Alois ZIERLER

MAUTHAUSEN KOMITEE VÖCKLABRUCK

Alois war ein Landarbeiter aus Frankenmarkt, der bereits vor dem Anschluss im Freundes- und Kollegenkreis seine Abneigung gegen die Deutschen zum Ausdruck brachte. Nachdem er zu den Gebirgsjägern nach Kufstein einberufen wurde, desertierte er im Jahr 1942, noch bevor seine Einheit an die Front verlegt wurde. Er schlug sich bis in seine Heimat durch und tauchte für fast drei Jahre im Gebiet des Kobernaußerwaldes unter. Seine Schwester versorgte ihn immer wieder mit dem Nötigsten. Aber in den letzten Monaten des Jahres 1944 war es unausweichlich, dass er sich als Tagelöhner bei einem abgelegenen Bauernhof etwas dazu verdiente. Er wurde verraten und eine Hetzjagd mit Schrotflinten auf ihn veranstaltet. Er erlag seinen schweren Verletzungen. Nach der Hetzjagd mehrfach getroffen, ließen ihn die Täter eine ganze Nacht im Feuerwehrdepot im eigenen Blut liegen, bis schließlich ein Gendarmeriebeamter die Einweisung ins Krankenhaus veranlasste. Dort verstarb er am 27.12.1944 infolge seiner schwerwiegenden Verletzungen. Beim Begräbnis waren Blumen und Kränze verboten und der Pfarrer verweigerte auch das Läuten der Glocken. Den Wünschen der Familiennachkommen entsprechend, wird es am Stephanitag 2019 einen Gedenkgottesdienst geben, wo das Läuten der Totenglocken nachgeholt wird. Am 30.11.2012 wurde seine Schwester Josefa Neuhofer von der Nationalratspräsidentin Barbara Prammer für ihr couragiertes Verhalten geehrt. Die Gemeinde Zell am Moos, aus welcher die unbestraften Mörder stammen, hat bereits einen gültigen Beschluss gefasst, eine Straße nach Alois Zierler zu bennen.

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