Kulturprojekte

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Neue Zugänge zu den Ereignissen rund um das KZ Mauthausen und seiner Bedeutung für Österreichs Vergangenheit und Gegenwart versuchen wir im Rahmen von kulturellen Veranstaltungen zu eröffnen.

Im Folgenden ein kurzer Überblick über die bisherigen Veranstaltungen:

Oratorium "... und alle Toten starben friedlich ..."

Oratorium in fünf Teilen für Soli, Chor und Orchester
von Wolfgang R. Kubizek (Musik) und Vladimir Vertlib (Text)

Die ÖLM und das MKÖ vergaben im Gedenkjahr 2005 einen Kompositionsauftrag an Wolfgang R. Kubizek. Anlass ist der 60. Jahrestag der Übergabe des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen an die Republik Österreich verbunden "mit dem Wunsche... , dass es eine Stätte zum Gedenken an die im Kampfe um ein freies und demokratischen Österreich gefallenen Opfer werde" (Hans Maršálek).

Als Zeichen für eine neue Erinnerungskultur wurde der in Oberösterreich geborene Komponist Wolfgang R. Kubizek (1959-2008) beauftrag, ein "Oratorium" zu schaffen, das in zeitgemäßer Form dem Erbe Mauthausens begegnet. Als Textautor konnte der in St. Petersburg (damals Leningrad) geborene und in Salzburg lebende Schriftsteller Vladimir Vertlib gewonnen werden (Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur, Der letzte Wille, Mein erster Mörder).

Das Werk wurde am 5. Mai 2007 am Appellplatz der KZ-Gedenkstätte Mauthausen uraufgeführt; eine weitere Vorstellung fand bereits am 10. Mai in der Birago-Kaserne in Melk statt.

Detaillierte Informationen auf www.undalletotenstarbenfriedlich.at.

Oratorium: Song of Terezin

Das Mauthausen Komitee Österreich organisierte für dieses Werk eine Aufführungsreihe, die ihren Beginn in der Premiere der Produktion in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen hatte und ihren Abschluss bei einer Aufführung zum Nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Jänner 2004 in der Staatsoper Prag fand.

Als das Cincinnati May Festival Franz Waxman 1964 mit einer Komposition beauftragte, die eine Dichtung über Kinder beinhalten sollte, stieß der Komponist bei seinen Recherchen auf die Gedicht- und Bildersammlung jüdischer Kinder im Ghetto. Der Komponist wählte aus der Sammlung acht Gedichte aus, und daraus entstand das rund 50-minütige Werk für großen gemischten Chor, Kinderchor, Singstimme und großes Orchester. The Song of Terezin (Das Lied von Theresienstadt) wurde am 22. Mai 1965 mit 600 Sängern, dem Cincinnati Symphony Orchester und der Sängerin Betty Allen erfolgreich uraufgeführt. Weitere Aufführungen auch in Europa folgten.

Waxman hatte Deutschland bereits 1934 wegen des Naziterrors verlassen. Er wurde in den USA (Hollywood) ein erfolgreicher Komponist für Filmmusik. Mehrmals zur Oskarverleihung nominiert, erhielt er diese Auszeichnung zweimal. Wie der Sohn des Komponisten John Waxman erzählte, wurde sein Vater Franz durch dieses Werk trotz fortschreitender Krebserkrankung in dem Wunsch bestärkt, das Lager Theresienstadt selbst zu besuchen. Waxman dirigierte den Zyklus noch (zum ersten Mal) selbst, im Rahmen eines Konzertes des Los Angeles Music Festivals. Es war sein letztes Konzert.

Musikalische Leitung: Prof. Thomas Kerbl
Gestaltung: Mag. Elzbieta Zmuda
Projektorganisation und Finanzierung: Helmut Edelmayr
Produktionskoordination: Heidi Ecker
Lichtdesign und Videotechnik: Ingo Kelp
Video-Clips: Studenten der Kunstuniversität Linz

Oper: Der Kaiser von Atlantis oder der Tod dankt ab

Die Premiere fand am 8. August 2000 in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen statt, weitere Aufführungen waren in der Gedenkstätte Ebensee, auf Schloss Wildberg und im Theater Odeon in Wien.

Veranstalter der Aufführungsreihe war die ARGE Atlantis – eine Kooperationsgemeinschaft des Kulturvereins Schloss Wildberg, der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen, von Mauthausen Aktiv Österreich, der KZ-Gedenkstätte Ebensee, der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und des Orpheus-Trust. Bei der Aufführungsserie führte Kurt Ockermüller Regie, die musikalische Leitung hatte Thomas Kerbl.

Die Oper von Peter Kien (Text) und Viktor Ullmann (Musik) entstand 1943/44 im Ghetto Theresienstadt und sollte dort auch aufgeführt werden. Als die SS die Brisanz des Stücks erkannte, wurden die Autoren und alle beteiligten Künstler nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die Partitur wurde auf abenteuerliche Weise gerettet. Erst die Uraufführung der Oper 1975 in Amsterdam machte den Komponisten wieder einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

"Wir Hören, Wir Sehen, Wir Sprechen"

Gedenkveranstaltung anlässlich des 60. Jahrestages der Errichtung des KZ Mauthausen am Samstag, 8. August 1998 im Steinbruch des ehemaligen KZ Mauthausen, Wienergraben

Wenige Monate nach dem sogenannten "Anschluss" an Hitlerdeutschland, errichteten am 8. August 1938 die Nationalsozialisten das KZ Mauthausen. Der Granitsteinbruch im "Wienergraben" war die Grundlage für die NS-Barbarei, die "Vernichtung durch Arbeit" als Teil ihres Systems praktizierte. Der Steinbruch war vorher im Eigentum der Gemeinde Wien, die SS pachtete zuerst das Gelände und erwarb schließlich das gesamte Areal.

Im Gedenken an die Opfer der NS-Herrschaft bildete am 8. August 1998 eine szenische Collage den Rahmen für die künstlerische Auseinandersetzung mit dieser Zeit. Diese sollte zu Betroffenheit führen, aufzeigen, dass Demokratie kein Geschenk ist, dass Freiheit und Demokratie stets gefährdet sind und wir alle die Verantwortung haben, dafür mit ganzer Kraft einzutreten.

Für die Mitwirkung konnten international renommierte Künstler, die aus persönlicher Überzeugung dabei waren, gewonnen werden:

Musikalisches Werk: Joe Zawinul
Literarische Texte: Gerhard Roth
Rezitation: Frank Hoffmann
Künstlerische Leitung: Mag. arch. Anton Falkeis

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