• Fest der Freude 2018
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Aktuelles

Verleihung des 17. Toleranzpreises an KZ-Überlebenden Marko Feingold

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Das Mauthausen Komitee Österreich gratuliert seinem Vorstandsmitglied Marko Feingold zur Verleihung des 17. Toleranzpreises der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Mit dem Preis werden Verdienste um Toleranz und Dialog gewürdigt.

Marko Feingold überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz sowie die Konzentrationslager Dachau und Buchenwald. Marko Feingold wird in einigen Monaten 105 Jahre alt und setzt sich bis heute für eine aktive Erinnerungskultur und ein "Niemals wieder" ein. Marko Feingold ist Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg.

Die Verleihung des Toleranzpreises findet am Samstag, 20. Jänner 2018, um 11 Uhr im SN-Saal, Karolingerstraße 40, Salzburg statt. Der Eintritt ist frei.

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Mauthausen-Überlebende in großer Sorge wegen Österreichs Regierung: Internationale Warnung vor Nationalismus und Rechtsextremismus

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Pressemeldung vom 11.01.2018

In großer Sorge melden sich jetzt die Überlebenden des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager zu Wort. Österreichs nunmehrige Regierung veranlasst sie zu einer eindringlichen Warnung vor Nationalismus und Rechtsextremismus, besonders wegen fremdenfeindlicher Tendenzen im Regierungsprogramm und zahlreicher einschlägiger Vorfälle in der FPÖ. Sie sind älter als 85 Jahre und senden ihren Appell aus verschiedenen Ländern weltweit.

Offener Brief an Bundespräsident und Bundeskanzler

Das Internationale Mauthausen Komitee (CIM) übermittelt in einem offenen Brief einen gemeinsamen Appell der KZ-Überlebenden an Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Sebastian Kurz. In diesem Appell heißt es unter anderem: "Wir erwarten von der neuen österreichischen Bundesregierung, dass sie sich – den Lehren aus dem dunkelsten Kapitel der europäischen Zeitgeschichte gehorchend – abwendet von nationalistischen Strömungen und sich hinwendet zu einem gemeinsamen und solidarischen Europa! Die rund 100.000 im Mauthausen-System Ermordeten und die Millionen übrigen Opfer des Faschismus dürfen nicht umsonst gestorben sein."

Eindringliche Worte von KZ-Überlebenden weltweit

Zahlreiche KZ-Überlebenden aus verschiedenen Ländern der Welt richten eindringliche Worte an die österreichische Bundesregierung. Hier einige Auszüge:

Max R. Garcia (USA, Häftlingsnummer 116739, 93 Jahre): "Herr Bundeskanzler, sorgen Sie dafür, dass es in der österreichischen Regierung keinen Platz für Antisemitismus, Rassismus oder irgendeine Form von Rechtsextremismus gibt!"

Ennio Trivellin (Italien, Häftlingsnummer 110425): "73 Jahre nach Kriegsende scheint mir, dass sich in Österreich eine nationalistische Politik anbahnt. ... Der erste Schritt: Man macht das De-Gasperi-Gruber-Abkommen zur Makulatur, indem man ankündigt, einen Pass für die Südtiroler einführen zu wollen. ... Ich erhebe meine Stimme zu einem Protestruf."

Igor Malitski (Ukraine, Häftlingsnummer 188005, 93 Jahre): "Ich weiß aus eigener Lebenserfahrung, was entsteht, wenn in einem Land begonnen wird, Rechte von Menschen einzuschränken, und wenn Fremdenfeindlichkeit Teil der staatlichen Politik wird. … Man darf nicht zulassen, dass einer Regierung rechtsextreme Politiker angehören."

Aba Lewit (Österreich, Häftlingsnummer 85309, 94 Jahre): "Für mich ist die Koalition mit der rechtsextremen FPÖ … eine Gefahr für Österreich."

Marko Feingold (Österreich, Häftlingsnummern 11966, 4725, 25675, 8448, 104 Jahre): "Ich wünsche mir, dass ... es nie mehr zu solchen Zuständen kommt, wie ich sie von 1938 bis 1945 erleben musste."

Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), das im Jahr 2000 das Vermächtnis der Mauthausen-Überlebenden übernommen hat, sammelte alle Statements von KZ-Überlebenden und stellt sie zum Download auf der MKÖ-Website zur Verfügung.
Download Offener Brief des Comité International de Mauthausen.

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In großer Sorge melden sich Mauthausen-Überlebende zu Wort

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Eindringliche Warnung vor Nationalismus und Rechtsextremismus an die österreichische Bundesregierung von KZ-Überlebenden aus verschiedenen Ländern der Welt

In großer Sorge melden sich jetzt die Überlebenden des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager zu Wort. Österreichs nunmehrige Regierung veranlasst sie zu einer eindringlichen Warnung vor Nationalismus und Rechtsextremismus, besonders wegen fremdenfeindlicher Tendenzen im Regierungsprogramm und zahlreicher einschlägiger Vorfälle in der FPÖ. Sie sind älter als 85 Jahre und senden ihren Appell aus verschiedenen Ländern weltweit.

Worte der KZ-Überlebenden aus verschiedenen Ländern der Welt an die österreichische Bundesregierung (Download aller Statements mehrsprachig):

Aba Lewit (Österreich; Mauthausen, Gusen, Häftlingsnummer: 85309; 94 Jahre):
"Ich denke, dass sich Österreich in derselben Situation wie 1934 und auf dem weiteren Weg zu 1938 befindet. Das Einzige, was beim jetzigen Programm fehlt, sind Gaskammern. Für mich ist die Koalition mit der rechtsextremen FPÖ eine gespielte Demokratie und eine Gefahr für Österreich."

Allessandro SCANAGATTI (Italien; Mauthausen Häftlingsnummer: 126425; 90 Jahre):
"Mein Name ist Alessandro Scanagatti, am 6. Oktober 2017 bin ich 90 Jahre alt geworden. Von 5. Februar bis 5. Mai 1945 musste ich im Konzentrationslager Mauthausen tote Kameraden ins Krematorium transportieren. Ich sah hunderte, tausende Tote in diesen drei Monaten. Ich lese in der Presse, dass in der neuen österreichischen Regierung sich öffentlich als rassistisch bekennende Parteien sind, die gegen Ausländer sind und Juden und Andersdenkende ausgrenzen. Ich bitte die österreichische Regierung – und das ist in meinen Augen ihre Pflicht! - sich offen zum «Mauthausen Schwur» zu bekennen: in der Tat sind meine Freunde für diese Werte von Brüderlichkeit und Freundschaft unter allen Völkern gestorben."

Anatoly MALEWANNY (Russische Föderation, St. Petersburg; Mauthausen, Häftlingsnummer: 76679; 90 Jahre):
"Ich wünsche der österreichischen Regierung alles Gute. Wir wissen, dass die österreichische Regierung normalerweise sich um die früheren KZ-Häftlinge gekümmert hat und Gedenkarbeit leistet. Wir wünschen uns, dass diese Gedenkarbeit an die früheren KZ-Insassen so weit wie möglich weitergeht. Das wäre für uns ein wichtiges Symbol für unsere gemeinsame Freiheit und unseren gemeinsamen Sieg."

Armando GASIANI (Italien; Mauthausen, Häftlingsnummer : 115523; 91 Jahre) :
"Mein Name ist Armando Gasiani. Ich werde am 27. Januar 91 Jahre alt. Am 11. Januar 1945 wurde ich im KZ Mauthausen interniert und dem Bergkristall von Gusen zugeordnet, Immatrikulation Nr. 115523. Ich habe die Befreiung des Lagers überlebt, aber viele meiner Genossen, einschließlich meines Bruders Serafino, sind gestorben. Aus Respekt vor diesen Toten und Leidenden bitte ich die österreichische Regierung, die ich respektiere, nichts gegen den Eid von Mauthausen, Frieden, Freiheit und Koexistenz unter den Völkern zu tun.
Wir Ex-Deportierten bitten Sie, die Erinnerung an das, was passiert ist, zu schützen, denn: Verzeihen kann man, vergessen nicht!"

Daniel CHANOCH, Shlomo GALPEREN, Shaul SPIELMANN, Yehuda GURVITZ (Israel; Mauthausen, Melk, Gunskirchen, Häftlingsnummern 124805, 124837, 118298, 124861; 85, 86, 86, 87 Jahre):
"Wir haben mehrere Konzentrationslager überlebt, darunter Mauthausen und Gunskirchen - die Hölle auf Erden! Unsere Solidarität gilt dem Fest der Freude und den Befreiungsfeiern, bei denen wir jedes Jahr im Mai gemeinsam mit Österreicherinnen und Österreichern der Opfer gedenken und das Ende des Naziterror-Regimes feiern.
Immer - aber insbesondere jetzt mit der neuen österreichischen Regierung – müssen wir als KZ-Überlebende alle Menschen zur Wahrung der Erinnerung auffordern (warnen). Wir müssen unsere Vergangenheit kennen und unsere weiteren Handlungen darauf aufbauen."

Dušan STEFANČIČ (Slowenien; Mauthausen, Häftlingsnummer: 91272;90 Jahre):
"Ich trat bereits als Schüler im Frühjahr 1943 in die slowenische Widerstandsbewegung OF – Osvobodilna Fronta – Freiheitsfront Slowenien ein. Im Jänner 1944 wurde ich deswegen verhaftet und nach drei Wochen in das KZ Dachau (Häftlingsnummer 63849) deportiert. Nach kurzer Zeit wurde ich nach Markirch in ein Nebenlager des KZ Natzweiler im nun besetzten Frankreich transportiert, um dort in einem stillgelegten Eisenbahntunnel (Häftlingsnummer 8482) mit etwa 1000 anderen Häftlingen Zwangsarbeit für BMW zu verrichten.Ende Juni 1944 wurde ich ins Stammlager Natzweiler verlegt und im August ins KZ Mauthausen (Häftlingsnummer 91272), gültig auch für das KZ Gusen und Gusen ll, wo ich anschließend hin kam und wo ich dann unter wirklich unmenschlichsten Zuständen in der Rüstungs- und Flugzeugproduktion arbeitete.
Nach Ende des Krieges kehrte ich in meine Heimat zurück und absolvierte (studierte) dann das Rechtsstudium an der Universität von Ljubljana. Ich übte meinen nunmehrigen Beruf als Diplomjurist mit Erfolg in verschiedensten Bereichen der Industrie, im Bank- und Finanzwesen aus und war dann lange Jahre leitender Direktor eines großen Handelskonzernes in Indien. Erst 1991 kehrte ich nach Ljubljana zurück. Ich bin heute aktives Präsidiumsmitglied des Slowenischen Verbandes der Kriegsveteranen und Widerstandskämpfer. Ich koordiniere die slowenischen Deportierten-Organisationen der ehemaligen Lager in Deutschland, Italien, Ungarn und Kroatien. Ich bin Präsident des Slowenischen Mauthausen Komitees und war auch Präsident des Comité International de Mauthausen, dessen Ehrenpräsident ich nun mehr bin.
Bereits ab 1946 begannen die Befreiungsfeiern im ehemaligen KZ Mauthausen und werden seit dieser Zeit vom Comité International de Mauthausen und der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen und anschließend seit Jahren als deren Nachfolgeorganisation dem Mauthausen Komitee Österreich, veranstaltet. Aus gutem Grund, insbesondere der persönlichen Erfahrungen und der Gefahr einer Wiederholung der damaligen Gräueltaten, wurden zu den Mauthausen -Befreiungsfeiern daher niemals rechtsgerichtete Personen, Organisationen bzw. Parteien eingeladen.
Die derzeitige österreichische Bundesregierung ist daher gut beraten, auf ihre demokratische Zusammensetzung zu schauen und dabei insbesondere auf den Verantwortungsbereich des ehem. KZ Mauthausen zu achten.
An die 200.000 Menschen aus 72 Nationen waren im NS Lagerkomplex Mauthausen inhaftiert und rund die Hälfte dieser Menschen wurden dort zu Tode gebracht. Zusammenfassend ist zu sagen: "Wer die Vergangenheit vergisst, den holt die Zukunft ein".

Ennio TRIVELLIN (Italien; Häftlingsnummer: 110425):
"73 Jahre nach Kriegsende scheint es mir, dass sich in Österreich eine rechtsextreme Politik anbahnt, fast auf den Spuren des Nazifaschismus.
Der erste Schritt: Man macht das Abkommen De Gasperi-Gruber zur Makulatur, indem man ankündigt, einen Pass für die Südtiroler einführen zu wollen. Eine Ankündigung, die die Würde Italiens verletzt und das Gegenteil der Absicht ist, ein wahres Europa auf dem Respekt der verschiedenen Sprachen und Traditionen aufzubauen, ein Traum all jener, die den Krieg überlebt haben.
In Anbetracht dieser Provokation bleibt in diesem Moment nur die nachdenkliche Feststellung, dass der Tod von Millionen Europäern in den Konzentrationslagern noch keinen europäischen Bürger hervorgebracht hat. Ich erhebe meine Stimme zu einem Protestruf."

Eugenius SLIWINSKI (Polen; Mauthausen, Gusen, Steyr, Häftlingsnummer: 22647; 94 Jahre):
"Ich war einer von den hunderttausend Inhaftierten und für die Menschenvernichtung bestimmten Menschen aus ganz Europa. Mein Name ist Eugeniusz Sliwinski. In diesem Jahr werde ich 95 Jahre alt. Im September 1942 wurde ich von der Gestapo verhaftet und infolgedessen in das Konzentrationslager Mauthausen und drei Monate später in das Konzentrationslager Gusen transportiert. Dort wurde ich für die Arbeit im Steinbruch zugewiesen, und bis zur Befreiung am 05.05.1945 habe ich in der Steyrer Fabrik gearbeitet.
Unsere Träume, die Träume der Sklaven des Nazi-Systems, waren, dass eine Zeit kommt, die frei von jeglichem nationalen, rassistischen und religiösen Druck wäre. Dass es niemals mehr solch unerhörte kulturelle und soziale Unterschiede geben wird, wie sie im diktatorischen System stattgefunden haben.
Wir, die ehemaligen Gefangenen, erwarten von der österreichischen Regierung, dass sie diese tragischen Ereignisse respektiert und Menschen niemals ausgrenzt. Wir haben vergeben, aber wie werden es nie vergessen!"

Igor MALITSKI (Ukraine, Kharkiv; Auschwitz, Mauthausen; Häftlingsnummern: 78437, 188005; 93 Jahre):
"Ich bin Igor Malitski, geb. 1925, am 12. Februar werde ich 93 Jahre alt. Mein Vater Fjodor Malitski wurde 1938 vom stalinistischen Regime repressiert. Im Jahr 1943 wurde ich vom NS-Regime zur Zwangsarbeit ins "Deutsche Reich" deportiert. In Tschechien versuchte ich zu flüchten. Dafür wurde ich im Gefängnis Kladno eingesperrt, dann wurde ich ins KZ Theresienstadt deportiert, vom Mai 1944 war ich im KZ Auschwitz (Nr. 78437), ab August 1944 in Mauthausen (Nr. 188005), und vom Dezember 1944 im Außenlager KZ Mauthausen Linz-3. Ich blieb am Leben, aber viele meiner Gefängnisgefährten überlebten nicht bis zur Befreiung.
Ich weiß aus eigener Lebenserfahrung, was entsteht, wenn in einem Land begonnen wird, Rechte von Menschen einzuschränken, und wenn Xenophobie und Antisemitismus Teil der staatlichen Politik zu werden drohen. Deswegen bitte ich die österreichische Regierung, den Schutz der Freiheit, des Friedens und der Solidarität unter den Völkern zu bewahren. Und man darf nicht zulassen, dass in der Staatsregierung rechtsextreme Politiker sind."

Marko FEINGOLD (Österreich; Auschwitz, Neuengamme, Dachau, Buchenwald; Häftlingsnummern: 11966, 4725, 25675, 8448; 104 Jahre):
"Mein Name ist Marko Feingold, geb. 1913, in einigen Monaten werde ich 105 Jahre alt. Ich wurde als erster Österreicher 1940 in das KZ Auschwitz deportiert, nach dieser Hölle habe ich auch noch das KZ Neuengamme bei Hamburg, das KZ Dachau und das KZ Buchenwald von innen kennengelernt und wurde am 11. April 1945 von den Amerikanern befreit. Der Tod war in dieser Zeit mein ständiger Begleiter, ob als Mangel an Nahrung oder an unmenschlichen Arbeitsbedingungen oder durch Versuche der Ärzteschaft oder durch das Aufsichtspersonal, das uns nicht als Menschen, sondern nur als Nummer wahrnahm. Es waren immer nur Zufälle, die mich am Leben hielten. Meinen Vater, meine zwei Brüder und meine Schwester habe ich nie wieder gesehen.
Ich wünsche mir von allen Regierungsmitgliedern, dass sie unsere demokratischen Werte wie Frieden und Freiheit sowohl in Österreich als auch in unserer größeren Heimat Europa mit allen in ihrer Macht stehenden Mittel verteidigen und auch vorleben und dass es niemals mehr zu solchen Zuständen kommen kann, wie ich sie von 1938 bis 1945 erleben musste."

Maurice BERDAL (Belgien; Gusen, Häftlingsnummer: 99653; 94 Jahre):
"Ich war knapp 20 Jahre alt, als ich am 16. September 1944 ins (Exterminierungs) Vernichtungslager Mauthausen, Kommando Gusen 2 eingeliefert wurde. Ich hatte mich geweigert, beim Obligatorischen Arbeitsdienst (S.T.O) in deutschen Fabriken anzutreten, und musste deshalb untertauchen und war im geheimen Widerstand tätig. Ich wurde bei einer Mission von der Gestapo erwischt und sehr harschen Verhören ausgeliefert. Ich kam auf Transport – der letzte Transport nach Mauthausen! – und in die Stollen von Gusen 2, wo ich schwer gelitten habe.
Als wir im Mai 1945 befreit wurden, haben frühere Insassen des KZ Mauthausen einen Schwur geleistet, an den wir uns ein Leben lang gehalten haben. Ich bin der einzige noch lebende Belgier und empfinde es als meine Pflicht dafür zu sorgen, dass diese Werte, für die wir unser Leben eingesetzt haben, respektiert werden. Mein Wunsch an die neue österreichische Regierung (den Kanzler sowie die Minister der Rechten und der Extrem-rechten) ist, dass sie sich den Mauthausen Schwur immer wieder vor Augen führen und alles tun, damit ihr Land in Freiheit, Wohlstand und Freundschaft unter den Völkern leben kann.”

Max R. GARCIA (USA; Mauthausen, Melk, Ebensee, Häftlingsnummer 116739; 93 Jahre):
"Meine Vorfahren lebten in Spanien, bis sie während der Inquisition vertrieben wurden und nach Portugal zogen. Dort lebten sie vier Jahre, bis Königin Isabella von Spanien dem portugiesischen König befahl, die Juden loszuwerden; sie gingen dann in die Neue Welt von Colombus. Nachdem die englische Flotte und die holländische Flotte die Spanische Armada besiegten, haben die Engländer und die Holländer Religionsfreiheit in beiden Ländern ausgerufen; meine Vorfahren haben sich dann in Amsterdam um 1619 niedergelassen und lebten vier Jahre in Holland in Frieden and Ruhe – bis zur Ankunft Hitlers.
Mit Hitler kamen die Todeskommandos, die meine jüngere Schwester verhafteten und sie ins KZ Auschwitz-Birkenau schickten, wo sie mit 16 ermordet wurde; meine Eltern wurden am 16. Juli 1943 im Todeslager Sobibor in Polen ermordet, genau wie meine Tanten, Onkel, Neffen und Nichten. Ich bin DER EINZIGE Überlebende!! Ich überlebte das KZ Auschwitz, einen Todesmarsch, sowie die KZs Mauthausen, Melk und Ebensee, wo ich am 6. Mai 1945 befreit wurde.
Ich appelliere an den neuen österreichischen Bundeskanzler: Tragen Sie Sorge dafür, dass Österreich nicht wieder der Staat wird, der er von 1934 bis 1945 war. Tragen Sie Sorge dafür, dass es in der Österreichischen Regierung keinen Platz gibt für Antisemitismus, Rassismus oder Rechtsextremismus."

Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), das im Jahr 2000 das Vermächtnis der Mauthausen-Überlebenden übernommen hat, sammelte alle Statements von KZ-Überlebenden.

Das Internationale Mauthausen Komitee (CIM) übermittelt in einem offenen Brief einen gemeinsamen Appell der KZ-Überlebenden an Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Sebastian Kurz.

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ÖVP-Abgeordneter schreibt für rechtsextremes und antisemitisches Blatt. Mauthausen Komitee fordert Kanzler Kurz zum Handeln auf

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Pressemeldung vom 08.01.2018

Efgani Dönmez war grüner Bundesratsabgeordneter. Wegen mehrerer sehr fragwürdiger Aussagen endete seine Karriere bei den Grünen. Im Vorjahr schloss sich Dönmez dann Sebastian Kurz an und ist seit Oktober ÖVP-Nationalratsabgeordneter. Jetzt driftet er an den rechten Rand ab. "Dönmez hat für die aktuelle Ausgabe des rechtsextremen Magazins 'Info-Direkt' einen Beitrag geschrieben. Das Blatt macht natürlich Werbung damit. Auf diese Weise unterstützt der ÖVP-Abgeordnete die Verbreitung von rassistischen Verschwörungstheorien und übelstem Antisemitismus", ist Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ), empört.

"Info-Direkt" hetzt in NS-Manier gegen Juden
Mernyi erinnert an die einschlägigen Inhalte von "Info-Direkt": "Da werden als 'Hintermänner der Globalisierung' in NS-Manier Juden angeprangert - Zitat 'The House of Rothschild oder gar George Soros höchstpersönlich'. Ihnen wird unterstellt, die 'systematische Flutung Europas mit fremden Menschen' zu betreiben, um eine 'heterogene, entwurzelte Menschenrasse' zu schaffen. Für 'Info-Direkt' ist auch sonst keine Verschwörungstheorie zu absurd: Zum Beispiel wird unterstellt, die US-Führung habe die Terroranschläge vom 11. September 2001 selbst inszeniert oder hinter den Ebola-Epidemien steckten 'amerikanische Interessen'. Natürlich wird nicht der geringste Beweis für all den hetzerischen Unsinn geliefert."

Kremltreu in Linz
Schon im Jänner 2016 berichtete die angesehene deutsche Wochenzeitung "Die Zeit" über enge Beziehungen von "Info-Direkt" zu russischen Medien, die dem autoritären Putin-Regime nahestehen. Der "Zeit"-Artikel heißt bezeichnenderweise "Kremltreu in Linz". "Kein Wunder, dass 'Info-Direkt' demokratische Medien verachtet: Es beschimpft sie als 'Lügenpresse' und ihre Journalisten als 'Schreibhuren'", stellt der MKÖ-Vorsitzende fest.

Selbsternannte "Verteidiger Europas"
Die Verfasser von "Info-Direkt" haben auch den rechtsextremen Kongress "Verteidiger Europas" in Linz mitorganisiert. Dieser löste im Herbst 2016 wochenlang breite Proteste aus: KZ-Überlebende aus vielen Ländern meldeten sich ebenso zu Wort wie zahlreiche prominente Persönlichkeiten - unter ihnen der frühere ÖVP-Vizekanzler Erhard Busek. Wegen dieses massiven Widerstandes war für die Neuauflage des Kongresses am 3. März 2018 trotz einiger Versuche keine öffentliche Räumlichkeit zu bekommen. Die Organisatoren, zu denen wieder die "Info-Direkt"-Redaktion gehört, müssen nach Schloss Aistersheim bei Grieskirchen ausweichen, das einem FPÖ-Funktionär gehört.

Dönmez als Parlamentsmitglied untragbar
Der MKÖ-Vorsitzende fasst zusammen: "Wenn ein Nationalratsabgeordneter für ein rechtsextremes und antisemitisches Blatt schreibt, hat er entweder keine Ahnung oder handelt bewusst demokratiefeindlich. In beiden Fällen ist er als Mitglied des Parlaments untragbar. Namens der Mauthausen-Überlebenden fordere ich Kanzler und ÖVP-Obmann Sebastian Kurz auf, sofort zu handeln und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen!", so Willi Mernyi.

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Mauthausen Komitee über die FPÖ in der Regierung: "Unverändert rechtsextrem, antisemitisch und menschenverachtend"

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Pressemeldung vom 21.12.2017

"Es ist keine Überraschung, dass die FPÖ trotz Regierungsbeteiligung auf ihrem ewiggestrigen Kurs bleibt", sagt Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). "Überraschend ist aber das Rekordtempo, in dem sie dafür die ersten Beweise liefert."

Schon einen Tag nach der Angelobung holte der blaue Innenminister Herbert Kickl – selbst als rechter Scharfmacher verschrien – Alexander Höferl als Kommunikationschef in sein Kabinett. Höferl war bisher Redakteur des FPÖ-nahen Online-Mediums unzensuriert.at. Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) nennt die Inhalte dieses Mediums "zum Teil äußerst fremdenfeindlich" und bescheinigt ausdrücklich "antisemitische Tendenzen" sowie "verschwörungstheoretische Ansätze und eine prorussische Ideologie". Auf Nachfrage des "Standard" schloss Höferl einen "Stilwechsel" gegenüber seiner bisherigen Tätigkeit bei unzensuriert.at dezidiert aus.

Ebenfalls einen Tag nach der Angelobung forderte Johann Gudenus, der künftige FPÖ-Klubobmann im Parlament, dass Flüchtlinge in Wien künftig nicht mehr in Wohnungen, sondern in Massenquartieren am Stadtrand untergebracht werden. "Das ist zwar völlig unrealistisch und wäre wesentlich teurer. Aber offenbar geht es Gudenus darum, Flüchtlinge durch die zwangsweise Unterbringung in lagerartigen Einrichtungen nach Kräften zu schikanieren", betont Mernyi. "Sie sollen unter Generalverdacht gestellt und als Menschen minderen Wertes behandelt werden."

"Da können Bundeskanzler Sebastian Kurz und andere noch so oft behaupten, die FPÖ habe sich gemäßigt. Tatsächlich ist sie unverändert rechtsextrem, antisemitisch und menschenverachtend – eine massive Belastung für Österreich", fasst der MKÖ-Vorsitzende zusammen.

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NS-Propaganda in der Wiener Opernpassage

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NS-Propaganda in der Wiener OpernpassageNS-Propaganda in der Wiener Opernpassage

Pressemeldung MKÖ vom 15.12.2017

Mauthausen Komitee fordert Behörden zum Handeln auf

"Die kompromisslose Ablehnung des Nationalsozialismus ist ein grundlegendes Merkmal der wiedererstandenen Republik. Ausnahmslos jede Staatstätigkeit hat sich daran zu orientieren." Diese Feststellung des Verfassungsgerichtshofes stellt eine klare Vorgabe für alle österreichischen Behörden dar.

"Leider halten sich die Behörden oft nicht daran", sagt Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). Er nennt ein haarsträubendes Beispiel: "Mitten in Wien, in einem Geschäft in der Opernpassage am Karlsplatz, wird seit Jahren völlig ungeniert nationalsozialistisches Propagandamaterial zur Schau gestellt und verkauft."

Das Mauthausen Komitee hat schon 2013 diesbezüglich Meldungen aus der Bevölkerung erhalten und Anzeige erstattet, unter anderem wegen Postkarten mit dem Bild Adolf Hitlers und braunen Parolen wie "13. März 1938. Ein Volk, ein Reich, ein Führer" und "Volk steht zu Volk. Wir alle gehören dem Führer". Doch Polizei und Verfassungsschutz unternahmen nichts.

So wurde die NS-Propaganda an einer der belebtesten Stellen Wiens, an der auch Zehntausende ausländische Besucherinnen und Besucher vorbeikommen, fortgesetzt. "Nach erneuten Meldungen haben wir eine neue Anzeige an den Wiener Polizeipräsidenten Gerhard Pürstl persönlich übermittelt", so Mernyi. "Ein aktuelles Foto aus dem besagten Geschäft zeigt wieder eine Postkarte mit dem Bild Hitlers und der Parole "Wir danken unserm Führer". Wir erwarten, dass der Polizeipräsident die NS-Propaganda sofort beenden und ein Strafverfahren einleiten lässt. Da der Geschäftsinhaber seit Jahren einschlägiges Material zur Schau stellt und verkauft, wäre zu prüfen, ob er nicht Gesinnungstäter ist und gegen das Verbotsgesetz verstoßen hat. Zumindest hat er aber vielfach gegen das Verwaltungsstrafrecht verstoßen. Ist das in den Augen der Polizei ein Kavaliersdelikt?"

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Dokumentation Gedenk- und Befreiungsfeiern 2017

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"Internationalität verbindet"

Über 7.000 Menschen, darunter die letzten Überlebenden des Konzentrationslagers, hochkarätige PolitikerInnen und BotschafterInnen und zahlreiche BesucherInnen aus dem In- und Ausland, haben an der Internationalen Befreiungsfeier am 7. Mai 2017 in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen teilgenommen. Nachdem weit über 90 Prozent der Opfer des Lagers Mauthausen weder Deutsche noch Österreicher waren, ist diese Feier von internationaler Bedeutung und stellt die weitaus größte Gedenk- und Befreiungsfeier weltweit dar. Insgesamt organisierte das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) gemeinsam mit seinen lokalen Initiativen im Jahr 2017 mehr als 90 Gedenk- und Befreiungsfeiern sowie Gedenkveranstaltungen an Orten ehemaliger Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen und an weiteren Orten des NS-Terrors statt. Ein starkes Zeichen für ein "Niemals wieder". Die diesjährigen Gedenk- und Befreiungsfeiern widmeten sich dem Thema "Internationalität verbindet".

Zur Dokumentation "Gedenk- und Befreiungsfeiern 2017"

Die Gedenk- und Befreiungsfeiern an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und seinen ehemaligen Außenlagern werden seit 1946, dem Jahr ihres Bestehens, von den Überlebenden bzw. deren Verbänden organisiert und durchgeführt. Als Nachfolgeorganisation der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen hat das Mauthausen Komitee Österreich diese Aufgabe übernommen und stellt als Veranstalter innerhalb seines nationalen und internationalen Netzwerks sicher, dass die Interessen der Überlebenden und deren Angehörigen unter anderem im Zusammenhang mit den Gedenk- und Befreiungsfeierlichkeiten gewahrt werden.

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Mauthausen Komitee über die nächsten "Einzelfälle": FPÖ bringt antisemitisches Hetzblatt ins Linzer Rathaus

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MKÖ-Vorsitzender Mernyi: "Diese Partei ist eine Schande für Österreich!"

"Die FPÖ will in die Regierung und unterstützt gleichzeitig übelsten Antisemitismus", stellt Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ), fest. Er bezieht sich damit auf rechtsextreme Magazin "Info-Direkt". Dieses Blatt prangert in NS-Manier Juden als "Hintermänner der Globalisierung" an und verbreitet rassistische Verschwörungstheorien. Wegen solcher Inhalte sagte die Stadt Linz kürzlich nach einer Protestwelle ein "Lesertreffen" von "Info-Direkt" im Volkshaus Kleinmünchen ab.

Jetzt bringt die FPÖ das antisemitische Hetzblatt ersatzweise ins Alte Rathaus: Dort soll nächste Woche eine Podiumsdiskussion – ausgerechnet über Meinungsfreiheit! – stattfinden. Auf dem Podium nehmen neben "Info-Direkt"-Miteigentümer Jan Ackermeier FPÖ-Nationalratsabgeordneter Roman Haider und FPÖ-Bundesrat Michael Raml Platz. "Auch die beiden blauen Politiker haben ihr seltsames Verhältnis zur Meinungsfreiheit schon bewiesen", betont Mernyi. "Raml wurde durch die Aussage bekannt, nicht alles in der NS-Zeit sei falsch gewesen. Und Haider erzwang erst heuer mit Drohungen den Abbruch eines Schulvortrags, weil der Einfluss rechtsextremer Burschenschaften auf die FPÖ erwähnt wurde. Der Landesschulrat hat klargestellt, dass dieser Abbruch unzulässig war."

Noch eine andere Tatsache beweist die enge Verbindung der FPÖ zu "Info-Direkt" und zum militanten Rechtsextremismus: Ulrich Püschel ist ebenfalls Miteigentümer des Magazins, außerdem Büroleiter des Linzer FPÖ-Verkehrsstadtrates Markus Hein und wie sein Chef Mitglied der rechtsextremen Burschenschaft "Arminia Czernowitz". Püschel nimmt auch gern an Demonstrationen der rechtsextremen "Identitären" teil, etwa in Spielfeld, am Wiener Westbahnhof und am Kahlenberg.

"Man könnte jetzt wieder einmal fragen, was denn der freiheitliche Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner zu diesen x-ten "Einzelfällen" in seiner Landespartei sagt", so der MKÖ-Vorsitzende. "Aber diese Frage wäre absurd, ist doch Haimbuchner selbst einschlägig aufgefallen: etwa indem er im Vorjahr mit einer Festrede einen hochrangigen SS-Führer geehrt hat. Der "Narrensaum", von dem er gerne verharmlosend spricht, umfasst in Wahrheit auch ihn selbst."

Mernyi sieht in der ewiggestrigen Veranstaltung im Alten Rathaus "einen eklatanten Missbrauch des Fraktionsrechts und eines öffentlichen Gebäudes". Er erwartet, dass der Linzer Bürgermeister Klaus Luger und alle demokratischen Kräfte "diesen Missbrauch scharf verurteilen". Laut dem MKÖ-Vorsitzenden "steckt die FPÖ tief im rechtsextremen und antisemitischen Sumpf. Sie ist eine Schande für Österreich und hat in keiner Regierung etwas verloren!"

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Offener Brief an Bundespräsident Alexander Van der Bellen

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Die Bürgermeister der Bewusstseinsregion Mauthausen – Gusen – St. Georgen richten in einem Offenen Brief einen wichtigen Appell an Bundespräsident Alexander Van der Bellen (Klick zum Vergrößern):

Offener Brief an Bundespräsident Alexander Van der Bellen

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Rechtsextremes Treffen in Linz: MKÖ fordert sofortige Absage

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Pressemitteilung vom 09.11.2017

Rechtsextremes Treffen in Linzer Volkshaus:
Mauthausen Komitee fordert von Bürgermeister Luger sofortige Absage
MKÖ-Mernyi: "Antisemitische Hetze und Aufruf zur Selbstjustiz dürfen nicht geduldet werden!"

Wohl nicht wie ursprünglich angekündigt am 15. November, sondern am 22. November soll im Volkshaus Kleinmünchen der Stadt Linz ein "Lesertreffen" des rechtsextremen Magazins "Info-Direkt" stattfinden. Der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ), Willi Mernyi, fordert jetzt im Namen der Mauthausen-Überlebenden vom Linzer Bürgermeister Klaus Luger und von der für Volkshäuser zuständigen Stadträtin Regina Fechter (beide SPÖ) die sofortige Absage der Veranstaltung: "Wer so etwas in öffentlichen Räumen zulässt, macht sich der Verbreitung von rassistischen Verschwörungstheorien und übelstem Antisemitismus mitschuldig! Einmal im Jahr bei Gedenkstätten Kränze niederlegen, aber die Augen vor dem aktuellen Rechtsextremismus aus Rücksicht auf die FPÖ fest verschließen - das geht einfach nicht", so Mernyi.

"Info-Direkt" prangert in NS-Manier Juden an und nennt Journalisten "Schreibhuren"

Der MKÖ-Vorsitzende rät Luger und Fechter, die Beurteilung von "Info-Direkt" nicht an den bei bräunlichen Umtrieben bekannt "toleranten" Verfassungsschutz abzuschieben, sondern sich aufgrund der Inhalte dieses Blattes selbst ein Bild zu machen. "Da werden als 'Hintermänner der Globalisierung' in NS-Manier Juden angeprangert - Zitat 'The House of Rothschild oder gar George Soros höchstpersönlich'. Ihnen wird unterstellt, die 'systematische Flutung Europas mit fremden Menschen' zu betreiben, um eine 'heterogene, entwurzelte Menschenrasse' zu schaffen", schildert Willi Mernyi. "Für 'Info-Direkt' ist auch sonst keine Verschwörungstheorie zu absurd: Zum Beispiel wird unterstellt, die US-Führung habe die Terroranschläge vom 11. September 2001 selbst inszeniert oder hinter den Ebola-Epidemien steckten 'amerikanische Interessen'. Natürlich wird nicht der geringste Beweis für all den hetzerischen Unsinn geliefert."

Wenig überrascht es den MKÖ-Vorsitzenden, dass die Verfasser von "Info-Direkt" nicht nur beste Beziehungen zur FPÖ, sondern auch den rechtsextremen Kongress "Verteidiger Europas" in Linz mitorganisiert haben. Dieser löste im Herbst des Vorjahres wochenlang breite Proteste aus - KZ-Überlebende aus vielen Ländern meldeten sich ebenso zu Wort wie zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus Politik, Kirche, Kunst und Wissenschaft.

Unerträglich nennt Mernyi auch einen offenen Aufruf von "Info-Direkt" zur Selbstjustiz: Bei Einbrüchen möge man im Zweifelsfall schießen - "Besser die Waffe in der Hand als den Polizisten am Telefon". Äußerst abfällig schreibt "Info-Direkt" über demokratische Medien: Diese seien die "Lügenpresse", deren Journalisten "Schreibhuren". Was das Magazin nicht hindert, Artikel oder Artikelteile aus der "Lügenpresse" wortwörtlich, aber ohne Quellenangabe abzuschreiben.

Der Vorsitzende des Mauthausen Komitees fasst zusammen: "Die Inhalte von 'Info-Direkt' und damit auch seinem geplanten 'Lesertreffen' sind eindeutig antisemitisch, rassistisch, menschenverachtend und demokratiefeindlich. Linz hat das nicht verdient - und schon gar nicht in einer Einrichtung der Stadt!", betont Mernyi.

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