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Aktuelles

MKÖ-Vorsitzender Mernyi fordert von Landeshauptmann Pühringer: "Stelzhamers Judenhass darf in der Öffentlichkeit nicht länger totgeschwiegen werden!"

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Pressemeldung vom 14.12.2016

Wien informiert jetzt über die dunkle Seite des Mundartdichters

Gerade in Oberösterreich betonen Politiker bei Gedenkreden oft, man müsse sich der Geschichte stellen und aus ihr lernen. War doch das Bundesland der "Heimatgau des Führers", in dem das KZ Mauthausen und seine großen Außenlager sowie die Tötungsanstalt Hartheim den Rassenwahn der Nationalsozialisten durch bestialischen Massenmord umsetzten. Betrifft es aber den Verfasser der oberösterreichischen Landeshymne "Hoamatland", den Mundartdichter Franz Stelzhamer (1802 – 1874), sind die Lippenbekenntnisse rasch vergessen.

"Stelzhamer war einer übelsten Judenhasser seiner Zeit, obwohl er jüdische Bekannte hatte, die ihn selbstlos unterstützten", sagt Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). "1852 geht er in seinem Essay 'Jude' über damals verbreitete Vorurteile weit hinaus und macht sich zum Vorreiter eines Vernichtungsantisemitismus. Das Judentum sei ein 'Riesenbandwurm', dem der Kopf abgeschlagen werden müsse, schreibt Stelzhamer. Diese Tatsache wird in der oberösterreichischen Öffentlichkeit bisher völlig totgeschwiegen."

Seit Jahren macht der international angesehene Schriftsteller und Landeskulturpreisträger Ludwig Laher auf die untragbare Situation aufmerksam. Michael John, Linzer Historiker und Obmann der Österreichischen Lagergemeinschaft Auschwitz, setzt sich ebenfalls für eine stärkere Bewusstseinsbildung durch das Land Oberösterreich ein. Landeshauptmann und Landeskulturreferent Josef Pühringer hat vor längerer Zeit festgestellt: "Wir müssen klar bekennen: Ja, es gibt antisemitische und politisch bedenkliche Texte von Franz Stelzhamer. Das können, werden und wollen wir nicht verschweigen. Ganz im Gegenteil: Wir dokumentieren es, zeigen es auf." Das geschah allerdings nur im Buch "Der Fall Franz Stelzhamer", das praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit erschien.

"Das Land Oberösterreich und die einzelnen Gemeinden sind hier mehr als säumig", stellt MKÖ-Vorsitzender Mernyi fest. "Es muss endlich dafür gesorgt werden, dass der ausgeprägte Judenhass des Landeshymnendichters angemessen thematisiert wird. Es braucht Hinweise bei offiziellen Erwähnungen Stelzhamers, etwa auf der Homepage des Landes, auf Denkmälern und bei Straßen sowie Schulen, die immer noch seinen Namen tragen."

Wien ist da etwas voraus: Aufgrund des Berichts einer Expertenkommission unter der Leitung des Historikers Oliver Rathkolb bringt die Stadt in der Stelzhamergasse im 3. Bezirk eine Tafel an, die auf das antisemitische Gedankengut des Dichters hinweist. Die Kommission bewertet ihn – auch unter Heranziehung der Forschungen von Ludwig Laher und Michael John – als eine jener 28 Personen, nach denen in Wien Straßen benannt sind, die aber besonders judenfeindlich und/oder nationalsozialistisch gesinnt waren. Ludwig Laher bringt es auf den Punkt: "Auch Franz Stelzhamer steht für die Unbegreiflichkeit menschlicher Abgründe. Als Held und Vorbild taugt er schlecht, als personifiziertes Problem, um das wir uns nicht herumdrücken dürfen, kommt ihm und seiner Rezeption dagegen gerade heute besonders aktuelle Bedeutung zu."

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Generalversammlung Mauthausen Komitee Österreich am 05.12.2016

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Bei unserer Generalversammlung am 5.12.2016 präsentierten wir unsere Projekte und Aktivitäten mit 83.819 TeilnehmerInnen in den letzten zwei Jahren!

Aktivitäten des Mauthausen Komitee Österreich 2015-2016

Wir bedanken uns bei unseren Mitgliedern und UnterstützerInnen!

Generalversammlung MKÖ 05.12.2016Generalversammlung MKÖ 05.12.2016Generalversammlung MKÖ 05.12.2016Generalversammlung MKÖ 05.12.2016Generalversammlung MKÖ 05.12.2016

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"Internationale Solidarität" - Bericht "Gedenk- und Befreiungsfeiern 2016"

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Tausende bei Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen

In Erinnerung an die Befreiung der Häftlinge aus dem Konzentrationslager Mauthausen am 5. Mai 1945 wurde diesem Ereignis am 15. Mai 2016 im Rahmen der alljährlichen internationalen Befreiungs-und Gedenkfeier gedacht. Mehr als 6.000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland nahmen auch dieses Jahr am 71. Jahrestag teil. Organisiert wurde die Gedenk- und Befreiungsfeier vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) in enger Zusammenarbeit mit der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen (ÖLM) und dem Comité International de Mauthausen (CIM).

Solidarität damals und heute

Für Häftlinge in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten hatte auch die internationale Solidarität einen wichtigen Stellenwert, so auch im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen und seinen Außenlagern.
Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich: „Wenn sich der Rechtsextremismus europäisch organisiert kann unsere Antwort nur eine internationale Antwort sein. Wenn heute Menschen vor dem Krieg nach Europa flüchten müssen, sind viele europäische Regierungen auch solidarisch. Solidarisch im Wegschauen und im Nichtstun. Hier fordern wir echte und internationale Solidarität ein.“

Bericht "Gedenk- und Befreiungsfeiern 2016"

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Zivilcourage trainieren im Palais Epstein - Parlament

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In Kooperation mit den Bundesratspräsidenten Mario Lindner bietet das Mauthausen Komitee Österreich 5 kostenlose Zivilcourage-Trainings zu folgenden Terminen an:

  • 12. Dezember 2016
  • 13. Dezember 2016
  • 15. Dezember 2016
  • 19. Dezember 2016
  • 20. Dezember 2016

Die Trainings dauern 4 Stunden und sind in der Zeit von 08:00 Uhr bis 14:30 Uhr buchbar.
Maximal können 18 Jugendliche pro Training teilnehmen.

Anmeldungen zu den Zivilcourage-Trainings unter info@mkoe.at.

Die zentralen Ziele des Zivilcourage-Trainings sind die Sensibilität für zivilcouragiertes Handeln zu erhöhen, das eigene Verhaltensrepertoire auf unterschiedlichen Ebenen zu erweitern, sowie Zivilcourage und gesellschaftliche Verantwortung im Gestern und Heute zu vermitteln. Zusätzlich zur theoretischen Auseinandersetzung mit Zivilcourage in autoritären und hoch repressiven Systemen, speziell in der Zeit des Nationalsozialismus, wird in den Zivilcourage-Trainings auch an Beispielen von RetterInnen und HelferInnen vermittelt, warum sich Menschen trotz der extremen Rahmenbedingungen entschieden haben, anderen Menschen zu helfen. Durch die Auseinandersetzung mit Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus zivilen Mut zeigten, wird ein Bogen in die Gegenwart der Jugendlichen gespannt.

Parallel zu den Zivilcourage-Trainings wird im Palais Epstein die MKÖ-Ausstellung "UnSer (?) Amerika" von 09. bis 22. Dezember 2016 gezeigt. Öffnungszeiten: Wochentags von 09.00-16.00 Uhr, Samstags von 10.30-15.00 Uhr.

Die Ausstellung zeigt eine multiperspektivische Präsentation der Vereinigten Staaten. Zeitgenössische Bezüge wurden historischen Kontexten gegenübergestellt und eröffneten eine spannende Darstellung in Hinblick auf Aufbrüche, Krisen und Veränderung in den USA im Vergleich zu Europa und im Besonderen zu Österreich. Folgende Themenbereiche werden blitzlichtartig beleuchtet:

  • Leben in Amerika (American Dream / Immigration / Sozialsysteme)
  • Bürgerrechtsbewegungen (Civil Rights Movement / Frauenbewegung / ArbeiterInnenbewegung / Homosexuelle Bürgerrechtsbewegung)
  • American Lifestyle (Music / Cars / Sport / Food / Language)
  • Österreich und Amerika (Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen / Nürnberger Prozesse / Marshall Plan)

Informationsblatt

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Einladung zur Buchpräsentation "Hitlers Nibelungen"

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Pressemeldung vom 02.11.2016

Wir laden zur Buchpräsentation "Hitlers Nibelungen" mit Autorin Anna Rosmus vom Mauthausen Komitee Österreich ein und bitten um Ankündigung:

Montag, 7. November 2016, 19:00 Uhr

Österreichischer Gewerkschaftsbund
Saal "Marie Tusch"
Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien (U2 Donaumarina)

Eintritt frei!

Begrüßung durch Willi Mernyi, Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich

Anna Rosmus beschreibt in ihrem neuesten Buch "Hitlers Nibelungen" die regionale, grenzübergreifende Euphorie, auf Gebieten des Nibelungenliedes ein neues Reich zu erreichten, in dem eine kämpferische Jugend heranwuchs.

Das Buch erzählt in einem nie zuvor gesehenen Ausmaß, welche Bedeutung Passau für Nationalsozialisten wie Hitler, Himmler, Eichmann, Göring oder Kaltenbrunner an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland hatte und enthält eine Fülle von bisher unveröffentlichtem Material.

Die US-Staatsbürgerin Anna Rosmus wurde 1960 in Passau geboren. Sie widmete ihr Leben der Aufdeckung von Antisemitismus, der Recherche über die Zeit des Nationalsozialismus in ihrer Heimatstadt sowie der Arbeit mit US-Soldaten, die an der Befreiung Europas von der Nazi-Diktatur beteiligt waren. Anna Rosmus publizierte zahlreiche Werke und erhielt mehrere Auszeichnungen

Wir bitten um Zu- oder Absage unter +43 / (0)1 / 212 83 33 oder per E-Mail an info@mkoe.at.

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Anwalt leugnete Gaskammer in Mauthausen: Verfahren eingestellt

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Pressemeldung vom 31.10.2016

Neuer Justizskandal bei Verbotsgesetzfall. Scharfer Protest von Mauthausen Komitee und Antifa-Netzwerk.

Schon wieder endete ein Verbotsgesetzfall skandalös. Diesmal ist aber nicht eine Staatsanwaltschaft, sondern der sogenannte Weisungsrat im Justizministerium verantwortlich.

Ein Welser Anwalt war Pflichtverteidiger bei einem Prozess wegen NS-Wiederbetätigung. In seinem Plädoyer behauptete er, es habe im KZ Mauthausen keine Gaskammer gegeben. Das brachte ihm selbst eine Anklage nach dem Verbotsgesetz ein. Doch der Weisungsrat im Justizministerium pfiff die Staatsanwaltschaft Wels in letzter Minute zurück. Das Verfahren gegen den Anwalt musste deshalb eingestellt werden. Am Landesgericht Wels soll die Verwunderung über den unüblichen Eingriff des Weisungsrates groß gewesen sein.

Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) und das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus (Antifa-Netzwerk) wenden sich jetzt mit einem scharfen Protest an Justizminister Wolfgang Brandstetter.

"Auch wenn wir nicht unterstellen, dass die Beziehungen des Gaskammer-Leugners – sein Bruder und Kanzleipartner ist Vizepräsident der Anwaltskammer Oberösterreich – eine Rolle gespielt haben: Hier wurde aus nicht nachvollziehbaren Gründen ein sehr berechtigtes Verfahren von oben abgewürgt", zeigt sich MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi entsetzt. "Das rückt die Justiz in ein schiefes Licht und schadet der Demokratie."

"Ein Anwalt muss genau überlegen, was er in seinem Plädoyer sagt, und kann nicht einfach eine rechtsextreme Geschichtsfälschung verbreiten", stellt Netzwerk-Sprecher Robert Eiter fest. "Oft schon hätten wir uns gewünscht, dass das Justizministerium willkürliche Einstellungen von Verbotsgesetzverfahren verhindert. Passiert ist es fast nie. Nun hat die Staatsanwaltschaft korrekt gehandelt, dafür hat der Weisungsrat eine Gaskammer-Leugnung zur straffreien Bagatelle verharmlost."

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Kunst und Kultur gegen Linzer Rechtsextremisten-Treffen

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Pressemeldung vom 27.10.2016

Proteste von Bruckner-Uni und Landestheater

Mauthausen Komitee und Antifa-Netzwerk rufen zur Demo am Samstag auf

Die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und die Doyenne des Burgtheaters, Elisabeth Orth, haben zu den Ersten gehört, von denen Landeshauptmann Josef Pühringer aufgefordert wurde, den rechtsextremen Kongress "Verteidiger Europas" aus den Linzer Redoutensälen auszuladen. Mittlerweile haben sich den Protesten hunderte Kulturschaffende angeschlossen. Unter anderem sind der Österreichische PEN-Club, die Grazer Autorenversammlung sowie die IG Autorinnen und Autoren mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit getreten. Nach dem Rektor der Linzer Kunstuniversität, Reinhard Kannonier, hat auch die Rektorin der Bruckner-Universität, Ursula Brandstätter, mit ihren Dekanen Constanze Wimmer und Thomas Kerbl den Offenen Brief des Mauthausen Komitees und des Antifa-Netzwerks an Landeshauptmann Pühringer unterzeichnet. Das Landestheater, unter dessen Dach sich die Redoutensäle befinden, wird am Wochenende mit künstlerischen Mitteln gegen die Einquartierung der Rechtsextremisten protestieren.

"Diese breite Ablehnung sollte dem Landeshauptmann, der ja auch Kulturreferent ist, zu denken geben", betont Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). "Die ewiggestrigen Umtriebe, die Pühringer nur aus Rücksicht auf seinen Koalitionspartner FPÖ in den Prunkräumen des Landes duldet, sind zutiefst kultur- und demokratiefeindlich."

"Unser Netzwerk und das Mauthausen Komitee rufen zur Teilnahme an der Demo des Bündnisses 'Linz gegen rechts' auf!", sagt Robert Eiter, Sprecher des Antifa-Netzwerks. "Am Samstagnachmittag werden in der Linzer Innenstadt tausende Menschen friedlich zeigen, dass die rechtsextremen Hetzer unerwünscht sind."

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Scharfer Protest von Uni-Rektor bei Pühringer - Rektor Vitouch wurde von "Identitären"-Führer mit Faustschlag attackiert

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Pressemitteilung 24.10.2016

Kritik am Linzer Rechtsextremisten-Treffen wird immer breiter

Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) sieht sich mit einer weiter wachsenden Welle der Kritik konfrontiert, weil er sich noch immer weigert, den internationalen Rechtsextremisten-Kongress "Verteidiger Europas" aus den Linzer Redoutensälen auszuladen. Zahlreiche Organisationen und mehr als 70 Persönlichkeiten haben sich bereits an Pühringer gewandt, darunter der frühere Bundeskanzler Franz Vranitzky, der frühere Vizekanzler Erhard Busek, die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und der evangelische Bischof Michael Bünker.

Mit einem scharfen Protestschreiben meldet sich jetzt auch der Rektor der Universität Klagenfurt, Oliver Vitouch, zu Wort. Er bezieht sich auf die Tatsache, dass zum Kongress in den Redoutensälen die rechtsextremen "Identitären" angemeldet sind. Diese haben heuer am 9. Juni eine "Störaktion" in der Universität Klagenfurt durchgeführt. Der Führer des Stoßtrupps, Luca Kerbl, attackierte den Rektor dabei mit einem Faustschlag. Oliver Vitouch schreibt an Pühringer: "Sehr geehrter Herr Landeshauptmann, ich protestiere auf das Schärfste dagegen, dass Personengruppen, die Wiederbetätigung in neuem Gewand betreiben, Repräsentationsräumlichkeiten des Landes zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Gewaltbereitschaft ... durfte ich ... am 9. Juni selbst erleben. Ich appelliere daher in aller Form an Sie, diese Vermietung zu untersagen." Die Staatsanwaltschaft Graz ermittelt gegen die "Identitären" u.a. wegen Verhetzung und Nötigung.

"Wann gibt Landeshauptmann Pühringer zu, dass er sich geirrt hat?", fragt Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). "Oder will er wirklich zulassen, dass rechtsextreme Schläger in den Prunksälen des Landes ihre Hassparolen verbreiten und Oberösterreich international blamieren?"

"Salbungsvolle Politikerreden in Mauthausen und Hartheim sind zu wenig", sagt Robert Eiter, Sprecher des OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus. "Wer den Hetzern nicht entgegentritt, sondern ihnen auch noch öffentliche Räume zur Verfügung stellt, macht sich an den zunehmenden braunen Gewalttaten mitschuldig!"

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Buchpräsentation "Hitlers Nibelungen. Niederbayern im Aufbruch zu Krieg und Untergang."

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Buchpräsentation mit Autorin Anna Rosmus

Buchcover Hitlers Nibelungen von Anna Rosmus

Montag, 7. November 2016, 19:00 Uhr

Österreichischer Gewerkschaftsbund
Saal "Marie Tusch"
Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien (U2 Donaumarina)

Eintritt frei!

Begrüßung durch Willi Mernyi, Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich

Anna Rosmus beschreibt in ihrem neuesten Buch "Hitlers Nibelungen" die regionale, grenzübergreifende Euphorie, auf Gebieten des Nibelungenliedes ein neues Reich zu erreichten, in dem eine kämpferische Jugend heranwuchs.

Das Buch enthält eine Fülle von bisher unveröffentlichtem Material. Um die Jahrhundertwende waren die Familien Hitler und Himmler nach Passau gezogen. Nachdem Einheimische 1920 mit Patronen der Reichswehr gegen Kurt Eisner ins Stadttheater zogen, holte Johann Georg Hofmann Hitler zu seiner ersten öffentlichen Rede. Albert Leo Schlageter wurde zum Helden stilisiert und Frauenberg bekam ein Ritter-von-Leeb Haus. Gauleiter Andreas Bolek zog nach Passau. Ernst Kaltenbrunner und Sonderkommissar Sepp Discherl operierten an der Grenze, wo Baldur von Schirach zu Gast war und die Donauflotille patroullierte. Schleifen Hakenkreuze zierten Passaus Hitler-Eiche, das NSDAP-Reichssymphonie-Orchester rührte die Werbetrommel und die Zeitung protzte mit Hakenkreuzen in der Basilika. Hermann Göring stellte sich Ritter von Stucks Kämpfende Amazone vor Carinhall. Adolf Eichmann und Hans Baumann heirateten in Passau.

Die US-Staatsbürgerin Anna Rosmus wurde 1960 in Passau geboren. Sie widmete ihr Leben der Aufdeckung von Antisemitismus, der Recherche über die Zeit des Nationalsozialismus in ihrer Heimatstadt sowie der Arbeit mit US-Soldaten, die an der Befreiung Europas von der Nazi-Diktatur beteiligt waren. Jahrzehntelang widmete sie ihre Arbeit der Geschichte der US-Veteranen, organisierte Wiedersehenstreffen, ermöglichte KZ-Überlebenden ihre Befreier wieder zutreffen sowie Teilnahmen an Befreiungsfeiern in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen oder seiner Außenlager. Anna Rosmus publizierte zahlreiche Werke und erhielt mehrere Auszeichnungen. Sie lebt seit 1994 bei Baltimore in Maryland. In Washington DC war sie im Holocaust Museum tätig. Bis jetzt wird sie an Schulen und Universitäten eingeladen um über die Zeit des Nationalismus, ihre Arbeit zu erzählen und Jugendliche für ein "Niemals wieder" zu sensibilisieren.

Eine Veranstaltung des Mauthausen Komitee Österreich in Kooperation mit dem Österreichischen Gewerkschaftsbund.

Anmeldung:
Mauthausen Komitee Österreich,
Obere Donaustraße 97/4/5, 1020 Wien
Mobil: 01/212 83 33, E-Mail: info@mkoe.at

Infoblatt

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Zahlreiche Prominente fordern von Landeshauptmann Pühringer die Ausladung des rechtsextremen Kongresses "Verteidiger Europas"

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Pressemeldung vom 18.10.2016

Breite Unterstützung für Mauthausen Komitee und Antifa-Netzwerk

Elfriede Jelinek, Maria Hofstätter, Erhard Busek, Harald Krassnitzer, Rudolf Kaske und Anton Pelinka schlossen sich Appell an

In einem Offenen Brief wenden sich mehr als 60 Persönlichkeiten an Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer: Sie verlangen von ihm die Ausladung des internationalen Rechtsextremisten-Kongresses "Verteidiger Europas", der Ende Oktober in den Linzer Redoutensälen, den Repräsentationsräumen des Landes, stattfinden soll.

"Mit vollem Recht protestieren Mauthausen-Überlebende aus vielen Staaten dagegen, dass Pühringer in Räumen des Landes ein Treffen von Hetzern und Hasspredigern zulassen will", betont Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). "Die deutschnationale Burschenschaft 'Arminia Czernowitz', auf die der Mietvertrag läuft, verwendet ungeniert NS-Symbolik. Und die 'Identitären', die zum Kongress kommen wollen, gehen immer wieder gewalttätig gegen Demokraten vor – beispielsweise haben sie auf der Universität Klagenfurt dem Vorsitzenden der Rektorenkonferenz einen Schlag in den Bauch versetzt. Der rechtsextreme Kongress in den Redoutensälen wäre ein Schaden für die Republik und für den Ruf Oberösterreichs. Landeshauptmann Pühringer trägt die politische Verantwortung dafür, dass es nicht soweit kommt!"

Kongressveranstalter wollen "Lügenpresse" den Zutritt verwehren

"Wie die Kongressveranstalter zur Meinungs- und Pressefreiheit stehen, zeigt sich schon daran, dass sie unabhängigen Medien – von ihnen als 'Lügenpresse' beschimpft – den Zutritt verwehren wollen", sagt Robert Eiter, Sprecher des OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus. "Leute mit dieser antidemokratischen Gesinnung haben in den Räumen des Landes nichts verloren!"

Das Mauthausen Komitee Österreich und das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus (Antifa-Netzwerk) haben den Offenen Brief formuliert. Und dafür breite Unterstützung bekommen: Zu den Unterzeichnern gehören die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die Schriftsteller Marlene Streeruwitz, Robert Menasse, Karl-Markus Gauß, Gerhard Ruiss, Ludwig Laher und Doron Rabinovici, die Schauspieler Elisabeth Orth, Maria Hofstätter, Cornelius Obonya, Karl Markovics, Harald Krassnitzer und Erwin Steinhauer, die KZ-Überlebenden Käthe Sasso, Marko Feingold und Rudolf Gelbard, Arbeiterkammerpräsident Rudolf Kaske, ÖGB-Präsident Erich Foglar, die Politikwissenschafter Anton Pelinka, Andreas Maislinger und Thomas Schmidinger sowie die Rechtsextremismus-Experten Hans-Henning Scharsach und Andreas Peham. Auch der frühere Vizekanzler und ÖVP-Bundesparteiobmann Erhard Busek sowie der frühere Zweite Nationalratspräsident Heinrich Neisser appellieren an ihren Parteifreund Pühringer.

Aus Oberösterreich haben u.a. der Präsident der Katholischen Aktion, Bert Brandstetter, die Bundes- und die Landesvorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, Veronika Pernsteiner und Erika Kirchweger, der oö. Arbeiterkammerpräsident und ÖGB-Landesvorsitzende Johann Kalliauer, der Rektor der Kunstuniversität Linz, Reinhard Kannonier, der Historiker Michael John, der Wirtschaftswissenschafter Walter Ötsch, der Leiter des Bildungshauses Schloss Puchberg, Wilhelm Achleitner, und der Landesleiter der Pfadfinder, Michael Etlinger, den Offenen Brief unterschrieben.

Die mehr als 60 Persönlichkeiten fordern im Offenen Brief, dass das Land Oberösterreich den Mietvertrag mit den Rechtsextremisten einseitig auflösen soll. In vergleichbaren Fällen in Köln und Innsbruck ist das geschehen.

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