
In Oberösterreich, wo sich auch das Hauptlager des KZ-Mauthausen befand, sind naturgemäß die stärksten Bezüge zu ehemaligen Außenlagern und anderen Orten nationalsozialistischer Unterdrückung vorhanden. Der Aufbau des ersten KZ-Außenlagers von Mauthausen wurde bereits im Dezember 1939 im nur fünf Kilometer entfernten Langenstein begonnen (KZ Gusen I), weitere Außenlager folgten an Orten der Rüstungsindustrie und anderen Zwangsarbeitsstätten. Daneben bestanden noch zahlreiche Außenkommandos, die im Umkreis des Hauptlagers eingesetzt wurden z.B. das Holzfällerkommando in Königswiesen.
Die Außenlager des KZ-Mauthausen (in der chronologischen Reihefolge ihrer Gründung):
- Gusen I
Höchststand an Häftlingen: 12.000, Arbeitseinsatz: Steinbruch- und Rüstungsindustrie, Gründungsjahr: 1940
- Bachmanning
Höchststand an Häftlingen: 20, Arbeitseinsatz: Sägewerk, Gründungsjahr: 1942
- Steyr
Höchststand an Häftlingen: 2000, Arbeitseinsatz: Bauarbeiten und Rüstungsindustrie, Gründungsjahr: 1942
- Vöcklabruck
Höchststand an Häftlingen: 300, Arbeitseinsatz: Straßenbau, Gründungsjahr: 1942
- Großraming
Höchststand an Häftlingen: 1013, Arbeitseinsatz: Kraftwerksbau, Gründungsjahr: 1943
- Dipoldsau
Höchststand an Häftlingen: 130, Arbeitseinsatz: Kraftwerk- und Straßenbau, Gründungsjahr: 1943
- Ebensee
Höchststand an Häftlingen: 18.437, Arbeitseinsatz: Stollenbau, Gründungsjahr: 1943
- Linz I
Höchststand an Häftlingen: 790, Arbeitseinsatz: Bauarbeiten, Gründungsjahr: 1943
- Schlier-Redl-Zipf
Höchststand an Häftlingen: 1500, Arbeitseinsatz: Bauarbeiten und Rüstungsindustrie, Gründungsjahr: 1943
- Ternberg
Höchststand an Häftlingen: 400, Arbeitseinsatz: Kraftwerks- und Straßenbau, Gründungsjahr: 1943
- Gusen II
Höchststand an Häftlingen: 12.500, Arbeitseinsatz: Stollenbau und Rüstungsindustrie, Gründungsjahr: 1944
- Gusen III
Höchststand an Häftlingen: 274, Arbeitseinsatz: Ziegelwerk, Gründungsjahr: 1944
- Lenzing (Frauenlager)
Höchststand an Häftlingen: 577, Arbeitseinsatz: Zellwollfabrik, Gründungsjahr: 1944
- Linz II
Höchststand an Häftlingen: 285, Arbeitseinsatz: Stollenbau, Gründungsjahr: 1944
- Linz III
Höchststand an Häftlingen: 5600, Arbeitseinsatz: Stahlindustrie, Gründungsjahr: 1944
- Mauthausen Zeltlager
Höchststand an Häftlingen: 10000, Auffanglager, Gründungsjahr: 1944
- Wels
Höchststand an Häftlingen: 1500, Arbeitseinsatz: Bauarbeiten und Rüstungsindustrie, Gründungsjahr: 1944
- Enns
Höchststand an Häftlingen: 2000, Arbeitseinsatz: Bunkerbau, Gründungsjahr: 1945
- Grein
Höchststand an Häftlingen: 120, Arbeitseinsatz: Bauarbeiten, Gründungsjahr: 1945
- Gunskirchen
Höchststand an Häftlingen: 15.000, Sammellager für Juden, Gründungsjahr: 1945
- Mauthausen Schifflager
Höchststand an Häftlingen: 740, Auffanglager, Gründungsjahr: 1945
- Auch die Euthanasieanstalt Schloss Hartheim war auf oberösterreichischem Gebiet. Dort wurden zwischen Ostern 1940 und Sommer 1941 mehr als 18.000 behinderte Menschen ermordet. Nach Einstellung der Euthanasieaktion wurden die Tötungseinrichtungen von Schloss Hartheim für die Ermordung von körperschwachen KZ-Häftlingen aus dem KZ-Mauthausen und dem KZ-Dachau genutzt, der mehr als 8.000 Menschen zum Opfer fielen.
Daneben bestanden noch KZ-Außenlager auf bayrischem Territorium:
- Passau I
Höchststand an Häftlingen: 80, Arbeitseinsatz: Bauarbeiten, Gründungsjahr: 1942
- Passau II
Höchststand an Häftlingen: 333, Arbeitseinsatz: Rüstungsindustrie, Gründungsjahr: 1944
Die Lokalgruppen:
- Mauthausen Komitee Dipoldsau/Weyer an der Enns
Die Gruppe Weyer-Dipoldsau besteht seit 1988 bzw. 2001 und wurde von Hans Haas, Mag. Konrad Rumetshofer und Mag. Adolf Brunnthaler ins Leben gerufen. Wir kümmern uns um das Denkmal auf der Dipoldsau und um die Abhaltung der Gedenkfeier im Mai. Ziel ist es durch Einbindung der Hauptschule und der HBLA Weyer eine zukunftsorientierte Form des Gedenkens zu finden. Die Gruppe ist bei ihrer Arbeit in die Pfarre Weyer und den Kulturverein FRIKULUM (Friede–Kultur–Umwelt) eingebunden.
- KZ-Gedenkstätte und Zeitgeschichte Museum Ebensee
Der Verein KZ-Gedenkstätte und Zeitgeschichte Museum Ebensee besteht seit 1988. 3 MitarbeiterInnen und 1 Zivildiener sind in der KZ-Gedenkstätte beschäftigt. Der Verein kümmert sich um die pädagogische Betreuung der Schulklassen, den Erhalt der Überreste des Lagers, die Erforschung der Geschichte und den Kontakt zu den Überlebenden sowie die Instandhaltung der Dauerausstellung.
Im Zeitgeschichte Museum (ganzjährig geöffnet 10.00 bis 17.00 Uhr) im Ortszentrum befindet sich das Archiv der Gedenkstätte mit Fotosammlungen, Dokumenten und Datenbanken zu Opfern und Überlebenden.
- Mauthausen Komitee Steyr
Das Mauthausen Komitee wurde im Bedenkjahr 1988 gegründet. Die Gruppe besteht aus acht engagierten Personen aus Steyr, die sich um die Erhaltung der Gedenkstätten, der Abhaltung von Gedenkfeiern, der Erforschung der jüdischen Geschichte von Steyr (Bücher »Vergessene Spuren« und »Fluchtspuren«) und des KZ-Außenlagers kümmern. Es bestehen Kontakte zu Überlebenden und zu ehemaligen Zwangsarbeitern. Die Forschungsergebnisse werden für den Einsatz in Schulen aufbereitet. Außerdem tritt die Gruppe gegen rechtsextreme Strömungen und Aktivitäten und die Verharmlosung der NS-Zeit in der Gesellschaft auf. Das Komitee trifft sich monatlich.
- Gedenkdienstkomitee Gusen
Unsere Initiative Gedenkdienstkomitee Gusen arbeitet seit 1984 und wird maßgeblich von überlebenden Häftlingen der KZ Gusen und den politischen Gemeinden St. Georgen/Gusen und Langenstein unterstützt.
- Verein Erinnerungsstätte Lager Weyer/Innviertel
Unsere Gruppe besteht seit 2000 und ist im Gefolge der Recherchen des Schriftstellers Ludwig Laher entstanden, der die bis dahin verdrängten Ereignisse von Weyer sowie die darauf bezogenen Volksgerichtsprozesse nach dem Krieg in seinem Roman Herzfleischentartung (Haymon 2001) authentisch nachzeichnet. Die Gemeinde St. Pantaleon hat im Jahre 2000 eine Erinnerungsstätte für die Opfer von Weyer geschaffen. Derzeit gibt es ca. dreißig Mitglieder, die sich um die Erinnerungsstätte kümmern, Führungen anbieten, die jährliche Gedenkfeier mit einem Vortragsteil in der Hauptschule vorbereiten usw.
- Perspektive Mauthausen
Wir sind eine überparteiliche, antifaschistische Mauthausener AktivistInnengruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, Mauthausen als Gedenk- und Bedenkort, nach innen und nach außen, neu mitzugestalten. Ein wichtiger Kooperationspartner ist uns dabei das Mauthausen Komitee Österreich.
- Verein für Zeitgeschichte/Braunauer Zeitgeschichte-Tage
Der Verein für Zeitgeschichte mit dem Sitz in Braunau am Inn wurde 1993 gegründet. Seine Aufgabe sieht er in der Förderung des Geschichtsbewußtseins durch die Organisation von eigenen Veranstaltungen und durch die Mitwirkung bei Veranstaltungen, die ähnlichen Zwecken dienen.
- Lern und Gedenkort Schloss Hartheim
Der Verein Schloss Hartheim wurde 1995 gegründet. Die Initiative ging vom OÖ. Landeswohltätigkeitsverein, Eigentümer von Schloss Hartheim, und dem Institut Hartheim aus. Das Ziel war, in Schloss Hartheim eine würdige Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie zu errichten und das ganze Schloss zu einem Ort der Reflexion und des Lernens zu machen. Darüber hinaus bekundete der Verein seine Absicht, sich an der gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Debatte um bioethische und medizinische Fragen zu beteiligen.
- Arge Schlier
Die ARGE Schlier strebt die Erhaltung, Dokumentation und geordnete Zugänglichmachung der noch vorhandenen baulichen Anlagen des ehemaligen NS-Rüstungsbetriebes „Schlier“ in Zipf, Oberösterreich an. Hier finden Sie Informationen über den NS-Rüstungsbetrieb „Schlier“ und das dazugehörige KZ-Außenlager Redl-Zipf.Die ARGE Schlier strebt die Erhaltung, Dokumentation und geordnete Zugänglichmachung der noch vorhandenen baulichen Anlagen des ehemaligen NS-Rüstungsbetriebes „Schlier“ in Zipf, Oberösterreich an. Hier finden Sie Informationen über den NS-Rüstungsbetrieb „Schlier“ und das dazugehörige KZ-Nebenlager Redl-Zipf.
- Verein Ketani
Der Verein KETANI (Ketani heißt Miteinander) nimmt sich der Belange der Sinti und Roma in Österreich an. Er kümmert sich um die Pflege der Kultur und Sprache und setzt sich für die Verbesserung der sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Stellung der Sinti und Roma ein.Der Verein KETANI (Ketani heißt Miteinander) nimmt sich der Belange der Sinti und Roma in Österreich an. Er kümmert sich um die Pflege der Kultur und Sprache und setzt sich für die Verbesserung der sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Stellung der Sinti und Roma ein.
- Weitere Lokalgruppen bzw. Partnerorganisationen:
- Ansfelden
- Attnang
- MK Gallneukirchen
- Gunskirchen
- KZ Verband OÖ
- Lenzing
- Linz-VÖEST
- Ried in der Riedmark
- Vöcklabruck
- Wels