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Aktuelles

Am Jahrestag der "Reichspogromnacht": Rekord von FPÖ-Abgeordneten aus rechtsextremen Verbindungen

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Pressemitteilung vom 08.11.2017

Mauthausen Komitee warnt vor Gefahr für Österreich

Der neue Nationalrat tritt am 9. November erstmals zusammen - dem Jahrestag der "Reichspogromnacht", in der die Nationalsozialisten 1938 mit größter Brutalität die wehrlose jüdische Minderheit angegriffen haben. "Das Datum der Konstituierung des Nationalrats könnte ein Symbol dafür sein, dass unsere Republik auf der bedingungslosen Ablehnung des Nationalsozialismus und auf der Erinnerung an das Leid seiner Opfer beruht", sagt Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). "Die FPÖ sorgt allerdings für eine ganz andere Symbolik: Auf ihrer Liste ziehen so viele Mitglieder deutschnationaler und rechtsextremer Verbindungen in den Nationalrat ein wie noch nie."

Die ewiggestrigen Umtriebe der verschiedenen Burschenschaften und Corps sind bestens dokumentiert, ganz aktuell durch das umfangreiche Sachbuch "Stille Machtergreifung" von Hans-Henning Scharsach. "Auch die berüchtigste rechtsextreme Burschenschaft, die 'Olympia', wird wieder mit zwei FPÖ-Abgeordneten im Nationalrat vertreten sein", stellt der MKÖ-Vorsitzende fest. "Martin Graf und Harald Stefan sind 'Olympen', wie sie im Buche stehen. Ihre Verbindung hat immer wieder übelste braune Hetzer eingeladen, etwa den verurteilten Holocaust-Leugner David Irving, der in Österreich eine Haftstrafe verbüßen musste und jetzt Einreiseverbot hat. Oder den mittlerweile verstorbenen neonazistischen Liedermacher Michael Müller, der durch sein Lied 'Mit sechs Millionen Juden, da fängt der Spaß erst an' die Opfer des Holocaust in abstoßendster Weise verhöhnt hat", so Mernyi.

"Ein größerer Gegensatz als zwischen dem Jahrestag der 'Reichspogromnacht' und dem Einzug zahlreicher Vertreter rechtsextremer Verbindungen in den Nationalrat ist nicht denkbar. Noch schlimmer wäre, wenn solche Leute in Regierungsverantwortung gelangen. Leider zeichnet sich das ab. Die demokratische Öffentlichkeit wird viel zu tun haben, damit nicht aus einer Schande eine große Gefahr für Österreich wird. Das Mauthausen Komitee ist entschlossen, die menschenverachtenden Tendenzen im Sinne des Vermächtnisses der Mauthausen-Überlebenden konsequent zu bekämpfen", erklärt der MKÖ-Vorsitzende.

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Recherchen legen tiefe Verstrickung der FPÖ-Parteispitze in Rechtsextremismus offen

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System der gegenseitigen Förderung von FPÖ und neonazinahen Kreisen

In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben SOS Mitmensch, das Mauthausen Komitee Österreich, das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, und der Autor Hans-Henning Scharsach neue Recherchen über die Verstrickung der FPÖ in Rechtsextremismus veröffentlicht. Unter anderem wurde ein Dossier präsentiert, das ein bereits seit Jahren bestehendes System der gegenseitigen Forderung von FPÖ-Parteiführung und neonazinahen Kreisen offenlegt.

Symbiotische Beziehung zwischen FPÖ und neonazinaher "Aula"
"Unsere Recherchen decken auf, dass die FPÖ-Parteiführung unter Obmann Strache seit Jahren neonazinahe Kreise mitfinanziert und sich zugleich von diesen Kreisen fördern lässt", berichtet Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch. Pollak verweist auf ein Recherchedossier, das die Menschenrechtsorganisation erstellt hat. "Anhand zahlreicher Fallbeispiele belegen wir, wie die FPÖ-Parteispitze und das neonazinahe Magazin "Aula" Hand in Hand kooperieren und daran mitwirken, Antisemitismus, blanken Rassismus und tiefe Frauenfeindlichkeit zu verbreiten und Sympathien für ehemalige Nazigrößen und heutige neonazistische Organisationen zu wecken", erklärt Pollak.

70 rechtsextreme Fälle in kurzer Zeit
Die tiefe Verstrickung der FPÖ in Rechtsextremismus bestätigt auch das Mauthausen Komitee Österreich. Christa Bauer, Geschäftsführerin des Mauthausen Komitees, verweist auf rund 70 rechtsextreme Fälle innerhalb der FPÖ in kurzer Zeit, die vom überparteilichen Verein in einer Broschüre zusammengetragen wurden. "Und das sind längst nicht alle Fälle. Es gibt nicht genug Kreide für FPÖ-Partei-Obmann HC Strache, um diese Skandale harmlos zu reden", betont Bauer.

FPÖ von völkischen Verbindungen dominiert
Auf Veränderungen in der politisch-ideologischen Verortung der FPÖ seit deren letzter Regierungsbeteiligung weist das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes hin. "Anders als 1999 wird die heutige FPÖ auf höchster Ebene von Burschenschaftern und anderen Mitgliedern völkischer Studentenverbindungen dominiert. Strache stützt sich seit seiner Übernahme der Obmannschaft 2005 auf sie, was auch in programmatischer Hinsicht Niederschlag gefunden hat. Auch jenseits davon zeigt die Strache-FPÖ keine Berührungsängste mit dem außerparlamentarischen Rechtsextremismus und fördert ihn sogar in vielfältiger Weise", erklärt Bernhard Weidinger, Rechtsextremismusexperte des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes

Unaufgearbeitete Neonazi-Vergangenheit
Für den Journalisten und Buchautor Hans-Henning Scharsach spielt die großteils unaufgearbeitete Vergangenheit von FPÖ-Obmann Strache im Neonazimilieu eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der FPÖ unter seiner Obmannschaft. "Strache hat seine neonazistische Vergangenheit immer wieder bestritten. Polizeiprotokolle belegen, dass er mit dem radikalsten und gewaltbereitesten Teil der Neonazi-Szene gemeinsame Sache gemacht hat", erklärt Scharsach.

FPÖ nicht vertrauenswürdig
"Unsere Untersuchungen sind wohl nur die Spitze eines Eisberges, doch bereits diese Spitze zeigt den massiven Vertrauensbruch der FPÖ-Parteiführung. Strache, Hofer, Haimbuchner und viele mehr in der FPÖ wirken seit Jahren intensiv daran mit, extremistische Gesinnung systematisch mitzufinanzieren, zu fördern und zu hofieren. Eine Parteiführung, die das tut, ist nicht vertrauenswürdig und sollte nicht an die Hebel der Regierungsmacht befördert werden", betont SOS Mitmensch-Sprecher Pollak.

Das Gesamtdossier zum gegenseitigen Fördersystem zwischen FPÖ und neonazinaher "Aula" finden Sie hier zum Download

Die kostenlose Broschüre des Mauthausen Komitee Österreich steht hier zum Download zur Verfügung

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FPÖ-Abgeordneter bestätigt nun Richtigkeit der "Einzelfälle"-Broschüre

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Pressemitteilung vom 06.10.2017

Mauthausen Komitee wehrte sich gegen Rufschädigung:
FPÖ-Abgeordneter bestätigt nun Richtigkeit der "Einzelfälle"-Broschüre

Die Taktik der FPÖ, unangenehme Wahrheiten über sich als "Fake News" abzutun, ist jetzt an der Realität gescheitert.

Die Vorgeschichte: Im August hatte das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) die Broschüre "Lauter Einzelfälle?" veröffentlicht, die 59 rechtsextreme Aktivitäten von FPÖ-Politikern schildert. (Kürzlich wurde die Dokumentation um neun weitere "Einzelfälle" aus den letzten acht Wochen ergänzt.)

Manfred Haimbuchner, blauer Landeshauptmann-Stellvertreter aus Oberösterreich – er scheint selbst in der Broschüre auf, weil er einen hohen SS-Führer mit einer Festrede geehrt hat – meinte dazu: "Ich halte nichts vom Mauthausen Komitee." Sein Parteifreund, der oberösterreichische Nationalratsabgeordnete Gerhard Deimek, stand ihm auf Twitter zur Seite: "Nachdem die Publikation der Fälle Fake & gelogen ist, hat Haimbucher (sic!) recht." Auch Deimek scheint – wegen des Verbreitens von Hetzpropaganda – in der Broschüre auf.

Das Mauthausen Komitee, das das Vermächtnis der Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen vertritt, ließ den Vorwurf der Lüge und Fälschung ("Fake") nicht auf sich sitzen. MKÖ-Anwältin Maria Windhager forderte Deimek ultimativ auf, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben und auf Twitter zu widerrufen. Deimek blieb nichts übrig, als seine völlig aus der Luft gegriffene Behauptung zurückzuziehen und damit die Richtigkeit der "Einzelfälle"-Broschüre zu bestätigen. Selbstverständlich trägt er auch die Anwaltskosten.

Eine Blamage ist dieser Canossagang nicht nur für Deimek und Haimbuchner, sondern für die gesamte FPÖ. "Wir begrüßen, dass ein FPÖ-Abgeordneter einsieht, wie berechtigt die Kritik an den rechtsextremen Umtrieben seiner Partei ist", sagt MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi. "Wenn ihm andere hochrangige Freiheitliche folgen und nach der Einsicht auch die Besserung kommt, wird aus der FPÖ vielleicht doch noch einmal eine demokratische Partei ohne ewiggestrige Gesinnung."

Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung von Abg. DI Deimek

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Mauthausen Komitee muss Broschüre ergänzen: Neun neue FPÖ-"Einzelfälle" in nur acht Wochen

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Pressemitteilung vom 03.10.2017

Mauthausen Komitee muss Broschüre ergänzen: Neun neue FPÖ-"Einzelfälle" in nur acht Wochen

Im August hat das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) eine Broschüre über rechtsextreme Aktivitäten von FPÖ-Politikern veröffentlicht. Diese Broschüre stellt rund 60 "Einzelfälle" aus der jüngeren Vergangenheit dar. Ein enormes Medienecho und eine breite Debatte waren die Folge. Nun muss das Mauthausen Komitee diese Broschüre bereits ergänzen: In den acht Wochen seit Redaktionsschluss haben FPÖ-Politiker für gleich neun neue "Einzelfälle" gesorgt.

Und wieder sind Rassismus, Antisemitismus und NS-Wiederbetätigung Teil der "Einzelfälle": Es wird die Wiedereröffnung des Konzentrationlagers Mauthausen gefordert, Nazi-Diktion wie "Saujuden" wird verwendet und es wird gegen Kinder mit "falscher" Herkunft gehetzt.

"Es ist eine Schande, dass die FPÖ sogar Volksschulkinder an den Pranger stellt, wenn deren Eltern zugewandert sind", bezieht sich MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi auf zwei der geschilderten Fälle. "Bundesparteiobmann Strache hat sich selbst an dieser widerlichen Stimmungsmache beteiligt."

"FPÖ-Tschürtz zeigt hochgradige Demokratieunfähigkeit"

Ein "Hotspot" ist derzeit das Burgenland: Bei den dortigen Gemeinderatswahlen kandidierten drei FPÖ-Politiker, die durch rassistische, antisemitische und neonazistische Umtriebe aufgefallen sind. "In der Partei will niemand davon gewusst haben, obwohl die drei Rechtsextremisten seit Jahren einschlägig aktiv waren", ist Mernyi erstaunt. "Zwei der drei wurden auch schon strafrechtlich verurteilt – einer wegen NS-Wiederbetätigung, einer wegen Verhetzung. Bezeichnenderweise hat der freiheitliche Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz zu diesen beiden Fällen geschwiegen und zum dritten nur gemeint, wenn keine strafrechtliche Verurteilung vorliege, interessiere ihn das nicht. Damit will er nicht nur die Öffentlichkeit für dumm verkaufen, sondern zeigt auch eine hochgradige Demokratieunfähigkeit."

Ebenso scharf kritisiert das Mauthausen Komitee Norbert Hofer: Der Dritte Nationalratspräsident hatte während einer Fernsehdebatte die Europäische Menschenrechtskonvention in Frage gestellt, weil diese angeblich die Todesstrafe zulasse. Letztere Behauptung erwies sich rasch als falsch. "Hofer ist seines Amtes nicht würdig, wenn er versucht, mit einer Unwahrheit eine Grundlage der österreichischen Verfassung und der europäischen Einigung schlecht zu machen", sagt Mernyi. "Aber damit setzt er den bisherigen FPÖ-Kurs fort: Strache und Kickl haben ja schon ausdrücklich eine Einschränkung der Menschenrechte verlangt."

"Rechtsextreme Aktivitäten der FPÖ werden nicht plötzlich enden"

"Von einer Mäßigung der FPÖ kann keine Rede sein – ganz im Gegenteil", fasst der MKÖ-Vorsitzende die dokumentierten "Einzelfälle" zusammen. "In nur acht Wochen neun neue "Einzelfälle" sind selbst für die FPÖ ein trauriger Rekord."

Nachstehend die neuen "Einzelfälle" – sie sind auch unter www.mkoe.at/neun-neue-fpoe-einzelfaelle-in-nur-acht-wochen!

August 2017

Einzelfall 60
Bundesweit berichten Medien, dass FPÖ-Gemeinderatskandidat Manfred Sedovnik aus Andrä am Zicksee 2016 wegen NS-Wiederbetätigung zu einer Geldstrafe von 4.500 Euro verurteilt wurde. Er hatte auf Facebook gefordert, das Konzentrationslager Mauthausen wieder zu öffnen, und den damaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer dorthin gewünscht. Auch durch gepostete Mordphantasien ist Sedovnik aufgefallen.

Einzelfall 61
Der Ring Freiheitlicher Jugend Kärnten protestiert gegen den neugewählten "Mister Kärnten", und zwar ausdrücklich wegen dessen Herkunft und Aussehens. Hintergrund des rassistischen Angriffs: Parsa Djawadiraad ist österreichischer Staatsbürger und völlig integriert, stammt aber aus dem Iran.

Einzelfall 62
Es wird öffentlich bekannt, dass FPÖ-Gemeinderatskandidat Walter Wolfgang aus Bruckneudorf auch in der neonazistischen Splittergruppe "Partei des Volkes" aktiv war. Auf Facebook hat er zur "Vereinigung" Österreichs mit Deutschland aufgerufen und das Bild eines SS-Soldaten samt dem Spruch "Unsere Großväter waren keine Verbrecher!" verbreitet. Der freiheitliche Landeshauptmann-Stellvertreter des Burgenlandes, Johann Tschürtz, meint zu diesen Umtrieben eines FPÖ-Politikers: "Solange er keine strafrechtliche Verurteilung hat, interessiert mich das nicht."

September 2017

Einzelfall 63
Die FPÖ Vomp veröffentlicht auf Facebook eine Liste von Volksschulkindern mit ausländisch klingenden Namen. Nach empörten Reaktionen erklärt der Tiroler FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger, das Posting sei gelöscht worden. Als "Skandal" bezeichnet Abwerzger aber den hohen Migrationsanteil in manchen Schulklassen, und nicht, dass seine Partei Kinder an den Pranger stellt.

Einzelfall 64
FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache verbreitet auf Facebook ein Video, das unverpixelt zahlreiche Kinder und Eltern mit Migrationshintergrund vor einer Volksschule zeigt. Dazu schreibt Strache: "Bezeichnend!" Auf diese Weise macht er auch gegen Kinder wegen deren Herkunft Stimmung.

Einzelfall 65
Die Menschenrechtsorganisation "SOS Mitmensch" kritisiert, dass die FPÖ die ihr nahestehende Zeitschrift "Aula" laufend mit großen Inseraten unterstützt. Unter anderem wurden Inserate mit Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache und dem oö. Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner geschaltet. Dabei enthält die "Aula" immer wieder rechtsextreme, rassistische und antisemitische Artikel. Beispielsweise hat die FPÖ-nahe Zeitschrift Überlebende des Konzentrationslagers Mauthausen als "Landplage" und "Massenmörder" beschimpft, was sie im April 2017 nach einem Gerichtsurteil widerrufen musste. Die "Aula" zeigt auch Sympathien für die neonazistische deutsche NPD. Der NPD-Politiker Karl Richter durfte sogar für die "Aula" schreiben und in seinem Artikel unterstellen, es ginge Juden um die "Erschleichung von Herrschaft".

Einzelfall 66
Es wird öffentlich bekannt, dass FPÖ-Gemeinderatskandidat Friedrich Ugrinovits aus Draßburg seit Jahrzehnten rechtsextreme und antisemitische Aktivitäten setzt. Unter anderem hat er Wissenschafter, die das Jüdische Museum Eisenstadt besuchen wollten, als "Saujuden" beschimpft. Zweimal wurde er wegen Verhetzung verurteilt, zuletzt 2013 zu einer bedingten Haftstrafe von zehn Monaten. In der FPÖ will niemand von den langjährigen Umtrieben des Gemeinderatskandidaten gewusst haben – auch nicht der Ortsparteiobmann von Draßburg, René Tschögl.

Einzelfall 67
Der freiheitliche Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer behauptet, die Europäische Menschenrechtskonvention erlaube die Umsetzung der Todesstrafe. Deshalb müsse sie evaluiert und gegebenenfalls durch eine "Österreichische Menschenrechtskonvention" ersetzt werden. Dieser Versuch, die Europäische Menschenrechtskonvention in Misskredit zu bringen, scheitert aber rasch: Alle befragten ExpertInnen für Völkerrecht weisen darauf hin, dass die Konvention in ihren Zusatzprotokollen sehr wohl die Todesstrafe verbietet.

Einzelfall 68
Martin Hochstöger, Mitglied des Tiroler FPÖ-Landesparteivorstandes, hat in einem Raum hinter seiner Apotheke eine Tafel angebracht, die an die "Heimkehr der Ostmark ins Reich" erinnert. Außerdem hat er in einer Vitrine einen SS-Totenkopf und andere NS-Devotionalien zur Schau gestellt. Als das öffentlich bekannt wird, legt Hochstöger seine Funktion im Landesparteivorstand nieder. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt. Hochstöger wird aus der FPÖ ausgeschlossen.

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Neun neue FPÖ-"Einzelfälle" in nur acht Wochen

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Mauthausen Komitee muss Broschüre "Lauter Einzelfälle? Die FPÖ und der Rechtsextremismus" ergänzen:
Neun neue FPÖ-"Einzelfälle" in nur acht Wochen

Und wieder sind Rassismus, Antisemitismus und NS-Wiederbetätigung Teil der "Einzelfälle": Es wird die Wiedereröffnung des Konzentrationlagers Mauthausen gefordert, Nazi-Diktion wie "Saujuden" wird verwendet und es wird gegen Kinder mit "falscher" Herkunft gehetzt.
In den acht Wochen seit der Veröffentlichung der Broschüre "Lauter Einzelfälle? Die FPÖ und der Rechtsextremismus" haben FPÖ-Politiker für gleich neun neue "Einzelfälle" gesorgt.

Im August hat das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) eine Broschüre über rechtsextreme Aktivitäten von FPÖ-Politikern veröffentlicht. Diese Broschüre stellt rund 60 "Einzelfälle" aus der jüngeren Vergangenheit dar. Ein enormes Medienecho und eine breite Debatte waren die Folge. Nun muss das Mauthausen Komitee diese Broschüre bereits ergänzen: In den acht Wochen seit Redaktionsschluss haben FPÖ-Politiker für gleich neun neue "Einzelfälle" gesorgt.

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Kostenlose Angebote für Jugendliche im Herbst 2017

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Mehr als 100.000 Jugendliche haben in den letzten Jahren an den Projekten des Mauthausen Komitee Österreichs teilgenommen.
Dank finanzieller Unterstützung ist es uns möglich folgende Angebote auch diesen Herbst für Jugendliche wieder kostenlos ermöglichen.

Alle kostenlosen Angebote 2017 für Jugendliche sowie LehrerInnen und AusbildnerInnen zum Download.

Folder MKÖ-Jugendprojekte

IM HERBST 2017 FÜR JUGENDLICHE KOSTENLOS

"Je mehr BürgerInnen mit Zivilcourage ein Land hat,
desto weniger HeldInnen wird es einmal brauchen" (Franca Magnani)

Zivilcourage TRAINIEREN

Zivilcourage ist ein oft gebrauchter und vielfach definierter Begriff. Aber was ist Zivilcourage eigentlich, und wie funktioniert sie? Wo sind die Grenzen von Zivilcourage, und wo ist ihr Anfang?

Zivilcourage-Trainings stellen ein Angebot für alle Menschen dar, die ungerechten oder bedrohlichen Situationen entgegen treten wollen.

Durch das Trainieren von Zivilcourage werden unter anderem Handlungsmöglichkeiten der Jugendlichen erweitert und ihrer Selbstsicherheit bestärkt. Seit Beginn der Trainings werden die Inhalte, Übungen und Methoden immer wieder auf Basis der Erfahrungen der TrainerInnen in den Trainings adaptiert und an die Bedürfnisse der Jugendlichen angepasst. Ein zusätzlicher Schwerpunkt ist auf Mobbing und Zivilcourage im Internet ausgerichtet.

Die zentralen Ziele des Zivilcourage-Trainings sind die Sensibilität für zivilcouragiertes Handeln zu erhöhen, das eigene Verhaltensrepertoire auf unterschiedlichen Ebenen zu erweitern sowie Zivilcourage und gesellschaftliche Verantwortung im Gestern und Heute zu vermitteln. An Beispielen von Retterinnen und HelferInnen wird vermittelt, warum sich Menschen trotz der extremen Rahmenbedingungen entschieden haben, anderen Menschen zu helfen. Durch die Auseinandersetzung mit Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus zivilen Mut zeigten, wird ein Bogen in die Gegenwart der Jugendlichen gespannt.

Anmeldung unter www.zivilcourage.at

Wer sind HeldInnen? Was ist Österreich? Wie funktioniert Demokratie?

Thematische Rundgänge "denk mal wien"

Das neueste Angebot des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) sind die vier thematischen Rundgänge in und rund um die Innere Stadt an: "Wir sind HeldInnen!", "Republik und Demokratie", "'Wir' und die 'Anderen'" und "Was ist Österreich?".

Der historische Fokus wird auf die Republiksgeschichte sowie die Zeit des Nationalsozialismus mit einem Gegenwartsbezug gesetzt. Die verschiedensten Arten der Vermittlung zielen auf eine ständige Interaktion mit den RundgangsteilnehmerInnen und auf langfristige Wissensvermittlung, Herstellung eines Gegenwartsbezugs und Sensibilisierung für aktuelle Problematiken wie Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus etc. sowie auf die Sensibilisierung für ein Miteinander, Demokratiebewusstsein und mehr Zivilcourage ab.

Rundgang buchen unter www.denkmalwien.at

"Das Interesse an Geschichte ist immer dann am größten,
wenn die eigene Erfahrungswelt betroffen ist."

Begleitungen an Orten ehemaliger Außenlager des KZ Mauthausen

Das professionelle VermittlerInnen-Team des MKÖ führt Begleitungen werden an 22 Orten ehemaliger Außenlager durch: Guntramsdorf/Wiener Neudorf, Hirtenberg, Hinterbrühl, Melk, Redl-Zipf, Lenzing, Vöcklabruck, Gusen I, Gusen II, Gusen III, Ternberg, Großraming, Dipoldsau, St. Valentin, Steyr, Peggau, Wagna/Leibnitz, Bretstein, Schloss Lind, St. Lambrecht, Loibl Nord und Loibl.

Durch die Mauthausen-Außenlager-Begleitungen werden Gedenkorte ehemaliger Außenlager des KZ-Mauthausen als Lernorte für junge Menschen genutzt, um ihnen Faschismus und Rechtsextremismus sowie Diskriminierung einerseits und Zivilcourage und gesellschaftliche Verpflichtung andererseits im Gestern und im Heute zu vermitteln. Außerdem soll eine Begleitung an Orten ehemaliger Außenlager darauf abzielen zu verdeutlichen, dass sich die Geschichte des Lagers Mauthausen und seiner Außenlager nicht außerhalb ihrer eigenen Umgebung abspielte, sondern mit dieser eng verwoben war und ist.

Anmeldung unter www.mauthausen-guides.at

Workshop "WIR SIND ALLE"

Der Workshop "Wir sind alle" wurde im Jahr 2015 ins Leben gerufen. Grund dafür waren die vermehrten Anfragen von LehrerInnen, basierend auf dem vermehrten Vorkommen der Terroranschläge, besonders der Anschlag in Paris auf Charlie Hebdo. Das Ziel des Workshop ist es Themenbereiche wie die eigene Identität, das Aufeinandertreffen fremder Kulturen, Vorurteile und Diskriminierung auf Grund von Religion, Kultur und anderen Menschenrechtsverletzungen zu behandeln und so die Entstehung einer interkulturellen Kompetenz zu fördern. Im Rahmen des Workshops setzen die Jugendlichen sich mit der eigenen Identität und ihrem Alltag auseinander. Durch verschiedenste Übungen wird mit den Jugendlichen zu diversen Themen wie Vorurteile, Vielfalt, Religionen, Menschenrechte und Identitäten gearbeitet. Ziel des Workshops ist es, einen Bogen zu einem respektvollen Zusammenleben zu spannen. Dieser Workshop kann sowohl als Ergänzung zu den Besuchen der KZ-Gedenkstätten als auch separat gebucht werden.

Anmeldung unter www.mauthausen-guides.at

Buch "RECHTSEXTREM - Symbole - Codes - Musik - Gesetze - Organisationen"

Das Mauthausen Komitee Österreich präsentierte diesen September die 4. aktualisierte und überarbeitete Auflage des Standardwerks "RECHTSEXTREM - Symbole - Codes - Musik - Gesetze - Organisationen".

Dieses zum vierten Mal aktualiserte Standardwerk

  • Informiert über rechtsextreme Bands und Musik.
  • Deckt die Codes und Symbole der Szene auf.
  • Beleuchtet rechtsextreme Aktivitäten im Internet.
  • Beschreibt rechtsextreme Bewegungen.
  • Zeigt: Welche Modemarken nutzt und benutzt die rechtsextreme Szene?
  • Verbotsgesetz, Abzeichengesetz, Verhetzungsparagraph - was kommt wie zum Tragen?
  • Liefert konkrete Hilfestellungen: Wer hilft weiter? Was kann man tun?

Buch-Bestellungen unter www.rechtsextrem.at

Workshop

Um die Inhalte praxisnah vermittelt zu bekommen, besteht die Möglichkeit einen Workshop dazu zu buchen. Für weitere Informationen bitte ein Mail an info@mkoe.at.

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"Es ist Zeit, im Sinne der historischen Verantwortung Österreichs zu handeln"

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Pressemitteilung vom 29.09.2017

Mauthausen Komitee schockiert über Umgang mit Gedenk- und Erinnerungsarbeit in Graz-Liebenau: "Es ist Zeit, im Sinne der historischen Verantwortung Österreichs zu handeln"

Seit Monaten bemüht sich Dr. Rainer Possert, Leiter des Sozialmedizinischen Zentrums (SMZ) Graz- Liebenau, dass die in einer von der Stadt Graz in Auftrag gegebenen archäologischen Grabung freigelegten Reste des Zwangsarbeiterlagers erhalten werden. Possert arbeitet seit Jahren mit dem Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) in der Gedenk- und Erinnerungsarbeit am Ort des ehemaligen NS-ZwangsarbeiterInnenlagers und Durchgangslagers für ungarische Jüdinnen und Juden in Graz-Liebenau zusammen. Das Mauthausen Komitee Österreich ersuchte bereits am 21. August 2017 in Briefen an zuständige PolitikerInnen und ExpertInnen um Unterstützung in der Bewahrung der Überreste und in der Etablierung eines würdigen Gedenkens an die Opfer.

"Wir haben Bürgermeister Nagl die baldige Koordination eines offenen Tisches mit allen ExpertInnen vorgeschlagen." so MKÖ-Vorsitzender Mernyi, "Die Nicht-Einberufung des runden Tisches und die aktuellen Ereigisse am Ort des ehemaligen ZwangsarbeiterInnen- und Durchgangslagers machen deutlich: Es ist Zeit, dass Bürgermeister Nagl im Sinne der historischen Verantwortung Österreichs dringend handelt!"

Am 21. September 2017 wurde in einer Sitzung des Grazer Gemeinderats ein Antrag auf eine Nachdenkpause und die Durchführung von Forschungsarbeiten vor Baubeginn abgelehnt. Am darauffolgenden Tag, 22. September 2017, wurde mit den Bauarbeiten begonnen.

Dazu MKÖ-Vorsitzender Mernyi: "Auf Grund der Herkunft der hier Inhaftierten ist eine solche Einrichtung nicht nur von lokalem, sondern auch von großem internationalem Interesse. Wir alle sind es den Opfern und den Angehörigen schuldig. Es ist pietätlos an einem Ort zu bauen, wo ExpertInnen noch weitere menschliche Überreste von Opfern vermuten."

Schockiert zeigt sich das Mauthausen Komitee Österreich, dass anscheinend die Opfer des NS-ZwangsarbeiterInnenlagers und Durchgangslagers für ungarische Jüdinnen und Juden in den Überlegungen des zuständigen Stadrat Eustacchio keine Berücksichtigung fanden. Gleichzeitig wird das SMZ-Liebenau darüber informiert, dass die bis Jahresende nötigen Mittel gestrichen werden.

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Das Fest der Freude 2017

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Über 4.000 Menschen feierten trotz Regen und Kälte den 8. Mai beim Fest der Freude

Bereits zum fünften Mal veranstaltete das Mauthausen Komitee Österreich das Fest der Freude. KZ-Überlebende und Zeitzeugen sowie führende PolitikerInnen feierten gemeinsam mit über 4.000 Menschen trotz Regen und Kälte am Wiener Heldenplatz die Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai vor 72 Jahren. Zum dritten Mal übertrug ORF III das Fest der Freude mit dem Gratiskonzert der Wiener Symphoniker live. Kurzstatements von Mag. Christian Kern und Dr. Reinhold Mitterlehner für die Bundesregierung sowie von Mag.a Maria Vassilakou und Dr. Andreas Mailath-Pokorny für die Stadt Wien sowie die Begrüßung durch MKÖ-Vorsitzendem Willi Mernyi bildeten den Rahmen des Konzerts der Wiener Symphoniker. Durch die Veranstaltung führte Schauspielerin Katharina Stemberger. Die Worte von Zeitzeugin Lucia Heilman waren das Highlight des Fests der Freude 2017.

Zur Rede von Lucia Heilman

Die Wiener Symphoniker spielten 2017 unter der Leitung des Dirigenten Ádám Fischer wiederum ein kostenloses Open-Air-Konzert spielen. Eröffnet wurde das Konzert mit der Uraufführung des eigens für das Fest der Freude komponierten Stücks "Here & Now" des österreichischen Komponisten Kurt Schwertsik. Am Programm standen außerdem Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert e-moll op. 64, das von dem jungen, preisgekrönten Wiener Violinisten Emmanuel Tjeknavorian interpretiert wurde. Nach Mendelssohn´s Violinkonzert gaben die Wiener Symphoniker die Ouvertüre der Schauspielmusik zu "Egmont". Ebenfalls sang die finnischen Ausnahme-Sängerin Camilla Nylund die Konzertarie "Ah perfido!" für Sopran und Orchester. Das Finale bildeten alle Musikbegeisterten am Heldenplatz, die Teil des Konzerts wurden und gemeinsam mit Camilla Nylund und begleitet von den Wiener Symphonikern Beethovens große Freudenhymne "Ode an die Freude" aus der Neunten Symphonie sangen.

Zum dritten Mal zeigte ORF III Kultur und Information am 8. Mai das "Fest der Freude" mit dem Festakt und dem Konzert der Wiener Symphoniker live vom Wiener Heldenplatz. Die TV-Übertragung war der Höhepunkt eines umfangreichen Themenprogramms mit zahlreichen Dokumentationen. Auch dieses Jahr wurde das Fest der Freude über Facebook und Instagram beworben. Eine der Social Media Aktionen des MKÖ war die Fotoaktion unter foto.festderfreude.at zum und vor dem Fest der Freude, an der 252 Menschen mit ihrem Foto ein Zeichen des "Niemals wieder" und des internationalen Miteinander setzten.

Weitere Informationen sind in der Dokumentation zum Fest der Freude zu finden.

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"denk mal wien" beim Tag des Denkmals

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Am Sonntag, den 24. September 2017 lädt das Bundesdenkmalamt (BDA) zum österreichweiten Tag des Denkmals. Rund um das Motto "Heimat großer Töchter" bietet der Tag des Denkmals ein vielfältiges Programm an den Lebens- und Wirkungsstätten einflussreicher Frauen in allen Bundesländern.

Im Jahr 2017 jährt sich der 300. Geburtstag von Maria Theresia. Aber nicht nur Frauen im Kaiserreich, der Denkmaltag widmet sich Frauen aus Kunst, Musik und Literatur, Wissenschaft, Politik und Sport. Die Frauen des Großbürgertums Ende des 19. Jahrhunderts, die etwa Klimt so facettenreich in Szene zu setzen wusste, sind ebenso Thema wie Frauen der Gesellschaft. Hier spannt sich der Bogen etwa von Alma Mahler-Werfel bis hin zu Salome Alt. Bertha von Suttner, Marie von Ebner-Eschenbach, Ingeborg Bachmann, Paula Grogger, aber auch Angelika Kauffmann oder die Architektin Margarete Schütte-Lihotzky sind nur einige der "großen Töchter".

Das Mauthausen Komitee Österreich bietet am Tag des Denkmals am 24. September 2017 in Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt den thematischen Rundgang "Wir sind HeldInnen" an.

Rundgang "Wir sind HeldInnen"

Beim Rundgang "Wir sind HeldInnen" beschäftigen wir uns mit dem Begriff "Heldentum". Gemeinsam werden wir Fragen wie "Wer ist ein Held?", "Wer ist eine Heldin?", "Wann ist jemand ein Held?" oder "Wer bestimmt, wer die HeldInnen sind?" auf den Grund gehen. Gerade der Heldenplatz war als eine solche Manifestation der Monarchie angelegt. Von diesem Blickwinkel ausgehend betrachten wir einerseits die Topografie des Ortes, der als imperiales Kaiserforum geplant war, aber so nicht gänzlich umgesetzt werden konnte. Andererseits wird die Geschichte einiger der dargebotenen "Helden" im Hinblick auf ihre Darstellung am Platz und somit auch in der österreichischen Geschichte besprochen. Seit wann diese Denkmäler hier stehen und wer diese initiiert hat, werden hier auch Frauen als HeldInnen verehrt, sind weitere Fragestellungen, mit denen wir uns im Rahmen dieses Rundgangs auseinandersetzen werden. Denn jede Gruppierung schafft sich ihre eigenen "HeldInnen".

Treffpunkt: Reiterdenkmal Prinz Eugens am Heldenplatz.
Rundgänge: 09:00 Uhr, 10:00 Uhr, 11:00 Uhr, 12:00 Uhr

Dauer pro Rundgang: 2 Stunden

Weitere Informationen:

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NS-ZwangsarbeiterInnenlager und Durchgangslager für ungarische Juden in Graz-Liebenau: MKÖ fordert "Runden Tisch" mit allen ExpertInnen

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Pressemitteilung vom 13.09.2017

Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) fordert Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl auf alle ExpertInnen zum ehemaligen NS-ZwangsarbeiterInnenlager und Durchgangslager für ungarische Jüdinnen und Juden in Graz-Liebenau sobald wie möglich zu einem "Runden Tisch" einzuladen. Bis jetzt wurde auf diese Forderung des MKÖ nicht reagiert. Ziel soll die Erarbeitung der weiteren Schritte sein um das Areal mit den jetzigen Ausgrabungen als Gedenkort zu erhalten.

In den letzten Kriegstagen im April 1945 wurden bei den Todesmärschen Tausende von Jüdinnen und Juden von der ungarischen Grenze Richtung Mauthausen getrieben und im Durchgangslager Graz-Liebenau interniert. An nur einem Tag – 4. April 1945 – mussten 6.000 - 8.000 ungarische Jüdinnen und Juden den Todesmarsch von Graz nach Mauthausen antreten. Und es gab noch weitere.

Der Vorsitzende des Liebenauer Prozesses, Sir Douglas Young, sprach davon, dass "die Zahl der Liebenauer Todesopfer weit höher als 53 sei." Er sagte: "Es liegen dort noch viele unter der Erde." In einem ORF-Interview von August 2017 erklärt der Leiter der Grabungen Archäologe Dr. Fuchs: "Für die Archäologen wäre es ein leichtes, die Opfer zu finden. Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis man diese Plätze findet. Die Schätzungen schwanken zwischen einigen Dutzend und einigen Hundert - wie viele wirklich dort liegen, weiß kein Mensch."

"Es ist unsere Pflicht als Österreicherinnen und Österreicher den Opfern und ihren Nachkommen einen würdigen Ort des Gedenkens- und der Erinnerung zu schaffen.", so MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi, "Es liegt in der Verantwortung des Grazer Bürgermeisters dies so schnell wie möglich in die Wege zu leiten."

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