Rechtsextremes Treffen in Linz: MKÖ fordert sofortige Absage

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Pressemitteilung vom 09.11.2017

Rechtsextremes Treffen in Linzer Volkshaus:
Mauthausen Komitee fordert von Bürgermeister Luger sofortige Absage
MKÖ-Mernyi: "Antisemitische Hetze und Aufruf zur Selbstjustiz dürfen nicht geduldet werden!"

Wohl nicht wie ursprünglich angekündigt am 15. November, sondern am 22. November soll im Volkshaus Kleinmünchen der Stadt Linz ein "Lesertreffen" des rechtsextremen Magazins "Info-Direkt" stattfinden. Der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ), Willi Mernyi, fordert jetzt im Namen der Mauthausen-Überlebenden vom Linzer Bürgermeister Klaus Luger und von der für Volkshäuser zuständigen Stadträtin Regina Fechter (beide SPÖ) die sofortige Absage der Veranstaltung: "Wer so etwas in öffentlichen Räumen zulässt, macht sich der Verbreitung von rassistischen Verschwörungstheorien und übelstem Antisemitismus mitschuldig! Einmal im Jahr bei Gedenkstätten Kränze niederlegen, aber die Augen vor dem aktuellen Rechtsextremismus aus Rücksicht auf die FPÖ fest verschließen - das geht einfach nicht", so Mernyi.

"Info-Direkt" prangert in NS-Manier Juden an und nennt Journalisten "Schreibhuren"

Der MKÖ-Vorsitzende rät Luger und Fechter, die Beurteilung von "Info-Direkt" nicht an den bei bräunlichen Umtrieben bekannt "toleranten" Verfassungsschutz abzuschieben, sondern sich aufgrund der Inhalte dieses Blattes selbst ein Bild zu machen. "Da werden als 'Hintermänner der Globalisierung' in NS-Manier Juden angeprangert - Zitat 'The House of Rothschild oder gar George Soros höchstpersönlich'. Ihnen wird unterstellt, die 'systematische Flutung Europas mit fremden Menschen' zu betreiben, um eine 'heterogene, entwurzelte Menschenrasse' zu schaffen", schildert Willi Mernyi. "Für 'Info-Direkt' ist auch sonst keine Verschwörungstheorie zu absurd: Zum Beispiel wird unterstellt, die US-Führung habe die Terroranschläge vom 11. September 2001 selbst inszeniert oder hinter den Ebola-Epidemien steckten 'amerikanische Interessen'. Natürlich wird nicht der geringste Beweis für all den hetzerischen Unsinn geliefert."

Wenig überrascht es den MKÖ-Vorsitzenden, dass die Verfasser von "Info-Direkt" nicht nur beste Beziehungen zur FPÖ, sondern auch den rechtsextremen Kongress "Verteidiger Europas" in Linz mitorganisiert haben. Dieser löste im Herbst des Vorjahres wochenlang breite Proteste aus - KZ-Überlebende aus vielen Ländern meldeten sich ebenso zu Wort wie zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus Politik, Kirche, Kunst und Wissenschaft.

Unerträglich nennt Mernyi auch einen offenen Aufruf von "Info-Direkt" zur Selbstjustiz: Bei Einbrüchen möge man im Zweifelsfall schießen - "Besser die Waffe in der Hand als den Polizisten am Telefon". Äußerst abfällig schreibt "Info-Direkt" über demokratische Medien: Diese seien die "Lügenpresse", deren Journalisten "Schreibhuren". Was das Magazin nicht hindert, Artikel oder Artikelteile aus der "Lügenpresse" wortwörtlich, aber ohne Quellenangabe abzuschreiben.

Der Vorsitzende des Mauthausen Komitees fasst zusammen: "Die Inhalte von 'Info-Direkt' und damit auch seinem geplanten 'Lesertreffen' sind eindeutig antisemitisch, rassistisch, menschenverachtend und demokratiefeindlich. Linz hat das nicht verdient - und schon gar nicht in einer Einrichtung der Stadt!", betont Mernyi.

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