• Fest der Freude 2018
  • Gedenk- und Befreiungsfeier 2018

Aktuelles

Aviso: Fest der Freude am 8. Mai 2016

Druckversion

Pressemitteilung vom 04.04.2016

Am 8. Mai 2016 jährt sich der Jahrestag der Befreiung Österreich vom nationalsozialistischen Regime zum 71. Mal. Aus diesem Anlass und zum Gedenken an die Millionen Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden, sowie an jene Personen, die sich im Widerstand engagierten, findet zum bereits vierten Mal das Fest der Freude mit einem Gratiskonzert der Wiener Symphoniker am 8. Mai am Wiener Heldenplatz statt.

Wann: Sonntag, 8. Mai 2016, Beginn: 19:30 Uhr
Wo: Heldenplatz, 1010 Wien

Weitere Informationen, das Programm und Fotos finden Sie unter: www.festderfreude.at

Eine Woche später, am 15. Mai 2016, findet anlässlich der 71. Wiederkehr der Befreiung der Häftlinge aus dem KZ Mauthausen die Gedenk- und Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen statt, heuer mit dem Schwerpunkt auf dem Thema "Internationale Solidarität".

Wann: Sonntag, 15. Mai 2016, Beginn: 10:00 Uhr
Wo: KZ-Gedenkstätte Mauthausen Oberösterreich, Erinnerungsstraße 1, 4310 Mauthausen

Weitere Informationen, das Programm und Fotos finden Sie unter: www.mkoe.at/internationale-gedenk-und-befreiungsfeier-2016

Lesen Sie mehr ...

Fest der Freude 2016

Druckversion

Bereits zum vierten Mal feiern wir am 8. Mai, gemeinsam mit den Wiener Symphonikern, das Fest der Freude. Der Wiener Heldenplatz wird damit wieder zum Ort des Gedenkens und der Freude über die 71. Wiederkehr der Befreiung von der NS-Herrschaft. Beginn ist um 19:30 Uhr.

Der 8. Mai

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die Deutsche Wehrmacht. Dies markiert das Ende des nationalsozialistischen Regimes und ihres verbrecherischen Angriffs- und Vernichtungskrieges. Bereits davor befreiten alliierte Truppen Ghettos und Konzentrationslager, so etwa am 27. Jänner 1945 das Vernichtungs- und Konzentrationslager Auschwitz/Birkenau und am 5. Mai das Konzentrationslager Mauthausen. Um den Tag der Befreiung würdig zu begehen, wurde 2013 das Fest der Freude ins Leben gerufen. Das Fest der Freude, veranstaltet vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), findet sowohl als Feier des Tages der Befreiung von der nationalsozialistischen Herrschaft statt als auch zum Gedenken an jene Millionen Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Die Opfer und die Widerständigen sollen an diesem Tag, dem 8. Mai 2016, am symbolträchtigen Wiener Heldenplatz gewürdigt, die BefreierInnen gefeiert werden.

Die Wiener Symphoniker werden unter der Leitung des Dirigenten Christoph von Dohnányi "A Survivor from Warsaw" von Arnold Schönberg und Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 3 "Eroica" spielen. Das Konzert wird auch dieses Jahr mit Ansprachen von Bundesministerin Dr.in Sabine Oberhauser, Bundesminister Mag. Wolfgang Sobotka, Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, Stadträtin Mag.a Sonja Wehsely, MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi und Zeitzeuge Daniel Chanoch umrahmt. Durch die Veranstaltung führt Katharina Stemberger.

Den Zeitzeugen und KZ-Überlebenden Daniel Chanoch verbindet mit einer Gruppe anderer Überlebender eine bewegende Geschichte von Solidarität. Für viele Häftlinge in den Haftanstalten, Konzentrations- und Vernichtungslagers hatte Solidarität einen hohen Stellenwert und ermöglichte manchen das Überleben.

Die Wichtigkeit und Notwendigkeit von Solidarität zeigt sich heute auch in jenen Momenten, in welchen Menschen unsere Hilfe brauchen, die nach Europa, nach Österreich flüchten. Solidarität ist daher der thematische Schwerpunkt für das Fest der Freude im Jahr 2016.

Das Mauthausen Komitee Österreich veranstaltet das Fest der Freude in Kooperation mit den Wiener Symphonikern und mit Unterstützung der Israelitischen Kultusgemeinde, des Vereins GEDENKDIENST, des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands sowie der österreichischen Bundesregierung und der Stadt Wien. In den letzten 3 Jahren setzten mehr als 37.000 BesucherInnen beim Fest der Freude ein starkes Zeichen für die Etablierung eines würdigen Gedenkens am 8. Mai als Tag der Befreiung.

Übertragung

Das Fest der Freude wird zusätzlich live auf einer LED-Wand übertragen.
Damit Menschen mit Gehörbeeinträchtigung an der Veranstaltung teilnehmen können, werden die Reden von Gebärdensprachendolmetscherin Sabine Zeller simultan übersetzt.

Live-Streaming

ORF III-Kultur und Information überträgt die Veranstaltung.

Sitzplätze

Sitzplätze sind beschränkt vorhanden – vorrangig für Ältere und Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Keine Sitzplatzreservierung möglich.

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Bitte beachten Sie die Platzordnung.
Für weitere Informationen steht Ihnen der Veranstalter, das Mauthausen Komitee Österreich (www.mkoe.at) telefonisch unter +43 (0)1/212 83 33 zur Verfügung oder richten Sie Ihre Anfrage an bauer@mkoe.at.

Lesen Sie mehr ...

Mauthausen Komitee fordert von Verfassungsschutz: Verbindungen der "Grauen Wölfe" zu Neonazis und IS überprüfen

Druckversion

Pressemitteilung vom 28.03.2016

Wie der "Kurier" in seiner aktuellen Oberösterreich-Beilage berichtet, verbreitet der Schriftführer des türkischen Linzer Vereins "Avrasya" via Facebook ein Foto mit dem Hitlergruß. Der Verfassungsschutz ermittelt wegen NS-Wiederbetätigung. Erst kürzlich hat derselbe "Avrasya"-Schriftführer im Weiheraum der KZ-Gedenkstätte Mauthausen den Wolfsgruß der türkischen Faschisten gezeigt und damit für bundesweite Empörung gesorgt.

"Der Verein 'Avrasya' gehört zur rechtsextremen Bewegung der 'Grauen Wölfe', die Kontakte zu deutschen Neonazis haben soll", sagt Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). "Das Gedankengut ist ja sehr ähnlich - ultranationalistisch, antisemitisch und demokratiefeindlich. Andererseits weist das ZDF-Fernsehmagazin 'frontal 21', das für seine hervorragenden Recherchen bekannt ist, auf Verbindungen der 'Grauen Wölfe' zur Terrormiliz 'Islamischer Staat' hin."

Das Mauthausen Komitee fordert vom Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, solchen gefährlichen Verbindungen und ihren österreichischen Bezügen intensiv nachzugehen. "Wenn sich verschiedene Extremistengruppen koordinieren, kann das tödliche Folgen haben. Innenministerin Mikl-Leitner muss sicherstellen, dass der Verfassungsschutz seiner Aufgabe gerecht wird und dafür auf das notwendige Wissen - etwa auf gute Türkisch- und Arabischkenntnisse - zugreifen kann", betont der MKÖ-Vorsitzende.

Lesen Sie mehr ...

Mauthausen Komitee und Antifa-Netzwerk begrüßen Ausschluss von "Avrasya": "Wichtiger Erfolg antifaschistischer Aufklärungsarbeit"

Druckversion

Presseaussendung vom 22.03.2015

Forderung nach konsequentem Trennstrich der Stadt Linz

Wie die Tageszeitung "Heute" in ihrer Oberösterreich-Ausgabe berichtet, will der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) den türkischen Verein "Avrasya" nun doch aus dem Integrationsbeirat seiner Stadt ausschließen. Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) und das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus (Antifa-Netzwerk) begrüßen diese Absicht. "Seit langem weisen wir immer wieder darauf hin, dass 'Avrasya' den rechtsextremen 'Grauen Wölfen' angehört und jedes Naheverhältnis demokratischer Politiker zu diesem Verein völlig untragbar ist. Wenn Bürgermeister Luger jetzt Maßnahmen setzt, ist das ein wichtiger Erfolg antifaschistischer Aufklärungsarbeit", freut sich MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi.

Immer wieder haben "Avrasya"- Funktionäre für Empörung gesorgt – zuletzt durch eine kriegsverherrlichende Propagandaveranstaltung in einem Linzer Volkshaus und durch das Zeigen des faschistischen Wolfsgrußes in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.

"Neben dem Ausschluss von 'Avrasya' aus dem Integrationsbeirat muss sichergestellt werden, dass die 'Grauen Wölfe' künftig weder finanzielle Förderungen noch Räumlichkeiten der Stadt Linz erhalten", betont Netzwerk-Sprecher Robert Eiter. "Nur ein konsequenter Trennstrich ist auch glaubwürdig!"

Lesen Sie mehr ...

Faschistengruß in der KZ-Gedenkstätte: Mauthausen Komitee fordert sofortige Konsequenzen

Druckversion

Pressemitteilung vom 14.03.2016

Kritik an der Linzer Politik und am Verfassungsschutz

Faschistengruß in der KZ-Gedenkstätte - Mauthausen Komitee fordert sofortige KonsequenzenFaschistengruß in der KZ-Gedenkstätte - Mauthausen Komitee fordert sofortige Konsequenzen

Mit großer Bestürzung und scharfem Protest reagiert das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) auf Berichte im "Kurier" und im ORF: Danach hat ein führender Funktionär des türkischen Linzer Vereines "Avrasya" im Weiheraum der KZ-Gedenkstätte Mauthausen den faschistischen Wolfsgruß gezeigt. "Offenbar ist dieser Rechtsextremist stolz auf die Verhöhnung von mehr als 100.000 Todesopfern des KZ Mauthausen", sagt MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi. "Denn er hat von seinem Faschistengruß ein Foto machen lassen, das via Facebook verbreitet wird und in seinem Umfeld viel Beifall findet."

Mernyi fordert angesichts der menschenverachtenden Provokation Konsequenzen: "Es reicht! Das Mauthausen Komitee hat im Vorjahr alle demokratischen Parteien vor den rechtsextremen "Grauen Wölfen", zu denen auch der Linzer Verein "Avrasya" gehört, ausdrücklich gewarnt. Trotzdem konnte "Avrasya" erst kürzlich in einem Volkshaus der Stadt Linz seine ultranationalistische Propaganda verbreiten. Und trotzdem sitzen noch immer "Avrasya"-Vertreter im Linzer Integrationsbeirat. Das muss sofort beendet werden!"

Das Mauthausen Komitee kritisiert aber auch die Untätigkeit des Verfassungsschutzes. "In Deutschland ist es selbstverständlich, dass der Verfassungsschutz die "Grauen Wölfe" und ihre Umtriebe beobachtet. In Österreich werden diese Umtriebe von den Sicherheitsbehörden nicht einmal ignoriert. Jetzt muss Innenministerin Mikl-Leitner, die sowohl für den Verfassungsschutz als auch für die KZ-Gedenkstätte Mauthausen zuständig ist, sicherstellen, dass sich ein derartiger Vorfall durch den "Avrasya"-Funktionär nicht wiederholt!", betont der MKÖ-Vorsitzende.

Vereinsregisterauszug Avrasya

Lesen Sie mehr ...

Breite Unterstützung für Mauthausen Komitee und Antifa-Netzwerk: Zahlreiche Prominente fordern von Justizminister Maßnahmen gegen Skandale bei Verbotsgesetzfällen

Druckversion

Gespräch im Ministerium soll konkrete Fortschritte bringen

In einem Offenen Brief wenden sich mehr als 50 Persönlichkeiten an Justizminister Wolfgang Brandstetter: Sie verlangen von ihm wirksame Maßnahmen, um weitere Justizskandale bei Fällen von NS-Wiederbetätigung zu verhindern. Solche Skandale gibt es immer wieder, teilweise erregen sie auch internationales Aufsehen. Zuletzt hat eine Grazer Staatsanwältin den Hetzartikel eines bekannten Rechtsextremisten gegen KZ-Überlebende "nachvollziehbar" gefunden und das Strafverfahren eingestellt.

"Unerträgliche Fehlentscheidungen wie diese verhöhnen die NS-Opfer und schädigen das Ansehen Österreichs. Außerdem werden sie von der braunen Szene, die ohnehin immer dreister und brutaler wird, als Ermunterung zu neuen Attacken verstanden", betont Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ).

Das Mauthausen Komitee Österreich und das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus (Antifa-Netzwerk) haben den Offenen Brief formuliert. Und dafür breite Unterstützung bekommen: Zu den Unterzeichnern gehören die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die Schriftsteller Marlene Streeruwitz, Karl-Markus Gauß, Gerhard Ruiss und Doron Rabinovici, die Schauspieler Elisabeth Orth, Mercedes Echerer, Cornelius Obonya, Harald Krassnitzer und Erwin Steinhauer, die KZ-Überlebenden Käthe Sasso, Marko Feingold und Rudolf Gelbard, ÖGB-Präsident Erich Foglar, Arbeiterkammerpräsident Rudolf Kaske, der katholische Bischof Manfred Scheuer, der evangelische Bischof Michael Bünker, die Präsidentin der Katholischen Aktion Gerda Schaffelhofer, die Politikwissenschafter Anton Pelinka, Andreas Maislinger und Thomas Schmidinger, die Rechtsextremismus-Experten Hans-Henning Scharsach und Andreas Peham sowie der Strafrechtswissenschafter Alois Birklbauer.

Die mehr als 50 Persönlichkeiten fordern im Offenen Brief, dass die Staatsanwaltschaften dem Justizministerium über sämtliche Verbotsgesetzfälle laufend berichten müssen, dass über solche Fälle immer die Öffentlichkeit informiert wird und dass alle Staatsanwälte sowie Strafrichter in der Materie Verbotsgesetz intensiv geschult werden – auch unter Vermittlung notwendigen Hintergrundwissens über den historischen Nationalsozialismus und die heutige neonazistische Szene.

"Justizminister Brandstetter hat uns zu einem Gespräch eingeladen, das konkrete Fortschritte bringen soll. Weil dem Minister eine gute Reform des Verhetzungsparagraphen gelungen ist, sind wir zuversichtlich, dass er auch die Probleme bei der Anwendung des Verbotsgesetzes durch wirksame Maßnahmen lösen wird", sagt Robert Eiter, Sprecher des OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus.

Lesen Sie mehr ...

Mauthausen Komitee fordert Kontrolle von Verbotsgesetzfällen durch Ministerium

Druckversion

Presseaussendung vom 10.02.2016

Immer wieder Justizskandale bei NS-Wiederbetätigung

Empörung herrscht im Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) über den jüngsten Justizskandal bei einem Fall nationalsozialistischer Wiederbetätigung. Der bekannte Rechtsextremist Fred Duswald hatte im einschlägigen Magazin "Aula" überlebende Häftlinge des KZ Mauthausen als "Landplage" und als "Massenmörder" beschimpft. Ein Strafverfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Graz mit der Begründung eingestellt, die Inhalte von Duswalds Hetzartikel seien "nachvollziehbar". Der Rechtsschutzbeauftragte Gottfried Strasser kann darin kein Problem erkennen. Ganz anders der zuständige Sektionschef Christian Pilnacek: Er bezeichnete die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Graz als "unfassbar" und eine "grobe Fehlleistung".

"Das NS-Verbotsgesetz ist ein Grundpfeiler unserer Rechtsordnung. Nicht wenige Richter und Staatsanwälte setzen es aber faktisch außer Kraft", übt MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi scharfe Kritik. Er nennt konkrete Beispiele: "Duswald verbreitet seine Hasspropaganda gegen KZ-Überlebende schon zum zweiten Mal. Das letzte Strafverfahren hat die Staatsanwaltschaft Wien völlig unverständlicherweise eingestellt. Vom Landesgericht Wiener Neustadt wurde der Verfasser des Programms der neonazistischen NVP trotz wörtlicher Übernahme eines SS-Textes freigesprochen – der bestellte Gutachter war ein notorischer Antisemit. Und die Staatsanwaltschaft Linz bescheinigte einem türkischen Friseur, der mit einem fiktiven Hitler-Zitat auf Facebook den Holocaust gerühmt hatte, eine "bloße Unmutsäußerung gegen Israel". Nach internationalen Protesten wurde das Strafverfahren wiederaufgenommen und führte zu einer Verurteilung. Diese Skandalliste ließe sich noch lange fortsetzen", so der MKÖ-Vorsitzende.

Für Justizminister Wolfgang Brandstetter findet Willi Mernyi trotzdem lobende Worte: "Seine Haltung gegen Rechtsextremismus ist eindeutig und er hat für eine wirklich gute Reform des Verhetzungsparagraphen gesorgt. Allerdings muss es jetzt wirksame Konsequenzen geben, um die nächsten Justizskandale in Sachen Wiederbetätigung zu verhindern. Wir fordern, dass die Staatsanwaltschaften dem Ministerium über sämtliche Verbotsgesetzfälle laufend berichten müssen, dass über solche Fälle auch die Öffentlichkeit informiert wird und dass Staatsanwälte sowie Richter in dieser Materie intensiv geschult werden. So wie bisher geht es sicher nicht weiter – das ist ein Schlag ins Gesicht der NS-Opfer und schädigt auch das Ansehen Österreichs."

Lesen Sie mehr ...

Heftiger Protest der KZ-Überlebenden gegen die Einstellung des Verfahrens gegen die "Aula"

Druckversion

Presseaussendung vom 10.02.2016

Verhöhnung der heute noch lebenden KZ-Opfer

Das Comité International de Mauthausen (CIM) als Dachverband von derzeit 21 nationalen Organisationen von Überlebenden des KZ Mauthausen und deren Angehörigen verwehrt sich auf das Heftigste gegen die vollkommen aus der Luft gegriffene Pauschalierung der Staatsanwaltschaft Graz, die in der Zeitschrift "Aula" publizierte Bezeichnung von befreiten "KZ-Häftlinge als Landplage und Massenmörder" sei zulässig. Mit der Akzeptanz dieser menschenverachtenden Bezeichnungen durch die Staatsanwaltschaft Graz werden Formulierungen als richtig befunden, die auch schon beim Aufruf der Lager-SS zur Menschenjagd im Rahmen der sogenannten "Mühlviertler Hasenjagd" gefallen sind.

Als das nationalsozialistische Konzentrationslager Mauthausen und seine Außenlager befreit wurden, waren dort noch mehrere zehntausend Menschen interniert. Nach Abzug der SS-Wachmannschaften Anfang Mai 1945 blieben die Häftlinge mehr oder weniger sich selbst überlassen. Bis zur Befreiung durch die alliierten Truppen (großteils durch die US-Army) versuchten einige Häftlinge, für sich und ihre Kameraden im Umkreis der KZ Lebensmittel zu organisieren und somit die zehntausenden Menschen vor dem sicheren Hungertod zu bewahren. Mit der Übernahme der befreiten KZ durch die US-Army wurde auch die Versorgung der befreiten Häftlinge durch die Amerikaner übernommen. Unbestritten ist, dass diese Beschaffung von überlebensnotwendigen Lebensmitteln in wenigen Fällen auch gegen den Willen der betroffenen Lokalbevölkerung geschehen ist. Daraus jedoch abgeleitet die Formulierung "Landplage" als zutreffend zu bezeichnen, entbehrt nicht nur jeder historischen Grundlage, sondern ist auch eine Verhöhnung der heute noch lebenden KZ-Opfer.

Die Staatsanwaltschaft Graz führt auch aus, dass es unter den KZ Häftlingen "verurteilte Straftäter" gegeben habe und somit auch die diskriminierenden Formulierungen im "Aula"-Artikel gerechtfertigt seien.

Der Präsident des CIM, Guy Dockendorf, hält mit Nachdruck fest:
"Mein Vater Metty Dockendorf wurde im April 1944 als luxemburgischer Widerstandskämpfer gegen die Nazi-Besatzung zuerst in das KZ Mauthausen und dann in die Außenlager Melk und Ebensee deportiert. In den Tagen der Befreiung in Ebensee waren es ein paar wenige Häftlinge, die dazu noch körperlich in der Lage waren, die für die vielen tausend im Lager verbliebenen Häftlingskameraden mit Hilfe der Lokalbevölkerung und der US-Army Lebensmittel organisierten und somit vielen Menschen das Leben retten konnten.
Mein Vater und die meisten seiner Kameraden sind heute nicht mehr am Leben – ich als sein Sohn und als Präsident des CIM sehe in der Begründung der Staatsanwaltschaft Graz eine kaum wiedergutzumachende Verhöhnung derer, die ihren Einsatz gegen den Nazi-Terror und oft genug mit ihrem Leben bezahlen mussten. Die Verunglimpfung dieser Menschen als 'Landplage' und 'Massenmörder' im Jahre 2016 auch noch seitens der Justiz zu rechtfertigen, ist für das CIM inakzeptabel."

Wir laden die zuständigen Justizbehörden daher ein, mit unserer Vermittlung einen begleiteten Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte Mauthausen zu machen und sich mit den historischen Tatsachen profunde auseinanderzusetzen.
Nebenbei bemerkt: Denkt die Staatsanwaltschaft Graz wirklich, dass zu den Befreiungsfeiern in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen bis zu 35.000 Teilnehmer (und darunter immer fast die gesamte österreichische Bundesregierung sowie zahlreiche internationale Staatsgäste) kommen würden, wenn hier "Massenmördern" und einer "Landplage" gedacht würde?

Rückfragehinweis und Kontakt:
Mag. Andreas Baumgartner, Generalsekretär des CIM
Tel.: +43 / (0)676 /  701 55 77
E-Mail: baumgartner@cim-info.org

Lesen Sie mehr ...

Historiker präsentieren kritische Edition von "Mein Kampf"

Druckversion

Presseaussendung vom 28.01.2016

"Politischer Aschermittwoch" am 10. Februar im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels. Gemeinsame Veranstaltung des Mauthausen Komitees mit Antifa-Netzwerk, Welser Antifa und Bildungshaus Puchberg.

Ende 2015, 70 Jahre nach der Befreiung vom NS-Regime, sind die Rechte des Freistaates Bayern an Adolf Hitlers Buch "Mein Kampf" erloschen. Das Münchner Institut für Zeitgeschichte hat eine wissenschaftlich kommentierte, kritische Edition erarbeitet, die heuer im Jänner erschienen ist. Ziele der Edition sind, die Entstehung von Hitlers Weltanschauung nachzuzeichnen und seine Ideen und Vorläufer offenzulegen, vor allem aber auch seine Ideen und Behauptungen mit den Ergebnissen der historischen Forschung zu konfrontieren. Da "Mein Kampf" ein mit Mythen befrachtetes Propagandawerk der Menschenverachtung ist, dient die kritische Edition der historisch-politischen Aufklärung.

Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus, die Welser Initiative gegen Faschismus und das Bildungshaus Schloss Puchberg laden nun gemeinsam zu einem "Politischen Aschermittwoch" ein: Am 10. Februar um 20.00 Uhr wird die kritische Edition von "Mein Kampf" von zwei der Autoren, nämlich dem Projektleiter Christian Hartmann und seinem Historikerkollege Thomas Vordermayer, im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels präsentiert. Anschließend besteht die Möglichkeit zu Fragen. Moderiert wird der Abend von der Psychologin und Linzer Gemeinderätin Marie-Edwige Hartig. Der Eintritt (Kursbeitrag) beträgt zehn Euro (inkl. Heringaufstrich). Für SchülerInnen, Studierende und Bedürftige ist der Eintritt frei. Wegen des großen Interesses wird um Anmeldung unter 07242/47537 oder puchberg@dioezese-linz.at gebeten.

Lesen Sie mehr ...

Seiten

Jetzt spenden!Mitglied werdenRechtsextremismus meldenMauthausen SchwurBefreiungsfeier 06.05.2018Fest der Freude 08.05.2018