen Verortung der FPÖ seit deren letzter Regierungsbeteiligung weist das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes hin. "Anders als 1999 wird die heutige FPÖ auf höchster Ebene von Burschenschaftern und anderen Mitgliedern völkischer Studentenverbindungen dominiert. Strache stützt sich seit seiner Übernahme der Obmannschaft 2005 auf sie, was auch in programmatischer Hinsicht Niederschlag gefunden hat. Auch jenseits davon zeigt die Strache-FPÖ keine Berührungsängste mit dem außerparlamentarischen Rechtsextremismus und fördert ihn sogar in vielfältiger Weise", erklärt Bernhard Weidinger, Rechtsextremismusexperte des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes

Unaufgearbeitete Neonazi-Vergangenheit
Für den Journalisten und Buchautor Hans-Henning Scharsach spielt die großteils unaufgearbeitete Vergangenheit von FPÖ-Obmann Strache im Neonazimilieu eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der FPÖ unter seiner Obmannschaft. "Strache hat seine neonazistische Vergangenheit immer wieder bestritten. Polizeiprotokolle belegen, dass er mit dem radikalsten und gewaltbereitesten Teil der Neonazi-Szene gemeinsame Sache gemacht hat", erklärt Scharsach.

FPÖ nicht vertrauenswürdig
"Unsere Untersuchungen sind wohl nur die Spitze eines Eisberges, doch bereits diese Spitze zeigt den massiven Vertrauensbruch der FPÖ-Parteiführung. Strache, Hofer, Haimbuchner und viele mehr in der FPÖ wirken seit Jahren intensiv daran mit, extremistische Gesinnung systematisch mitzufinanzieren, zu fördern und zu hofieren. Eine Parteiführung, die das tut, ist nicht vertrauenswürdig und sollte nicht an die Hebel der Regierungsmacht befördert werden", betont SOS Mitmensch-Sprecher Pollak.

Das Gesamtdossier zum gegenseitigen Fördersystem zwischen FPÖ und neonazinaher "Aula" finden Sie hier zum Download

Die kostenlose Broschüre des Mauthausen Komitee Österreich steht hier zum Download zur Verfügung

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FPÖ-Abgeordneter bestätigt nun Richtigkeit der "Einzelfälle"-Broschüre

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Pressemitteilung vom 06.10.2017

Mauthausen Komitee wehrte sich gegen Rufschädigung:
FPÖ-Abgeordneter bestätigt nun Richtigkeit der "Einzelfälle"-Broschüre

Die Taktik der FPÖ, unangenehme Wahrheiten über sich als "Fake News" abzutun, ist jetzt an der Realität gescheitert.

Die Vorgeschichte: Im August hatte das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) die Broschüre "Lauter Einzelfälle?" veröffentlicht, die 59 rechtsextreme Aktivitäten von FPÖ-Politikern schildert. (Kürzlich wurde die Dokumentation um neun weitere "Einzelfälle" aus den letzten acht Wochen ergänzt.)

Manfred Haimbuchner, blauer Landeshauptmann-Stellvertreter aus Oberösterreich – er scheint selbst in der Broschüre auf, weil er einen hohen SS-Führer mit einer Festrede geehrt hat – meinte dazu: "Ich halte nichts vom Mauthausen Komitee." Sein Parteifreund, der oberösterreichische Nationalratsabgeordnete Gerhard Deimek, stand ihm auf Twitter zur Seite: "Nachdem die Publikation der Fälle Fake & gelogen ist, hat Haimbucher (sic!) recht." Auch Deimek scheint – wegen des Verbreitens von Hetzpropaganda – in der Broschüre auf.

Das Mauthausen Komitee, das das Vermächtnis der Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen vertritt, ließ den Vorwurf der Lüge und Fälschung ("Fake") nicht auf sich sitzen. MKÖ-Anwältin Maria Windhager forderte Deimek ultimativ auf, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben und auf Twitter zu widerrufen. Deimek blieb nichts übrig, als seine völlig aus der Luft gegriffene Behauptung zurückzuziehen und damit die Richtigkeit der "Einzelfälle"-Broschüre zu bestätigen. Selbstverständlich trägt er auch die Anwaltskosten.

Eine Blamage ist dieser Canossagang nicht nur für Deimek und Haimbuchner, sondern für die gesamte FPÖ. "Wir begrüßen, dass ein FPÖ-Abgeordneter einsieht, wie berechtigt die Kritik an den rechtsextremen Umtrieben seiner Partei ist", sagt MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi. "Wenn ihm andere hochrangige Freiheitliche folgen und nach der Einsicht auch die Besserung kommt, wird aus der FPÖ vielleicht doch noch einmal eine demokratische Partei ohne ewiggestrige Gesinnung."

Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung von Abg. DI Deimek

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Neun neue FPÖ-"Einzelfälle" in nur acht Wochen

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Mauthausen Komitee muss Broschüre "Lauter Einzelfälle? Die FPÖ und der Rechtsextremismus" ergänzen:
Neun neue FPÖ-"Einzelfälle" in nur acht Wochen

Und wieder sind Rassismus, Antisemitismus und NS-Wiederbetätigung Teil der "Einzelfälle": Es wird die Wiedereröffnung des Konzentrationlagers Mauthausen gefordert, Nazi-Diktion wie "Saujuden" wird verwendet und es wird gegen Kinder mit "falscher" Herkunft gehetzt.
In den acht Wochen seit der Veröffentlichung der Broschüre "Lauter Einzelfälle? Die FPÖ und der Rechtsextremismus" haben FPÖ-Politiker für gleich neun neue "Einzelfälle" gesorgt.

Im August hat das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) eine Broschüre über rechtsextreme Aktivitäten von FPÖ-Politikern veröffentlicht. Diese Broschüre stellt rund 60 "Einzelfälle" aus der jüngeren Vergangenheit dar. Ein enormes Medienecho und eine breite Debatte waren die Folge. Nun muss das Mauthausen Komitee diese Broschüre bereits ergänzen: In den acht Wochen seit Redaktionsschluss haben FPÖ-Politiker für gleich neun neue "Einzelfälle" gesorgt.

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Mauthausen Komitee muss Broschüre ergänzen: Neun neue FPÖ-"Einzelfälle" in nur acht Wochen

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Pressemitteilung vom 03.10.2017

Mauthausen Komitee muss Broschüre ergänzen: Neun neue FPÖ-"Einzelfälle" in nur acht Wochen

Im August hat das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) eine Broschüre über rechtsextreme Aktivitäten von FPÖ-Politikern veröffentlicht. Diese Broschüre stellt rund 60 "Einzelfälle" aus der jüngeren Vergangenheit dar. Ein enormes Medienecho und eine breite Debatte waren die Folge. Nun muss das Mauthausen Komitee diese Broschüre bereits ergänzen: In den acht Wochen seit Redaktionsschluss haben FPÖ-Politiker für gleich neun neue "Einzelfälle" gesorgt.

Und wieder sind Rassismus, Antisemitismus und NS-Wiederbetätigung Teil der "Einzelfälle": Es wird die Wiedereröffnung des Konzentrationlagers Mauthausen gefordert, Nazi-Diktion wie "Saujuden" wird verwendet und es wird gegen Kinder mit "falscher" Herkunft gehetzt.

"Es ist eine Schande, dass die FPÖ sogar Volksschulkinder an den Pranger stellt, wenn deren Eltern zugewandert sind", bezieht sich MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi auf zwei der geschilderten Fälle. "Bundesparteiobmann Strache hat sich selbst an dieser widerlichen Stimmungsmache beteiligt."

"FPÖ-Tschürtz zeigt hochgradige Demokratieunfähigkeit"

Ein "Hotspot" ist derzeit das Burgenland: Bei den dortigen Gemeinderatswahlen kandidierten drei FPÖ-Politiker, die durch rassistische, antisemitische und neonazistische Umtriebe aufgefallen sind. "In der Partei will niemand davon gewusst haben, obwohl die drei Rechtsextremisten seit Jahren einschlägig aktiv waren", ist Mernyi erstaunt. "Zwei der drei wurden auch schon strafrechtlich verurteilt – einer wegen NS-Wiederbetätigung, einer wegen Verhetzung. Bezeichnenderweise hat der freiheitliche Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz zu diesen beiden Fällen geschwiegen und zum dritten nur gemeint, wenn keine strafrechtliche Verurteilung vorliege, interessiere ihn das nicht. Damit will er nicht nur die Öffentlichkeit für dumm verkaufen, sondern zeigt auch eine hochgradige Demokratieunfähigkeit."

Ebenso scharf kritisiert das Mauthausen Komitee Norbert Hofer: Der Dritte Nationalratspräsident hatte während einer Fernsehdebatte die Europäische Menschenrechtskonvention in Frage gestellt, weil diese angeblich die Todesstrafe zulasse. Letztere Behauptung erwies sich rasch als falsch. "Hofer ist seines Amtes nicht würdig, wenn er versucht, mit einer Unwahrheit eine Grundlage der österreichischen Verfassung und der europäischen Einigung schlecht zu machen", sagt Mernyi. "Aber damit setzt er den bisherigen FPÖ-Kurs fort: Strache und Kickl haben ja schon ausdrücklich eine Einschränkung der Menschenrechte verlangt."

"Rechtsextreme Aktivitäten der FPÖ werden nicht plötzlich enden"

"Von einer Mäßigung der FPÖ kann keine Rede sein – ganz im Gegenteil", fasst der MKÖ-Vorsitzende die dokumentierten "Einzelfälle" zusammen. "In nur acht Wochen neun neue "Einzelfälle" sind selbst für die FPÖ ein trauriger Rekord."

Nachstehend die neuen "Einzelfälle" – sie sind auch unter www.mkoe.at/neun-neue-fpo-einzelfalle-in-nur-acht-wochen abrufbar!

August 2017

Einzelfall 60
Bundesweit berichten Medien, dass FPÖ-Gemeinderatskandidat Manfred Sedovnik aus Andrä am Zicksee 2016 wegen NS-Wiederbetätigung zu einer Geldstrafe von 4.500 Euro verurteilt wurde. Er hatte auf Facebook gefordert, das Konzentrationslager Mauthausen wieder zu öffnen, und den damaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer dorthin gewünscht. Auch durch gepostete Mordphantasien ist Sedovnik aufgefallen.

Einzelfall 61
Der Ring Freiheitlicher Jugend Kärnten protestiert gegen den neugewählten "Mister Kärnten", und zwar ausdrücklich wegen dessen Herkunft und Aussehens. Hintergrund des rassistischen Angriffs: Parsa Djawadiraad ist österreichischer Staatsbürger und völlig integriert, stammt aber aus dem Iran.

Einzelfall 62
Es wird öffentlich bekannt, dass FPÖ-Gemeinderatskandidat Walter Wolfgang aus Bruckneudorf auch in der neonazistischen Splittergruppe "Partei des Volkes" aktiv war. Auf Facebook hat er zur "Vereinigung" Österreichs mit Deutschland aufgerufen und das Bild eines SS-Soldaten samt dem Spruch "Unsere Großväter waren keine Verbrecher!" verbreitet. Der freiheitliche Landeshauptmann-Stellvertreter des Burgenlandes, Johann Tschürtz, meint zu diesen Umtrieben eines FPÖ-Politikers: "Solange er keine strafrechtliche Verurteilung hat, interessiert mich das nicht."

September 2017

Einzelfall 63
Die FPÖ Vomp veröffentlicht auf Facebook eine Liste von Volksschulkindern mit ausländisch klingenden Namen. Nach empörten Reaktionen erklärt der Tiroler FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger, das Posting sei gelöscht worden. Als "Skandal" bezeichnet Abwerzger aber den hohen Migrationsanteil in manchen Schulklassen, und nicht, dass seine Partei Kinder an den Pranger stellt.

Einzelfall 64
FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache verbreitet auf Facebook ein Video, das unverpixelt zahlreiche Kinder und Eltern mit Migrationshintergrund vor einer Volksschule zeigt. Dazu schreibt Strache: "Bezeichnend!" Auf diese Weise macht er auch gegen Kinder wegen deren Herkunft Stimmung.

Einzelfall 65
Die Menschenrechtsorganisation "SOS Mitmensch" kritisiert, dass die FPÖ die ihr nahestehende Zeitschrift "Aula" laufend mit großen Inseraten unterstützt. Unter anderem wurden Inserate mit Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache und dem oö. Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner geschaltet. Dabei enthält die "Aula" immer wieder rechtsextreme, rassistische und antisemitische Artikel. Beispielsweise hat die FPÖ-nahe Zeitschrift Überlebende des Konzentrationslagers Mauthausen als "Landplage" und "Massenmörder" beschimpft, was sie im April 2017 nach einem Gerichtsurteil widerrufen musste. Die "Aula" zeigt auch Sympathien für die neonazistische deutsche NPD. Der NPD-Politiker Karl Richter durfte sogar für die "Aula" schreiben und in seinem Artikel unterstellen, es ginge Juden um die "Erschleichung von Herrschaft".

Einzelfall 66
Es wird öffentlich bekannt, dass FPÖ-Gemeinderatskandidat Friedrich Ugrinovits aus Draßburg seit Jahrzehnten rechtsextreme und antisemitische Aktivitäten setzt. Unter anderem hat er Wissenschafter, die das Jüdische Museum Eisenstadt besuchen wollten, als "Saujuden" beschimpft. Zweimal wurde er wegen Verhetzung verurteilt, zuletzt 2013 zu einer bedingten Haftstrafe von zehn Monaten. In der FPÖ will niemand von den langjährigen Umtrieben des Gemeinderatskandidaten gewusst haben – auch nicht der Ortsparteiobmann von Draßburg, René Tschögl.

Einzelfall 67
Der freiheitliche Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer behauptet, die Europäische Menschenrechtskonvention erlaube die Umsetzung der Todesstrafe. Deshalb müsse sie evaluiert und gegebenenfalls durch eine "Österreichische Menschenrechtskonvention" ersetzt werden. Dieser Versuch, die Europäische Menschenrechtskonvention in Misskredit zu bringen, scheitert aber rasch: Alle befragten ExpertInnen für Völkerrecht weisen darauf hin, dass die Konvention in ihren Zusatzprotokollen sehr wohl die Todesstrafe verbietet.

Einzelfall 68
Martin Hochstöger, Mitglied des Tiroler FPÖ-Landesparteivorstandes, hat in einem Raum hinter seiner Apotheke eine Tafel angebracht, die an die "Heimkehr der Ostmark ins Reich" erinnert. Außerdem hat er in einer Vitrine einen SS-Totenkopf und andere NS-Devotionalien zur Schau gestellt. Als das öffentlich bekannt wird, legt Hochstöger seine Funktion im Landesparteivorstand nieder. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt. Hochstöger wird aus der FPÖ ausgeschlossen.

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Kostenlose Angebote für Jugendliche im Herbst 2017

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Mehr als 100.000 Jugendliche haben in den letzten Jahren an den Projekten des Mauthausen Komitee Österreichs teilgenommen.
Dank finanzieller Unterstützung ist es uns möglich folgende Angebote auch diesen Herbst für Jugendliche wieder kostenlos ermöglichen.

Alle Angebote für Jugendliche sowie LehrerInnen und AusbildnerInnen zum Download.

IM HERBST 2017 FÜR JUGENDLICHE KOSTENLOS

"Je mehr BürgerInnen mit Zivilcourage ein Land hat,
desto weniger HeldInnen wird es einmal brauchen" (Franca Magnani)

Zivilcourage TRAINIEREN

Zivilcourage ist ein oft gebrauchter und vielfach definierter Begriff. Aber was ist Zivilcourage eigentlich, und wie funktioniert sie? Wo sind die Grenzen von Zivilcourage, und wo ist ihr Anfang?

Zivilcourage-Trainings stellen ein Angebot für alle Menschen dar, die ungerechten oder bedrohlichen Situationen entgegen treten wollen.

Durch das Trainieren von Zivilcourage werden unter anderem Handlungsmöglichkeiten der Jugendlichen erweitert und ihrer Selbstsicherheit bestärkt. Seit Beginn der Trainings werden die Inhalte, Übungen und Methoden immer wieder auf Basis der Erfahrungen der TrainerInnen in den Trainings adaptiert und an die Bedürfnisse der Jugendlichen angepasst. Ein zusätzlicher Schwerpunkt ist auf Mobbing und Zivilcourage im Internet ausgerichtet.

Die zentralen Ziele des Zivilcourage-Trainings sind die Sensibilität für zivilcouragiertes Handeln zu erhöhen, das eigene Verhaltensrepertoire auf unterschiedlichen Ebenen zu erweitern sowie Zivilcourage und gesellschaftliche Verantwortung im Gestern und Heute zu vermitteln. An Beispielen von Retterinnen und HelferInnen wird vermittelt, warum sich Menschen trotz der extremen Rahmenbedingungen entschieden haben, anderen Menschen zu helfen. Durch die Auseinandersetzung mit Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus zivilen Mut zeigten, wird ein Bogen in die Gegenwart der Jugendlichen gespannt.

Anmeldung unter www.zivilcourage.at

Wer sind HeldInnen? Was ist Österreich? Wie funktioniert Demokratie?

Thematische Rundgänge "denk mal wien"

Das neueste Angebot des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) sind die vier thematischen Rundgänge in und rund um die Innere Stadt an: "Wir sind HeldInnen!", "Republik und Demokratie", "'Wir' und die 'Anderen'" und "Was ist Österreich?".

Der historische Fokus wird auf die Republiksgeschichte sowie die Zeit des Nationalsozialismus mit einem Gegenwartsbezug gesetzt. Die verschiedensten Arten der Vermittlung zielen auf eine ständige Interaktion mit den RundgangsteilnehmerInnen und auf langfristige Wissensvermittlung, Herstellung eines Gegenwartsbezugs und Sensibilisierung für aktuelle Problematiken wie Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus etc. sowie auf die Sensibilisierung für ein Miteinander, Demokratiebewusstsein und mehr Zivilcourage ab.

Rundgang buchen unter www.denkmalwien.at

"Das Interesse an Geschichte ist immer dann am größten,
wenn die eigene Erfahrungswelt betroffen ist."

Begleitungen an Orten ehemaliger Außenlager des KZ Mauthausen

Das professionelle VermittlerInnen-Team des MKÖ führt Begleitungen werden an 22 Orten ehemaliger Außenlager durch: Guntramsdorf/Wiener Neudorf, Hirtenberg, Hinterbrühl, Melk, Redl-Zipf, Lenzing, Vöcklabruck, Gusen I, Gusen II, Gusen III, Ternberg, Großraming, Dipoldsau, St. Valentin, Steyr, Peggau, Wagna/Leibnitz, Bretstein, Schloss Lind, St. Lambrecht, Loibl Nord und Loibl.

Durch die Mauthausen-Außenlager-Begleitungen werden Gedenkorte ehemaliger Außenlager des KZ-Mauthausen als Lernorte für junge Menschen genutzt, um ihnen Faschismus und Rechtsextremismus sowie Diskriminierung einerseits und Zivilcourage und gesellschaftliche Verpflichtung andererseits im Gestern und im Heute zu vermitteln. Außerdem soll eine Begleitung an Orten ehemaliger Außenlager darauf abzielen zu verdeutlichen, dass sich die Geschichte des Lagers Mauthausen und seiner Außenlager nicht außerhalb ihrer eigenen Umgebung abspielte, sondern mit dieser eng verwoben war und ist.

Anmeldung unter www.mauthausen-guides.at

Workshop "WIR SIND ALLE"

Der Workshop "Wir sind alle" wurde im Jahr 2015 ins Leben gerufen. Grund dafür waren die vermehrten Anfragen von LehrerInnen, basierend auf dem vermehrten Vorkommen der Terroranschläge, besonders der Anschlag in Paris auf Charlie Hebdo. Das Ziel des Workshop ist es Themenbereiche wie die eigene Identität, das Aufeinandertreffen fremder Kulturen, Vorurteile und Diskriminierung auf Grund von Religion, Kultur und anderen Menschenrechtsverletzungen zu behandeln und so die Entstehung einer interkulturellen Kompetenz zu fördern. Im Rahmen des Workshops setzen die Jugendlichen sich mit der eigenen Identität und ihrem Alltag auseinander. Durch verschiedenste Übungen wird mit den Jugendlichen zu diversen Themen wie Vorurteile, Vielfalt, Religionen, Menschenrechte und Identitäten gearbeitet. Ziel des Workshops ist es, einen Bogen zu einem respektvollen Zusammenleben zu spannen. Dieser Workshop kann sowohl als Ergänzung zu den Besuchen der KZ-Gedenkstätten als auch separat gebucht werden.

Anmeldung unter www.mauthausen-guides.at

Buch "RECHTSEXTREM - Symbole - Codes - Musik - Gesetze - Organisationen"

Das Mauthausen Komitee Österreich präsentierte diesen September die 4. aktualisierte und überarbeitete Auflage des Standardwerks "RECHTSEXTREM - Symbole - Codes - Musik - Gesetze - Organisationen".

Dieses zum vierten Mal aktualiserte Standardwerk

  • Informiert über rechtsextreme Bands und Musik.
  • Deckt die Codes und Symbole der Szene auf.
  • Beleuchtet rechtsextreme Aktivitäten im Internet.
  • Beschreibt rechtsextreme Bewegungen.
  • Zeigt: Welche Modemarken nutzt und benutzt die rechtsextreme Szene?
  • Verbotsgesetz, Abzeichengesetz, Verhetzungsparagraph - was kommt wie zum Tragen?
  • Liefert konkrete Hilfestellungen: Wer hilft weiter? Was kann man tun?

Buch-Bestellungen unter www.rechtsextrem.at

Workshop

Um die Inhalte praxisnah vermittelt zu bekommen, besteht die Möglichkeit einen Workshop dazu zu buchen. Für weitere Informationen bitte ein Mail an info@mkoe.at.

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"Es ist Zeit, im Sinne der historischen Verantwortung Österreichs zu handeln"

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Pressemitteilung vom 29.09.2017

Mauthausen Komitee schockiert über Umgang mit Gedenk- und Erinnerungsarbeit in Graz-Liebenau: "Es ist Zeit, im Sinne der historischen Verantwortung Österreichs zu handeln"

Seit Monaten bemüht sich Dr. Rainer Possert, Leiter des Sozialmedizinischen Zentrums (SMZ) Graz- Liebenau, dass die in einer von der Stadt Graz in Auftrag gegebenen archäologischen Grabung freigelegten Reste des Zwangsarbeiterlagers erhalten werden. Possert arbeitet seit Jahren mit dem Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) in der Gedenk- und Erinnerungsarbeit am Ort des ehemaligen NS-ZwangsarbeiterInnenlagers und Durchgangslagers für ungarische Jüdinnen und Juden in Graz-Liebenau zusammen. Das Mauthausen Komitee Österreich ersuchte bereits am 21. August 2017 in Briefen an zuständige PolitikerInnen und ExpertInnen um Unterstützung in der Bewahrung der Überreste und in der Etablierung eines würdigen Gedenkens an die Opfer.

"Wir haben Bürgermeister Nagl die baldige Koordination eines offenen Tisches mit allen ExpertInnen vorgeschlagen." so MKÖ-Vorsitzender Mernyi, "Die Nicht-Einberufung des runden Tisches und die aktuellen Ereigisse am Ort des ehemaligen ZwangsarbeiterInnen- und Durchgangslagers machen deutlich: Es ist Zeit, dass Bürgermeister Nagl im Sinne der historischen Verantwortung Österreichs dringend handelt!"

Am 21. September 2017 wurde in einer Sitzung des Grazer Gemeinderats ein Antrag auf eine Nachdenkpause und die Durchführung von Forschungsarbeiten vor Baubeginn abgelehnt. Am darauffolgenden Tag, 22. September 2017, wurde mit den Bauarbeiten begonnen.

Dazu MKÖ-Vorsitzender Mernyi: "Auf Grund der Herkunft der hier Inhaftierten ist eine solche Einrichtung nicht nur von lokalem, sondern auch von großem internationalem Interesse. Wir alle sind es den Opfern und den Angehörigen schuldig. Es ist pietätlos an einem Ort zu bauen, wo ExpertInnen noch weitere menschliche Überreste von Opfern vermuten."

Schockiert zeigt sich das Mauthausen Komitee Österreich, dass anscheinend die Opfer des NS-ZwangsarbeiterInnenlagers und Durchgangslagers für ungarische Jüdinnen und Juden in den Überlegungen des zuständigen Stadrat Eustacchio keine Berücksichtigung fanden. Gleichzeitig wird das SMZ-Liebenau darüber informiert, dass die bis Jahresende nötigen Mittel gestrichen werden.

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