NS-ZwangsarbeiterInnenlager und Durchgangslager für ungarische Juden in Graz-Liebenau: MKÖ fordert "Runden Tisch" mit allen ExpertInnen

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Pressemitteilung vom 13.09.2017

Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) fordert Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl auf alle ExpertInnen zum ehemaligen NS-ZwangsarbeiterInnenlager und Durchgangslager für ungarische Jüdinnen und Juden in Graz-Liebenau sobald wie möglich zu einem "Runden Tisch" einzuladen. Bis jetzt wurde auf diese Forderung des MKÖ nicht reagiert. Ziel soll die Erarbeitung der weiteren Schritte sein um das Areal mit den jetzigen Ausgrabungen als Gedenkort zu erhalten.

In den letzten Kriegstagen im April 1945 wurden bei den Todesmärschen Tausende von Jüdinnen und Juden von der ungarischen Grenze Richtung Mauthausen getrieben und im Durchgangslager Graz-Liebenau interniert. An nur einem Tag – 4. April 1945 – mussten 6.000 - 8.000 ungarische Jüdinnen und Juden den Todesmarsch von Graz nach Mauthausen antreten. Und es gab noch weitere.

Der Vorsitzende des Liebenauer Prozesses, Sir Douglas Young, sprach davon, dass "die Zahl der Liebenauer Todesopfer weit höher als 53 sei." Er sagte: "Es liegen dort noch viele unter der Erde." In einem ORF-Interview von August 2017 erklärt der Leiter der Grabungen Archäologe Dr. Fuchs: "Für die Archäologen wäre es ein leichtes, die Opfer zu finden. Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis man diese Plätze findet. Die Schätzungen schwanken zwischen einigen Dutzend und einigen Hundert - wie viele wirklich dort liegen, weiß kein Mensch."

"Es ist unsere Pflicht als Österreicherinnen und Österreicher den Opfern und ihren Nachkommen einen würdigen Ort des Gedenkens- und der Erinnerung zu schaffen.", so MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi, "Es liegt in der Verantwortung des Grazer Bürgermeisters dies so schnell wie möglich in die Wege zu leiten."

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