Reinhard FLORIAN

KULTURVEREIN ÖSTERREICHISCHER ROMA

Der deutsche Sinto Reinhard Florian wurde am 21. Februar 1923 in Insterburg (Ostpreußen) geboren, wo er die Schule besuchte. Eine Berufsausbildung war ihm aufgrund der "Nürnberger Gesetze" verwehrt worden. Reinhard Florian wurde, nur weil er Sinto war, 1941 von der Gestapo an seinem Arbeitsplatz verhaftet.

Reinhard Florian kam im November 1941 in einem Sammeltransport nach Mauthausen und musste im Steinbruch Sklavenarbeit leisten. Im Frühjahr 1943 wurde er nach Auschwitz transportiert, wo er in Auschwitz-Monowitz für die Buna-Werke der IG Farben Zwangsarbeit verrichtete. Vor der Befreiung von Auschwitz im Jänner 1945 verschleppte ihn die SS zurück nach Mauthausen für die Zwanksarbeit im Steinbruch und in den Außenlagern Gusen, Melk und Ebensee. Mit den letzten Überlebenden wurde er am 6. Mai 1945 im unterirdischen Stollen des KZ Ebensee von amerikanischen Soldaten befreit.

Seine Mutter und sieben Geschwister wurden in Auschwitz-Birkenau ermordet, einzig sein Vater und ein Bruder überlebten.

Florian: "Mauthausen war eines der schlimmsten Konzentrationslager. Vieles, was ich hier erlebt habe, lässt sich nicht schildern. Durch Hunger und Schläge wurden wir bis zur Unkenntlichkeit zugerichtet. Wir waren nur noch Haut und Knochen mit blutunterlaufenen Gesichtern. Wir Überlebenden sind nicht mehr die Menschen, die wir einmal waren. Durch das Leid, das wir ertragen mussten, sind wir zu Gefangenen unserer Erinnerung geworden."

Reinhard Florian schrieb seine Lebensgeschichte in dem Buch "Ich wollte nach Hause, nach Ostpreußen! Das Überleben eines deutschen Sinto" nieder.

Am 17. März 2014 starb er im Alter von 91 Jahren.

Hintergrundbild