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"Ich glaubte immer daran, dass ich überleben werde!" - Im Gespräch mit KZ-Überlebenden Daniel Chanoch

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Gespräch mit KZ-Überlebenden Daniel Chanoch, 10. Mai 2016

Daniel "Dani" Chanoch wurde 1932 in Kaunas als jüngstes der drei Kinder von Frieda und Shraga Chanoch geboren. 1941 wurden er und seine jüdische Familie von den Nationalsozialisten verhaftet und ins Ghetto Kaunas deportiert. Nach der "Liquidierung" des Ghettos wurde Daniel Chanoch von den deutschen BesatzerInnen und ihren KollaborateurInnen in mehrere Lager verschleppt. Er überlebte sechs Konzentrationslager, darunter Dachau, Auschwitz-Birkenau und Mauthausen sowie die Todesmärsche aus diesen Lagern. Seine Eltern und seine Schwester wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Zu Kriegsende traf er auf Mitglieder der Jewish Brigade der britischen Armee und wurde von ihnen nach Israel mitgenommen. Auf dem Weg dorthin begegnete ihm in Italien sein Bruder Uri, den er zuvor das letzte Mal im Konzentrationslager Landsberg sah und der die Shoah ebenfalls überlebte.

Heute lebt Daniel Chanoch, der auch als Zeitzeuge in den Filmen Pizza in Auschwitz (2008) und Numbered (2012) mitwirkte, in Israel. Sein Bruder Uri verstarb in der Nacht von 1. auf 2. September 2015.

Daniel Chanoch wird im Vortrag auf seine Verfolgungsgeschichte und sein Leben nach der Shoah eingehen, danach gibt es die Möglichkeit einer Frage- und Diskussionsrunde mit den ZuhörerInnen.

Datum: 10. Mai 2016, 19:00 Uhr
Ort: Seminar und Veranstaltungszentrum Catamaran, Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien

Anmeldung an info@mkoe.at

Eine Veranstaltung des Mauthausen Komitee Österreichs, der Sozialistischen Jugend Wien und des Vereins GEDENKDIENST in Kooperation mit dem Österreichischen Gewerkschaftsbund.

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Alarmierende Zunahme rechtsextremer Straftaten: In zehn Jahren mehr als verfünffacht

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Pressemeldung vom 19.04.2016

Mauthausen Komitee fordert Nationalen Aktionsplan

In nur einem Jahr ist die Zahl rechtsextremer und rassistischer Straftaten um mehr als die Hälfte gestiegen, nämlich von 750 (2014) auf 1156 (2015). "Das erinnert an die Umtriebe der Nazis in den Jahren vor 1938", sagt Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ).

Die stetige Zunahme der Hass-Delikte hat schon 2005 begonnen: Damals waren es noch 209 einschlägige Tathandlungen. Das heißt, dass sich die rechtsextreme Kriminalität in den vergangenen zehn Jahren mehr als verfünffacht hat!

"Es geht dabei nicht nur um Drohung, Verhetzung und NS-Propaganda, sondern auch um Mord, Mordversuch, Brandstiftung, Körperverletzung, Gedenkstättenschändung sowie um Anschläge auf christliche, jüdische und muslimische Gotteshäuser", betont Mernyi. "Wir weisen schon seit langem auf diese gefährliche Entwicklung hin, aber leider haben das Innenministerium und der Verfassungsschutz unsere Warnungen bisher ignoriert."

Inzwischen sei es soweit, dass rechtsextreme "Identitäre" eine ihnen nicht genehme Theateraufführung im Audimax der Universität Wien stürmen. "Dabei haben sie nicht nur ohnehin traumatisierte Flüchtlinge, darunter mehrere Kinder, verängstigt, sondern auch acht Personen körperlich verletzt", stellt der MKÖ-Vorsitzende fest.

"Bei den Verantwortlichen müssen jetzt alle Alarmglocken schrillen: Im Sinne des antifaschistischen Auftrages unserer Bundesverfassung sind die Nazi-Methoden wirksam zu bekämpfen! Deshalb fordern wir die Bundesregierung und besonders den Herrn Innenminister auf, rasch einen Nationalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus und Rassismus auszuarbeiten. Dieser Aktionsplan sollte verschiedenste Maßnahmen umfassen und neben den Sicherheitsbehörden auch die Justiz, die Schulen und die Zivilgesellschaft einbinden. Ich bin sicher, dass sich beispielweise die Gewerkschaften, die Kirchen und die antifaschistischen Organisationen mit großem Engagement beteiligen werden", so Mernyi.

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Justizminister Brandstetter lud zur Kranzniederlegung zu Ehren seines Amtsvorgängers Dr. Robert Winterstein

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Pressemitteilung vom 13.04.2016

Gespräch mit Mauthausen Komitee, Antifa-Netzwerk und IKG führt zu Maßnahmen bei Anwendung des Verbotsgesetzes

Heute legte Justizminister Wolfgang Brandstetter zu Ehren von Dr. Robert Winterstein (1874 – 1940), der vor genau 76 Jahren dem NS-Regime zum Opfer gefallen ist, am Pötzleinsdorfer Friedhof einen Kranz nieder. Damit gedenkt Brandstetter seines Amtsvorgängers jüdischen Glaubens, einen der wichtigsten Repräsentanten der österreichischen Justiz in der Ersten Republik und im Ständestaat: "Sein Schicksal möge uns daran erinnern, wie schnell Recht und Gerechtigkeit in einer Gesellschaft verloren gehen können, und wie wichtig die Auseinandersetzung mit den Strukturen und Ereignissen ist, die zu einem derartigen Zustand führen können, gerade auch innerhalb der Justiz", sagt Brandstetter. Winterstein hat wie kaum ein anderer die österreichische Justiz in den politisch und gesellschaftlich schwierigen Jahren nach dem Ende des Ersten Weltkrieges bis 1938 mitgeprägt und gilt mit seinem großen Engagement sowie seiner großartigen und pflichtbewussten Arbeitseinstellung auch heute noch als ein großes Vorbild. Neben den Angehörigen von Winterstein waren bei der Kranzniederlegung auch Vertreter des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ) sowie der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) anwesend, um einmal mehr an die schrecklichen Taten der NS-Zeit zu erinnern.

Brandstetter betonte, wie wichtig es ist, aus der Geschichte zu lernen und für eine wirksame Bekämpfung von NS-Wiederbetätigung zu sorgen. Erst kürzlich gab es dazu anlässlich der Verfahrenseinstellung in der Causa "Aula" und ihrer Begründung einen Termin bei Justizminister Brandstetter mit dem MKÖ, dem Antifa-Netzwerk und der Israelitischen Kultusgemeinde. Davor hatten sich mehr als 50 Persönlichkeiten – darunter Wissenschafter, Künstler, Bischöfe und KZ-Überlebende – in einem Offenen Brief an den Justizminister gewandt und konkrete Maßnahmen vorgeschlagen.
Ergebnis des Gespräches mit MKÖ, Antifa-Netzwerk und IKG war unter anderem, dass künftig alle angehenden Staatsanwälte und Richter eine intensive Schulung zum Thema NS-Wiederbetätigung absolvieren müssen. Bei dieser soll auch das notwendige Hintergrundwissen über den historischen Nationalsozialismus und die heutige neonazistische Szene vermittelt werden. Das seit dem Jahr 2009 veranstaltete Curriculum "Justizgeschichte" für Richteramtsanwärter wird nun ein verpflichtender Teil der Ausbildung und beinhaltet einen Besuch der Gedenkstätte Am Spiegelgrund und der Gedenkstätte Mauthausen. Ziel dieses Curriculums ist es, den Richteramtsanwärtern empirisches Grundlagenwissen zur neueren Justizgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert zu vermitteln und anderseits zur Sensibilisierung für politische Implikationen sowohl in zivil- als auch in strafrechtlichen Entscheidungen beizutragen.

Auch die geforderte Berichtspflicht der Staatsanwaltschaften gegenüber dem Ministerium bei Verbotsgesetzfällen wurde angesprochen. Nachdem im Bundesministerium für Justiz die Berichtspflichten aber generell geringer gehalten werden sollen, soll dieser Themenbereich noch weiter diskutiert werden.
Das Justizministerium will dafür sorgen, dass in wesentlichen Fällen die Kommunikation nach außen optimiert wird. In wichtigen Fällen sollen Einstellungsbegründungen vermehrt als bisher nach § 35a StAG veröffentlicht werden. Generell sollen die jeweiligen Mediensprecher der Staatsanwaltschaften und/oder Oberstaatsanwaltschaften noch offensiver über Anklagen informieren. "Schulungspflicht und Informationspflicht – das sind wichtige und erfreuliche Fortschritte", betont Robert Eiter, Sprecher des Antifa-Netzwerks.

"Der Weg zu einer deutlich konsequenteren Anwendung des Verbotsgesetzes ist eingeschlagen", sagt Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ).

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Aviso: Fest der Freude am 8. Mai 2016

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Pressemitteilung vom 04.04.2016

Am 8. Mai 2016 jährt sich der Jahrestag der Befreiung Österreich vom nationalsozialistischen Regime zum 71. Mal. Aus diesem Anlass und zum Gedenken an die Millionen Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden, sowie an jene Personen, die sich im Widerstand engagierten, findet zum bereits vierten Mal das Fest der Freude mit einem Gratiskonzert der Wiener Symphoniker am 8. Mai am Wiener Heldenplatz statt.

Wann: Sonntag, 8. Mai 2016, Beginn: 19:30 Uhr
Wo: Heldenplatz, 1010 Wien

Weitere Informationen, das Programm und Fotos finden Sie unter: www.festderfreude.at

Eine Woche später, am 15. Mai 2016, findet anlässlich der 71. Wiederkehr der Befreiung der Häftlinge aus dem KZ Mauthausen die Gedenk- und Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen statt, heuer mit dem Schwerpunkt auf dem Thema "Internationale Solidarität".

Wann: Sonntag, 15. Mai 2016, Beginn: 10:00 Uhr
Wo: KZ-Gedenkstätte Mauthausen Oberösterreich, Erinnerungsstraße 1, 4310 Mauthausen

Weitere Informationen, das Programm und Fotos finden Sie unter: www.mkoe.at/internationale-gedenk-und-befreiungsfeier-2016

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Fest der Freude 2016

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Bereits zum vierten Mal feiern wir am 8. Mai, gemeinsam mit den Wiener Symphonikern, das Fest der Freude. Der Wiener Heldenplatz wird damit wieder zum Ort des Gedenkens und der Freude über die 71. Wiederkehr der Befreiung von der NS-Herrschaft. Beginn ist um 19:30 Uhr.

Der 8. Mai

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die Deutsche Wehrmacht. Dies markiert das Ende des nationalsozialistischen Regimes und ihres verbrecherischen Angriffs- und Vernichtungskrieges. Bereits davor befreiten alliierte Truppen Ghettos und Konzentrationslager, so etwa am 27. Jänner 1945 das Vernichtungs- und Konzentrationslager Auschwitz/Birkenau und am 5. Mai das Konzentrationslager Mauthausen. Um den Tag der Befreiung würdig zu begehen, wurde 2013 das Fest der Freude ins Leben gerufen. Das Fest der Freude, veranstaltet vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), findet sowohl als Feier des Tages der Befreiung von der nationalsozialistischen Herrschaft statt als auch zum Gedenken an jene Millionen Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Die Opfer und die Widerständigen sollen an diesem Tag, dem 8. Mai 2016, am symbolträchtigen Wiener Heldenplatz gewürdigt, die BefreierInnen gefeiert werden.

Die Wiener Symphoniker werden unter der Leitung des Dirigenten Christoph von Dohnányi "A Survivor from Warsaw" von Arnold Schönberg und Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 3 "Eroica" spielen. Das Konzert wird auch dieses Jahr mit Ansprachen von Bundesministerin Dr.in Sabine Oberhauser, Bundesminister Mag. Wolfgang Sobotka, Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, Stadträtin Mag.a Sonja Wehsely, MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi und Zeitzeuge Daniel Chanoch umrahmt. Durch die Veranstaltung führt Katharina Stemberger.

Den Zeitzeugen und KZ-Überlebenden Daniel Chanoch verbindet mit einer Gruppe anderer Überlebender eine bewegende Geschichte von Solidarität. Für viele Häftlinge in den Haftanstalten, Konzentrations- und Vernichtungslagers hatte Solidarität einen hohen Stellenwert und ermöglichte manchen das Überleben.

Die Wichtigkeit und Notwendigkeit von Solidarität zeigt sich heute auch in jenen Momenten, in welchen Menschen unsere Hilfe brauchen, die nach Europa, nach Österreich flüchten. Solidarität ist daher der thematische Schwerpunkt für das Fest der Freude im Jahr 2016.

Das Mauthausen Komitee Österreich veranstaltet das Fest der Freude in Kooperation mit den Wiener Symphonikern und mit Unterstützung der Israelitischen Kultusgemeinde, des Vereins GEDENKDIENST, des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands sowie der österreichischen Bundesregierung und der Stadt Wien. In den letzten 3 Jahren setzten mehr als 37.000 BesucherInnen beim Fest der Freude ein starkes Zeichen für die Etablierung eines würdigen Gedenkens am 8. Mai als Tag der Befreiung.

Übertragung

Das Fest der Freude wird zusätzlich live auf einer LED-Wand übertragen.
Damit Menschen mit Gehörbeeinträchtigung an der Veranstaltung teilnehmen können, werden die Reden von Gebärdensprachendolmetscherin Sabine Zeller simultan übersetzt.

Live-Streaming

ORF III-Kultur und Information überträgt die Veranstaltung.

Sitzplätze

Sitzplätze sind beschränkt vorhanden – vorrangig für Ältere und Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Keine Sitzplatzreservierung möglich.

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Bitte beachten Sie die Platzordnung.
Für weitere Informationen steht Ihnen der Veranstalter, das Mauthausen Komitee Österreich (www.mkoe.at) telefonisch unter +43 (0)1/212 83 33 zur Verfügung oder richten Sie Ihre Anfrage an bauer@mkoe.at.

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Mauthausen Komitee fordert von Verfassungsschutz: Verbindungen der "Grauen Wölfe" zu Neonazis und IS überprüfen

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Pressemitteilung vom 28.03.2016

Wie der "Kurier" in seiner aktuellen Oberösterreich-Beilage berichtet, verbreitet der Schriftführer des türkischen Linzer Vereins "Avrasya" via Facebook ein Foto mit dem Hitlergruß. Der Verfassungsschutz ermittelt wegen NS-Wiederbetätigung. Erst kürzlich hat derselbe "Avrasya"-Schriftführer im Weiheraum der KZ-Gedenkstätte Mauthausen den Wolfsgruß der türkischen Faschisten gezeigt und damit für bundesweite Empörung gesorgt.

"Der Verein 'Avrasya' gehört zur rechtsextremen Bewegung der 'Grauen Wölfe', die Kontakte zu deutschen Neonazis haben soll", sagt Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). "Das Gedankengut ist ja sehr ähnlich - ultranationalistisch, antisemitisch und demokratiefeindlich. Andererseits weist das ZDF-Fernsehmagazin 'frontal 21', das für seine hervorragenden Recherchen bekannt ist, auf Verbindungen der 'Grauen Wölfe' zur Terrormiliz 'Islamischer Staat' hin."

Das Mauthausen Komitee fordert vom Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, solchen gefährlichen Verbindungen und ihren österreichischen Bezügen intensiv nachzugehen. "Wenn sich verschiedene Extremistengruppen koordinieren, kann das tödliche Folgen haben. Innenministerin Mikl-Leitner muss sicherstellen, dass der Verfassungsschutz seiner Aufgabe gerecht wird und dafür auf das notwendige Wissen - etwa auf gute Türkisch- und Arabischkenntnisse - zugreifen kann", betont der MKÖ-Vorsitzende.

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Mauthausen Komitee und Antifa-Netzwerk begrüßen Ausschluss von "Avrasya": "Wichtiger Erfolg antifaschistischer Aufklärungsarbeit"

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Presseaussendung vom 22.03.2015

Forderung nach konsequentem Trennstrich der Stadt Linz

Wie die Tageszeitung "Heute" in ihrer Oberösterreich-Ausgabe berichtet, will der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) den türkischen Verein "Avrasya" nun doch aus dem Integrationsbeirat seiner Stadt ausschließen. Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) und das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus (Antifa-Netzwerk) begrüßen diese Absicht. "Seit langem weisen wir immer wieder darauf hin, dass 'Avrasya' den rechtsextremen 'Grauen Wölfen' angehört und jedes Naheverhältnis demokratischer Politiker zu diesem Verein völlig untragbar ist. Wenn Bürgermeister Luger jetzt Maßnahmen setzt, ist das ein wichtiger Erfolg antifaschistischer Aufklärungsarbeit", freut sich MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi.

Immer wieder haben "Avrasya"- Funktionäre für Empörung gesorgt – zuletzt durch eine kriegsverherrlichende Propagandaveranstaltung in einem Linzer Volkshaus und durch das Zeigen des faschistischen Wolfsgrußes in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.

"Neben dem Ausschluss von 'Avrasya' aus dem Integrationsbeirat muss sichergestellt werden, dass die 'Grauen Wölfe' künftig weder finanzielle Förderungen noch Räumlichkeiten der Stadt Linz erhalten", betont Netzwerk-Sprecher Robert Eiter. "Nur ein konsequenter Trennstrich ist auch glaubwürdig!"

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Faschistengruß in der KZ-Gedenkstätte: Mauthausen Komitee fordert sofortige Konsequenzen

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Pressemitteilung vom 14.03.2016

Kritik an der Linzer Politik und am Verfassungsschutz

Faschistengruß in der KZ-Gedenkstätte - Mauthausen Komitee fordert sofortige KonsequenzenFaschistengruß in der KZ-Gedenkstätte - Mauthausen Komitee fordert sofortige Konsequenzen

Mit großer Bestürzung und scharfem Protest reagiert das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) auf Berichte im "Kurier" und im ORF: Danach hat ein führender Funktionär des türkischen Linzer Vereines "Avrasya" im Weiheraum der KZ-Gedenkstätte Mauthausen den faschistischen Wolfsgruß gezeigt. "Offenbar ist dieser Rechtsextremist stolz auf die Verhöhnung von mehr als 100.000 Todesopfern des KZ Mauthausen", sagt MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi. "Denn er hat von seinem Faschistengruß ein Foto machen lassen, das via Facebook verbreitet wird und in seinem Umfeld viel Beifall findet."

Mernyi fordert angesichts der menschenverachtenden Provokation Konsequenzen: "Es reicht! Das Mauthausen Komitee hat im Vorjahr alle demokratischen Parteien vor den rechtsextremen "Grauen Wölfen", zu denen auch der Linzer Verein "Avrasya" gehört, ausdrücklich gewarnt. Trotzdem konnte "Avrasya" erst kürzlich in einem Volkshaus der Stadt Linz seine ultranationalistische Propaganda verbreiten. Und trotzdem sitzen noch immer "Avrasya"-Vertreter im Linzer Integrationsbeirat. Das muss sofort beendet werden!"

Das Mauthausen Komitee kritisiert aber auch die Untätigkeit des Verfassungsschutzes. "In Deutschland ist es selbstverständlich, dass der Verfassungsschutz die "Grauen Wölfe" und ihre Umtriebe beobachtet. In Österreich werden diese Umtriebe von den Sicherheitsbehörden nicht einmal ignoriert. Jetzt muss Innenministerin Mikl-Leitner, die sowohl für den Verfassungsschutz als auch für die KZ-Gedenkstätte Mauthausen zuständig ist, sicherstellen, dass sich ein derartiger Vorfall durch den "Avrasya"-Funktionär nicht wiederholt!", betont der MKÖ-Vorsitzende.

Vereinsregisterauszug Avrasya

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Breite Unterstützung für Mauthausen Komitee und Antifa-Netzwerk: Zahlreiche Prominente fordern von Justizminister Maßnahmen gegen Skandale bei Verbotsgesetzfällen

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Gespräch im Ministerium soll konkrete Fortschritte bringen

In einem Offenen Brief wenden sich mehr als 50 Persönlichkeiten an Justizminister Wolfgang Brandstetter: Sie verlangen von ihm wirksame Maßnahmen, um weitere Justizskandale bei Fällen von NS-Wiederbetätigung zu verhindern. Solche Skandale gibt es immer wieder, teilweise erregen sie auch internationales Aufsehen. Zuletzt hat eine Grazer Staatsanwältin den Hetzartikel eines bekannten Rechtsextremisten gegen KZ-Überlebende "nachvollziehbar" gefunden und das Strafverfahren eingestellt.

"Unerträgliche Fehlentscheidungen wie diese verhöhnen die NS-Opfer und schädigen das Ansehen Österreichs. Außerdem werden sie von der braunen Szene, die ohnehin immer dreister und brutaler wird, als Ermunterung zu neuen Attacken verstanden", betont Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ).

Das Mauthausen Komitee Österreich und das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus (Antifa-Netzwerk) haben den Offenen Brief formuliert. Und dafür breite Unterstützung bekommen: Zu den Unterzeichnern gehören die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die Schriftsteller Marlene Streeruwitz, Karl-Markus Gauß, Gerhard Ruiss und Doron Rabinovici, die Schauspieler Elisabeth Orth, Mercedes Echerer, Cornelius Obonya, Harald Krassnitzer und Erwin Steinhauer, die KZ-Überlebenden Käthe Sasso, Marko Feingold und Rudolf Gelbard, ÖGB-Präsident Erich Foglar, Arbeiterkammerpräsident Rudolf Kaske, der katholische Bischof Manfred Scheuer, der evangelische Bischof Michael Bünker, die Präsidentin der Katholischen Aktion Gerda Schaffelhofer, die Politikwissenschafter Anton Pelinka, Andreas Maislinger und Thomas Schmidinger, die Rechtsextremismus-Experten Hans-Henning Scharsach und Andreas Peham sowie der Strafrechtswissenschafter Alois Birklbauer.

Die mehr als 50 Persönlichkeiten fordern im Offenen Brief, dass die Staatsanwaltschaften dem Justizministerium über sämtliche Verbotsgesetzfälle laufend berichten müssen, dass über solche Fälle immer die Öffentlichkeit informiert wird und dass alle Staatsanwälte sowie Strafrichter in der Materie Verbotsgesetz intensiv geschult werden – auch unter Vermittlung notwendigen Hintergrundwissens über den historischen Nationalsozialismus und die heutige neonazistische Szene.

"Justizminister Brandstetter hat uns zu einem Gespräch eingeladen, das konkrete Fortschritte bringen soll. Weil dem Minister eine gute Reform des Verhetzungsparagraphen gelungen ist, sind wir zuversichtlich, dass er auch die Probleme bei der Anwendung des Verbotsgesetzes durch wirksame Maßnahmen lösen wird", sagt Robert Eiter, Sprecher des OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus.

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